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Neues Forschungszentrum für die Dekarbonisierung der Schifffahrt

von redaktion

Führende Akteure der Schifffahrtsindustrie haben angekündigt, ein Forschungszentrum für eine kohlenstofffreie Schifffahrt ins Leben zu rufen. Das Mærsk Mc-Kinney Møller-Zentrum soll in Kopenhagen an der Entwicklung neuer Kraftstofftechnologien arbeiten. Die Gründungspartner dieser Initiative sind ABS, A. P. Møller-Mærsk, Cargill, MAN Energy Solutions, Mitsubishi Heavy Industries, NYK Line und Siemens Energy. Möglich gemacht wird dies in der Gründungsphase vor allem durch eine Spende der A.P. Møller-Stiftung in der Höhe von 400 Millionen DKK (ca. 53,6 Mio. Euro).

Mit dieser Spende möchte die A. P. Møller-Stiftung die Bemühungen zur Lösung des Klimaproblems in der globalen Schifffahrt unterstützen“, betont Ane Uggla, Vorstandsvorsitzende der A.P. Møller-Stiftung. „Mein Vater, Mærsk Mc-Kinney Møller, war mehr als sieben Jahrzehnte lang ein Visionär in der globalen Schifffahrtsbranche. Er sorgte sich um die Auswirkungen der Schifffahrt auf die Umwelt. Bereits in den 1980er-Jahren setzte er sich für die Verwendung von schwefelarmem Kraftstoff ein und war in den 1990er-Jahren Pionier der ersten Doppelhüllen-Öltanker, um das Risiko von Ölverschmutzungen zu minimieren. Daher finde ich es sehr natürlich, dass dieses Zentrum den Namen meines Vaters trägt“, meint Uggla.

Als kommerzielle Stiftung für wohltätige Zwecke wird die neue Einrichtung als Non-Profit Organisation geführt werden. Als unabhängiges Forschungszentrum soll es im gesamten Schifffahrtssektor mit Industrie, Wissenschaft und Behörden zusammenarbeiten. Ein hoch spezialisiertes, interdisziplinäres Team soll weltweit kooperieren, um alle Möglichkeiten der Dekarbonisierung zu erfassen. Die Entwicklung kohlenstofffreier Kraftstoffe und Antriebstechnologien soll dadurch beschleunigt werden. Außerdem soll der Aufbau regulatorischer, finanzieller und kommerzieller Mittel für diese Transformation maßgeblich unterstützt werden.

Für die konkrete strategische Ausrichtung des Zentrums wird ein Verwaltungsrat etabliert. Zwar werden die Mitglieder dieses Rates erst bekannt gegeben, aber das Søren Skou, CEO von A.P. Møller – Mærsk dazugehören wird, steht bereits fest. „Diese gemeinsame Initiative wird die Entwicklung von Lösungen vorantreiben und zu einer starken Basis für Entscheidungen der Regulierungsbehörden sowie der Industrie selbst beitragen. Sie wird Investitionen und die Implementierung neuer Technologien beschleunigen. Ich freue mich darauf, ein Mitglied des Verwaltungsrates dieser ambitionierten Zusammenarbeit zu werden“, sagt Skou.

Innerhalb von zwei bzw. drei Jahren will das Zentrum rund 100 Mitarbeiter*innen einstellen. Ein Drittel davon kommt von den Gründungspartnern selbst, die restlichen zwei Drittel sollen unabhängig eingestellt werden. Neben Mitarbeiter*innen der Führungsebene und Verwaltung werden Fachexperten für Energie, Kraftstoffe, Schiffstechnologie sowie für Regulierungsfragen, Finanzen und die globale Energiewende dem Team angehören. Gemanagt wird das Zentrum von CEO Bo Cerup-Simonsen, einem Experten in der Leitung von Großprojekten in den Bereichen Industrie, Meerestechnologie, Forschung und Innovation. „Dies ist der Beginn einer anspruchsvollen und notwendigen Transformation einer gesamten Branche“, sagt Cerup-Simonsen. „Dank der A.P. Møller Foundation und der Unterstützung von branchenführenden Partnern haben wir jetzt die einmalige Gelegenheit, das Potenzial einer branchenweiten Zusammenarbeit für eine vollständige Dekarbonisierung auszuschöpfen.“

Die Schifffahrtsindustrie hat sich verpflichtet, ihre globalen Kohlenstoffemissionen bis 2050 zu reduzieren. Immerhin verursacht die Branche rund 3 % des weltweiten Kohlenstoffausstoßes. Neben dem langfristigen Ziel von 0 Emissionen, soll es auch kurzfristig umsetzbare Lösungen im Bereich der Steigerung der Energieeffizienz geben. Diese Maßnahmen sollen zu einer Reduzierung um 40 % bis 2030 führen. Für einen systemischen Wandel innerhalb der Branche braucht es aber neue Kraftstoffarten. Um die Entwicklung neuer Technologien zu beschleunigen, sind koordinierte Anstrengungen innerhalb der angewandten Forschung über die gesamte Lieferkette hinweg notwendig. Für die Akzeptanz neuer Kraftstoffe spielen gerade Branchenführer eine entscheidende Rolle. Sie haben die finanziellen Möglichkeiten und das nötige Standing damit aus Laborforschungen skalierbare Lösungen entstehen können, die den Anforderungen der Industrie gerecht werden. Gleichzeitig werden neue Rechtsvorschriften erforderlich sein, die den Übergang zur Dekarbonisierung möglich machen.


 

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