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The Architectural Drawing Prize 2018

The Architectural Drawing Prize 2018

Das World Architecture Festival hat die Gewinner des diesjährigen Architecture Drawing Prize bekannt gegeben. Als Gesamtsieger zeichnete die hochkarätige Jury den chinesischen Architekten Li Han vom auf Architekturzeichnung spezialisierten Drawing Architecture Studio (DAS) in Peking aus. Die Arbeit mit dem Titel „The Samsara of Building No. 42 on Dirty Street“ ist eine chronologische, visuelle Erzählung über die Entwicklung eines Wohngebäudes in Peking im Zeitraum 2008 bis 2017. Aus ursprünglich gewöhnlichen Apartments wurden nach und nach Büros, bis schließlich die Regierung den Komplex abreißen ließ und wiederum der Nutzung als Wohnraum zuführte.

Jurymitglied Narinder Sagoo, Senior Partner bei Foster + Partners: „Diese Zeichnung stellt sich den Vorurteilen gegenüber digitalen Präsentationen entgegen. Sie erzählt Hunderte von Geschichten über einen Zeitraum von neun Jahren, in denen sich die Architektur, die Stadt und das Leben der Menschen verändert haben. Für jeden Architekten ist es wichtig, das Leben von Gebäuden im Lauf der Zeit zu betrachten. Die Zeichnung fängt die Energie des Projekts ein. Man kann die Geschwindigkeit der Stadt fühlen und den Lärm hören. Es ist ein modernes Archigram, aber auch ein Schritt in Richtung Zukunft, weshalb es ein verdienter Gesamtsieger ist.“

Der Award wurde in drei Kategorien vergeben: Handzeichnung, hybrid und digital. Li Han als Gesamtsieger gewann auch die Digital-Kategorie. In der Kategorie „Hybrid“ zeichnete die Jury die Arbeit von Lukas Göbl aus, vom österreichischen Büro göbl architektur ZT GmbH. Mit „City of Beautiful Bodies“ liefert Göbl einen Beitrag zu einem fortlaufenden Zeichenprojekt ab, das sich mit der Idee von Utopia und ihrer Rolle in der zeitgenössischen Gesellschaft auseinandersetzt. Utopia wird hier nicht nur als ein Ort betrachtet, sondern auch als Prozess. „Das ist ein schönes Beispiel für eine Handzeichnung nicht als Endprodukt, sondern als erfolgreiches Design- und Denkwerkzeug. Es geht um das Zeichnen als Prozess, nicht als Endergebnis“, sagt Jurymitglied Farshid Moussavi über Göbls Zeichnung.

In der Kategorie „Hand Drawing“ siegte Carlijn Kingma vom gleichnamigen Büro mit der Arbeit „The Babylonian Tower of Modernity“. Die Zeichnung stellt die Geschichte des Turmbaus von Babel im Licht der zeitgenössischen Religion – dem Kapitalismus dar. Sie visualisiert die Idee, dass Social Media und die digitale Kommunikation zu einer immer größeren Polarisierung der Gesellschaft führen. Ein Widerspruch zum Vertrauen auf den technologischen Fortschritt, der zu einer immer besseren Welt führen soll. Jurymitglied Ken Shuttleworth, Gründer von Make Architects: „Da ist eine unglaubliche zeichnerische Technik mit geschickter Darstellung von Detail, Schattierung und Tiefe. Die Art und Weise, wie sie durch Räume führt, ist phänomenal. Das kann man tagelang betrachten.“

Die Gewinner und die Beiträge der Shortlist sind noch bis 18. November im Sir John Soane’s Museum in London zu sehen. Danach werden sie während des World Design Festivals (28. – 30. November) in Amsterdam präentiert. Im Rahmen des Festivals werden auch die Kategorie-Gewinner und der Gesamtsieger geehrt.

The Architectural Drawing Prize wird vom World Architecture Festival, vom Architekturbüro Make und vom Sir John Soane’s Museum veranstaltet. Das Besondere an diesem Preis ist, dass er sowohl digitale Arbeiten und hochwertige Renderings auszeichnet, als auch die – nach wie vor – Wichtigkeit von Architekturzeichnungen mit der Hand hervorhebt.

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