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So sieht das schnellste E-Flugzeug aus

von redaktion

Motorenhersteller Rolls-Royce hat einen ehrgeizigen Plan. Er will das schnellste E-Flugzeug der Welt bauen. Nun wurde das Design des Flugzeugs auf dem Flughafen Gloucestershire präsentiert. Dies ist ein wichtiger Schritt, auf den nun der Einbau des neuen elektrischen Antriebssystems folgen wird und schon im späten Frühling 2020 soll sich das Fluggerät in die Lüfte erheben und mit einer Geschwindigkeit von über 480 km/h einen neuen Weltrekord aufstellen.

Das neue Flugzeug ist Teil der Rolls-Royce-Initiative ACCEL (Accelerating the Electrification of Flight), die wiederum eine Schlüsselrolle im generellen Bestreben des britischen Unternehmens einnimmt, die Elektrifizierung der Luftfahrt voranzutreiben. An dem Projekt sind eine Reihe von Partnern beteiligt, darunter der Elektromotoren- und Steuerungshersteller YASA sowie das Luftfahrt-Start-up Electroflight. Die Hälfte der Finanzierung wird vom Aerospace Technology Institute bereitgestellt – in Zusammenarbeit mit Innovate UK und dem Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie. Nach Aussage des britischen Wirtschaftsministers Nadhim Zahawi ist die Elektrifizierung der Luftfahrt eine Entwicklung, die die Art des Reisens in den kommenden Jahrzehnten völlig verändern wird – und zwar in Richtung niedrigem CO2-Fußabdruck. Die Regierung wolle diese Entwicklung finanziell unterstützen.

Rob Watson, Direktor von Rolls-Royce Electrical hält die Elektrifizierung der Luftfahrt für einen revolutionären Schritt: „Der Bau dieses Flugzeugs ist nicht nur ein wichtiger Schritt in Richtung Weltrekordversuch, sondern wird erheblich dazu beitragen, das Know-how von Rolls-Royce weiterzuentwickeln und dafür sorgen, dass wir an der Spitze dieser Entwicklung sind, die im Hinblick auf den Übergang zu einer C02-armen Weltwirtschaft, eine fundamentale Rolle spielen wird“, ist Watson überzeugt.

Neben dem neuen Flugzeug wurde auch das Testsystem ionBird präsentiert, mit dem das Antriebssystem vor dem Einbau in das Flugzeug erprobt werden kann. Im Lauf der nächsten Monate wird das Antriebssystem bis zur Erreichung der vollen Leistung getestet sowie Lufttüchtigkeitsprüfungen durchgeführt. Für das ACCEL-Projekt werden die leistungsstärksten Akkus verwendet, die jemals in einem Flugzeug zum Einsatz kamen. Sie liefern genug Energie, um 320 Kilometer (die Entfernung von London nach Paris) mit einer einzigen Ladung fliegen zu können. Oder anders ausgedrückt, es könnten damit auch 250 Haushalte mit Energie versorgt werden. Die 6.000 Zellen sind so angeordnet, dass das Gewicht möglichst gering ausfällt, bei gleichzeitig maximalem Wärmeschutz. Ein fortschrittliches Direkt-Kühlsystem wird für eine optimale Leistung sorgen. Der Propeller des Flugzeugs wird von drei axialen Elektromotoren mit hoher Leistungsdichte angetrieben. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Flugzeug drehen sich die Propellerblätter langsamer, um ein stabileres und ruhigeres Verhalten in der Luft zu erzielen. Selbst während des Rekordversuchs wird der vollelektrische Antriebsstrang mit einer Energieeffizienz von 90 % arbeiten – emissionsfrei. Ein Formel-1-Rennwagen zum Beispiel erreicht eine Energieeffizienz von lediglich 50 %.

Neben dem ACCEL-Projekt arbeitet Rolls-Royce mit weiteren Partnern zusammen, um den CO2-Ausstoß in der Luftfahrt zu verringern. So gibt es mit Airbus eine Partnerschaft für das E-Fan X technology demonstrator Projekt, in dem es um die Entwicklung von hybrid-elektrischen Verkehrsflugzeugen im Maßstab der heutigen Single-Aisle-Familie (A320) geht. Außerdem arbeitet Rolls-Royce mit Widerøe, der größten regionalen Fluggesellschaft in Skandinavien an einem Forschungsprogramm zum emissionsfreien Luftverkehr zusammen. Die Fluglinie will seine regionale Flotte von über 30 Flugzeugen bis zum Jahr 2030 ersetzen und elektrifizieren.


 

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