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Marialaura Rosiello-Irvine über das Thonet S 5000 Retreat

von redaktion

In diesem Video spricht Marialaura Rosiello-Irvine über ihre Neuinterpretation und Weiterentwicklung des Sofasystems S 5000, das James Irvine vor knapp 15 Jahren für Thonet entworfen hat. Schon Irvine griff damals auf die Vorlage eines Sofatyps aus den 1930er-Jahren zurück, der Teil des Thonet-Katalogs war. Ganz der Zeit entsprechend hat Marialaura nun ein Baukastensystem aus Sofas und weiteren Sitzelementen mit Trennwänden kreiert. Ergänzende Möbel und Accessoires machen dieses System ideal für den Einsatz in der neu zu denkenden Bürowelt, wo Arbeiten mit Abstand unumgänglich geworden ist. Schon vor der Pandemie waren Office-Lösungen, die Rückzugsmöglichkeiten in offenen Großbüros ermöglichten, ein wichtiger Teil der Einrichtung. Nun aber müssen diese Lösungen unter Berücksichtigung der Pandemieanforderungen neu betrachtet und angepasst werden. Genau dafür bietet das S 5000 Retreat vielseitige Möglichkeiten.

In einem Interview, das von Thonet zur Verfügung gestellt wurde, spricht Marialaura Rosiello-Irvine über die Vorteile von Weiterentwicklungen bestehender Möbelsysteme und über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des S 5000 Retreat.

Was bedeutet für Sie die Marke Thonet ganz persönlich?

Marialaura Rosiello-Irvine: Ich bin quasi auf dem Stuhl Nr. 14 aufgewachsen und war damals immer darauf bedacht, mich nicht auf das Wiener Geflecht zu knien. Dennoch musste es hin und wieder repariert werden, – dann brachten wir den Stuhl zum Handwerker unseres Vertrauens an den Hängen des Vesuvs. Mir gefällt die Vorstellung, dass es schon immer professionelle Handwerker gegeben hat, die – bis heute – die Qualität der zeitlosen Thonet-Produkte wertgeschätzt haben. Es ist einfach toll, dass die Möbel immer wieder erneuert und damit in ihrer Lebensdauer fast unbegrenzt verlängert werden können.

Warum haben Sie das Sofaprogramm S 5000, das Ihr Ehemann James Irvine 2007 für Thonet entworfen hat, überarbeitet und nicht eine ganze neue Kollektion kreiert?

Marialaura Rosiello-Irvine: Manchmal ist es nicht notwendig, neue Produkte zu entwerfen, sondern bestehende Projekte können weiterentwickelt werden. Bei Thonet ist dieser Ansatz Teil der Unternehmensgeschichte. James sagte einmal über Thonet: „Ich verstehe jetzt, dass es möglich ist, existierende Produkte neu zu erfinden, die dann vielleicht sogar besser zu unserer Zeit passen als zum Zeitpunkt ihrer Entstehung.” Die Aktualisierung von Produkten ist eine bewusste Haltung gegenüber der sich ständig verändernden Nutzung. Ich nenne es gerne „Ethisches Design“, wenn sich das Unternehmen und der Designer bewusst mit Investitionen und Produktionsabläufen auseinandersetzen. Darüber hinaus wurde das System S 5000 von Anfang an mit dem Gedanken der Modularität konzipiert. Darauf konnte ich nun mit meinem Entwurf zurückgreifen.

Die Arbeitswelt verändert sich überall auf der Welt. Co-Working-Spaces und offene Bürokonzepte nehmen zu, jetzt verändert die Covid-19-Pandemie die Arbeitssituation erneut. Was sind die Vorteile des S 5000 Retreat in diesen Bereichen?

Marialaura Rosiello-Irvine: Wir haben vor allem optionales Zubehör wie Trennwände, Arbeitsplatten, kleine Tische oder Steckdosen ergänzt. So entstehen je nach Bedürfnis ganz neue Konfigurationsmöglichkeiten. Alle Produktergänzungen werden wie im ursprünglichen Entwurf an der Stahlrohrbasis befestigt. Das S 5000 Retreat bietet auch Lösungen, die auf die aktuelle Situation des Social Distancing angepasst sind. Gleichzeitig kann es an dem Tag, an dem diese Abstandsregeln hoffentlich wieder vernachlässigt werden können, umgebaut werden, indem eine Trennwand entfernt oder weitere Kissen hinzugefügt werden. Wir haben auch freistehende Paneele ins Programm integriert, welche miteinander verbunden werden können, um Inseln im Raum zu schaffen. Unser Ziel war es, die Gestaltung der Konfigurationen offen zu halten, je nachdem, ob intime Modularität oder aber Situationen für mehr Teamarbeit gewünscht sind.

In welchen anderen Umgebungen sehen Sie das S 5000 Retreat?

Marialaura Rosiello-Irvine: Ich sehe das S 5000 Retreat sowohl im Contractbereich als auch im Heimgebrauch. Ich stelle mir zum Beispiel ein Modul mit einem kleinen Tisch und Paneelen als einen Ort für Smartworking vor, an dem man zu Hause Ruhe und Konzentration finden kann. Mehrere separate Module, die entweder einzeln stehen oder miteinander verbunden werden, sehe ich im Office-Kontext genauso wie auf einem Flughafen. Das streng minimalistische Design kann durch die zahlreichen verfügbaren Farben und Texturen bereichert werden, wobei immer auch Kombinationen verschiedener Farbnuancen der Kissen möglich sind.

Das neue Thonet S 5000 Retreat eignet sich durch seine Vielfältigkeit für Office- und Privatbereiche. © Thonet

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