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TOP 15 Designleuchten: Hightech und Poesie

von Caroline Wanderberg
Designleuchten: Hightech und Poesie

Künstliches Licht bedeutet, die Tätigkeiten des Tages auch am Abend und in der Nacht fortsetzen zu können. Leuchten erfüllen eine visuelle Funktion, indem sie die Dunkelheit erhellen und damit Sicherheit, Atmosphäre und Flair schaffen. Als eine der faszinierendsten Produktkategorien vereinen Designleuchten Hightech, Formschönheit und Poesie in Objekten, die enorm vielfältig sein können. Die Vorstellung von neuen und außergewöhnlichen Leuchtenkreationen ist einer der Schwerpunkte bei formfaktor. In der jüngsten Galerie finden sich Leuchtenobjekte für den Außenbereich, Kombinationen aus Duft und Licht sowie Gestaltungsideen, die die herkömmliche Wahrnehmung der Realität infrage stellen.

Lauschige Sommernächte am Strand können mit dem richtigen Licht noch stimmungsvoller werden. Outdoorspezialist Diabla hat eine Reihe von Leuchten im Programm, die zum einen tragbar und batteriebetrieben bequem mitgenommen werden können und zum anderen als Lichtskulpturen, die Landschaften mit künstlerischer Atmosphäre aufladen. Ebenfalls für den Außenbereich hat Philippe Starck für Flos In Vitro kreiert. Hier macht sich der französische Designer Gedanken über die Beziehung zwischen Glashülle und Leuchtmittel. Denn immer mehr verschwindet die Hülle zugunsten des Lichts. Es handelt sich um eine poetische Dematerialisierung der Beleuchtung. Auch Nendo lieferte 2019 eine Outdoor-Leuchtenkollektion für Flos. Mit Heco verbinden die japanischen Kreativen zwei unterschiedliche Möbelkategorien in einem Objekt: Side-Table und leuchtende Kugel. Den Tisch gibt es sowohl quadratisch als auch rechteckig, wobei das Objekt aus zwei tisch-ähnlichen Strukturen besteht, die sich ein gemeinsames Tischbein teilen, das gleichzeitig ein Scharnier ist. Der niedrigere Rahmen bildet den Beistelltisch, der höhere trägt die Lichtkugel, wobei der Eindruck entsteht, der filigrane Metallrahmen würde sich unter dem Gewicht der leuchtenden Kugel verbiegen. Die faszinierende Idee daran, ist der Gedanke, dass Licht ein bestimmtes Gewicht hat. Der Name der tragbaren Leuchte Milk von Ethimo beschreibt genau ihr Aussehen. Die traditionelle Milchkanne stand hier Pate. Materialien wie sandgestrahltes Glas, Teakholz und Leder vereinen sich in diesem kabellosen Hybridsystem, das mit Solarenergie versorgt wird. Milk kann im Freien aufgestellt oder aufgehängt werden. Design: Emmanuel Gallina.

 

Bei der diesjährigen Euroluce hat Lichtvisionär Davide Groppi eine ganze Reihe von Leuchten präsentiert, wovon wir auf formfaktor einige bereits vorgestellt haben. Nun reichen wir weitere Kreationen nach, mit denen den Italiener einmal mehr beweist, dass er zu den herausragendsten Meistern des Lichts gehört. Diesmal geht es weniger um die technologisch-philosophische Seite Groppis, sondern um die Poesie. Moon zum Beispiel entstand aus den Gedanken, den Mond in die heimischen vier Wände zu bringen. Das japanische Papier, das den Diffusor bekleidet, wird von Hand hergestellt, wodurch jede Leuchte ein Unikat ist. Mit Ombra wagt sich Davide Groppi in die Welt der Düfte vor, denn er ist der Meinung, dass Parfüm genauso wie Licht eine Geschichte erzählt. Die zarte Leuchte ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Groppi und Giovanna Zucconi von Serra & Fonseca, die die Geschichten von Menschen in Düfte verwandelt. Im Fall von Ombra ist das Holz und Erde auf einem dunklen, mysteriösen Hintergrund, der zu einem Lächeln wird. Passend dazu besteht die Leuchte aus Glas und Messing – ein ungewöhnliches Lichtobjekt. Pagina erzählt ihre Geschichte mit nur drei Teilen: einem Blatt Papier, einem Stift und einer LED. Das Papier ist mit Mikrosaugnäpfen versehen, damit die Leuchte an der Wand befestigt und bewegt werden kann, wodurch dreidimensionale Effekte entstehen. Der Stift erzeugt Guillochen aus diffusem Licht. Pigreco verbindet die beiden Materialien Holz und Glas. Die Kristallkugel, die zur Hälfte aus Milchglas besteht und nach Belieben positioniert werden kann, sitzt auf einem Holzsockel, wo sich auch die unsichtbare LED befindet, die das Innere der Kugel beleuchtet. Je nachdem, wie man die Kugel dreht, entstehen neue Licht-Schatten-Bilder auf den umgebenden Oberflächen.

