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Swatch HQ in Biel

Neues Swatch-Headquarter in Biel

Für den neuen Hauptsitz im schweizerischen Biel hat Swatch den bekannten Architekten Shigeru Ban engagiert. Der Japaner ist vor allem für seine Arbeit mit dem Werkstoff Holz bekannt. Und so entstand denn auch ein Gebäude mit einer der weltweit größten Holzkonstruktionen. Diese Zusammenarbeit war nicht die erste, bereits 2007 baute Ban für die Swatch Group das Nicolas G. Hayek Center in Tokio.

Wie eine fremdartige Schlange liegt das neue Gebäude in der Bieler Stadtlandschaft unweit des Wassers. Die gewölbte Fassade hat eine Fläche von über 11.000 m² und steigt in Richtung Eingang und Übergang zur Cité du Temps sanft an. Für das Grundgerüst wurde eine Holzgitterkonstruktion gewählt, die aus rund 4.600 Balken besteht, die mittels raffiniertem Steckprinzip miteinander verbunden wurden. Holz ist nicht nur nachhaltig, sondern lässt sich auch genau verarbeiten, eine wichtige Eigenschaft für diesen Bau, bei dem unter anderem 3D-Technologie zum Einsatz kam. Für den Bau wurde hauptsächlich Fichtenholz aus Schweizer Wäldern verwendet. Insgesamt an die 1.997 m³, eine Menge, die angeblich im Schweizer Wald in nur zwei Stunden wieder nachwächst. In die Holzkonstruktion wurden 2.800 Wabenelemente eingebaut. Wobei jedes opake, transluzente oder transparente Element aus bis zu 50 Einzelteilen besteht, um es der individuellen Position und Funktion anzupassen. Die opaken Elemente sind in der Überzahl. Sie dienen in erster Linie als Sonnenschutz und verfügen über eine witterungsbeständige, lichtundurchlässige Außenfolie. Das transluzente Kissenelement wiederum ist mit Luft aufgepumpt und in der Mitte zur Wärmedämmung mit lichtdurchlässigen Polycarbonate-Platten versehen. Das transparente Element besteht aus durchsichtigem Glas. Aus Wärmeschutz-Gründen wurden insgesamt vier Glasscheiben eingesetzt, zwischen die weiße Rollos eingelassen sind. Auch diese Elemente werden immer leicht belüftet, damit sich kein Kondensat bildet.

Im Inneren des Gebäudes verteilen sich 25.000 m² Geschossfläche auf fünf Stockwerke für alle Abteilungen von Swatch International sowie Swatch Schweiz. Die Fläche der vier oberen Etagen verringert sich von Etage zu Etage. Galerien mit Glasbrüstungen ermöglichen einen Blick auf die unteren Stockwerke. Neben den Arbeitsplätzen sind über das ganze Gebäude Gemeinschaftsflächen verteilt: eine Cafeteria im Erdgeschoss, sowie kleine Pausenzonen an verschiedenen Stellen im Gebäude.

Energietechnisch ist das Gebäude mit Solartechnologie ausgestattet. Außerdem wird das Grundwasser genutzt. Beides ermöglicht es, Gebäudefunktionen wie Lüftung, Kühlung, Heizung und Grundbeleuchtung sowohl für den Swatch Hauptsitz als auch für die Cité du Temps autonom zu betreiben. Mit 1.770 m² Fotovoltaik-Fläche werden pro Jahr rund 212,3 MWh Strom erzeugt, was dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 61 Haushalten entspricht. Insgesamt wurde der Bau nach ökologischen Grundsätzen und einer Optimierung der CO2 Bilanz umgesetzt. Von Velospots und Ladestationen über intelligente Verdunkelungen und Verglasungen, von LED-Leuchten und hocheffizienten Lüftungen bis zur thermischen Bauteilaktivierung und papierlosem Büro wurde an vieles gedacht. Die Bauzeit betrug annähernd fünf Jahre.

 

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