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Mauro Marinelli gewinnt Wheelwright Prize 2025

von redaktion
Mauro Marinelli forscht über die kulturelle Erosion von Bergregionen weltweit. Foto © Francesca Dusini

Die Harvard University Graduate School of Design (GSD) kürte Mauro Marinelli zum Gewinner des Wheelwright Prize 2025. Das mit 100.000 US-Dollar dotierte Stipendium unterstützt investigative Ansätze zeitgenössischer Architektur mit dem Schwerpunkt auf global ausgerichtete Forschung.

Marinellis Projekt „Topografien des Widerstands: Architektur und das Überleben von Kulturen“ untersucht die Rolle der Architektur bei der Erhaltung und Revitalisierung ländlicher Bergregionen, die mit Herausforderungen wie mangelnder Infrastruktur und kultureller Auflösung zu kämpfen haben. Die Studie soll Designstrategien entwickeln, die Autonomie, Nachhaltigkeit und lokale Identität fördern, indem sie Kontexte in den Alpen, Anden und im Himalaya vergleicht. Durch Analysen und Feldexperimente erarbeitet Marinelli architektonische Ansätze, die Gemeinschaften stärken und urbane Perspektiven sowie deren Vorurteile hinterfragen.

Der Wheelwright Prize finanziert Marinellis zweijährige Forschungs- und Reisetätigkeit. Er plant, seine Arbeit auf die europäischen Alpen, die südamerikanischen Anden und die Bergregionen Chinas zu konzentrieren. „Diese Förderung ermöglicht es mir zu untersuchen, wie Architektur aktiv mit den fragilen kulturellen Systemen von Hochgebirgsgemeinschaften interagieren kann. Ich möchte konkrete Erkenntnisse zur kulturellen Vitalität von Berggebieten gewinnen und zum Architekturdiskurs beitragen“, betont Marinelli.

Sarah M. Whiting, Dekanin und Josep Lluís Sert-Professorin für Architektur an der GSD brachte ihre Freude zum Ausdruck, Marinelli als diesjährigen Gewinner bekannt zu geben: „Die Architektur unserer gemeinsamen Zukunft muss bewusst auf spezifische kulturelle Kontexte, geografische Bedingungen und ökologische Kräfte reagieren – darunter Feuchtgebiete, Wälder, Küsten und vieles mehr. Mauros Forschung fördert genau diese Art von Reaktionen und betont Autarkie, lokale Identität und architektonische Ansätze, die in einzigartiger Weise auf die klimatischen, demografischen und wirtschaftlichen Schwachstellen zugeschnitten sind, denen sich Berggemeinden auf der ganzen Welt ausgesetzt sehen.“

Öffentlicher Raum im Dorf Bolciana in den italienischen Alpen. Projekt von franzosomarinelli. Foto © Mariano Dallago, mit freundlicher Genehmigung der Harvard Graduate School of Design.

Der Wheelwright Prize fördert innovative Designforschung, die sowohl kulturelle als auch architektonische Grenzen überschreitet. Zu den prämierten Forschungsthemen der letzten Jahre zählten unter anderem soziale und räumliche Beziehungen im heutigen Afrika, ökologische und soziale Auswirkungen des Sandabbaus sowie neue Paradigmen für die digitale Infrastruktur.

Über Mauro Marinelli

Mauro Marinelli promovierte in Architektur und Städtebau am Politecnico di Milano, wo er seit 2016 als außerordentlicher Professor für Architekturgestaltung tätig ist. Er war Gastprofessor am IUAV Venedig (2024) sowie Gastdozent an der Università Federico II Neapel (2025) und wurde zu Vorträgen an zahlreichen weiteren Institutionen eingeladen. 2017 gründete er zusammen mit Mirko Franzoso franzosomarinelli, ein Architekturbüro mit Sitz in den Alpen, das sich auf zeitgenössische Gestaltung in fragilen Gebieten konzentriert. Die Arbeiten des Studios wurden in zahlreichen Architekturausstellungen gezeigt und international publiziert. Ihr Schwerpunkt liegt auf kontextueller Sensibilität durch Material- und Raumforschung.


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