Wiederauflagen erfolgreicher Leuchten aus der Vergangenheit sind eine beliebte Verkaufsstrategie. Kürzlich hat FontanaArte seine Ikone abat-jour in neuen Farben herausgebracht. Für das Unternehmen ist es nach wie vor ein Bestseller, der 1954 von Max Ingrand designt wurde und ursprünglich 1853 hieß. Giuseppe Di Nuccio, CEO von FontanaArte sieht es als wichtige Aufgabe, das eigene Erbe neuen Generationen zugänglich zu machen – zeitgemäße Farben sind dafür ein probates Mittel. Eine ganz neue Tischleuchte ist kumo im Design von no-made für pulpo. Die Inspirationen dafür stammen sowohl von traditionellem japanischen Papierlaternen als auch von den Wolkengebilden im Himmel. Daraus entstand eine harmonische Kombination aus mundgeblasenem Glas – Milchglas oder Rauchglas – und einer Basis aus Kalkstein, farblich abgestimmt. Etwas ganz anderes macht Matteo Ugolini für Karman mit der Produktkategorie Tischleuchte. Er montiert die althergebrachte Form kurzerhand an die Wand, wodurch der Eindruck entsteht, der Raum wäre etwas in Unordnung geraten oder in teilweiser Schwerelosigkeit gefangen. Das Ganze funktioniert auch mit Stehleuchte. Die Märchenhaftigkeit dieser Idee kumuliert in der Namensgebung: Alì e Babà. Auf dem Boden der gewohnten Realität bleibt die Leuchtenserie Lens von MUT für LZF. Die Form des Holzfurniers besteht aus fließenden Linien, die ein Oval oder einen Kreis bilden. Der Lampenschirm ist mit einer Basis aus Metall verbunden. Lens gibt es als Tisch- und Stehleuchte.

Vom Boden an die Decke. Liaison von Sara Moroni für Axolight spielt mit den geometrischen Archetypen Kugel, Kreis und Zylinder. Die Designerin kombiniert daraus eine elegante Hängeleuchte aus Metall und mattem Gold. Der Halbkreis steht im Zentrum, darunter hält der Zylinder die LED-Lichtquelle und die Kugel am oberen Ende des Halbkreises dient der statischen Balance. Mit der modularen Leuchtenkollektion Tube gestaltet Ichiro Iwasaki nicht bloß die Decke, sondern auch den dreidimensionalen Raum, denn sein System aus Leuchtenstäben und verschiedenen Lampenschirmen verteilt sich sowohl horizontal als auch vertikal auf verschiedene Höhen. Die notwendige Stromversorgung wird damit zum gestalterischen Element. Hersteller: Vibia. Die Leuchte Mito von Occhio begeisterte durch ihre perfekte Kreisform, die allerdings an einer Stelle unterbrochen war. Dann hat Occhio-Gründer und Designer Alex Meise den Kreis vollends aufgelöst und daraus eine ebenso perfekte Linie gemacht. Mito linear ist ein ganzheitliches System mit sehr reduziertem Design und modernster Technologie – inklusive „touchless control“ und „color tune“. Durch verschiedene Oberflächen, wie Weiß matt, Schwarz matt, Silber, Gold matt oder den metallenen PVD-Oberflächen Rosé Gold und Bronze eignet sich diese Leuchte vorrangig für Objektbereiche, erschafft aber auch im privaten Rahmen exakte Lichtgestaltungen, die sich angenehm zurückhalten.

 

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