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Wenn der Ausstellungsraum zum Kunstwerk wird

von redaktion
Work-in-Progress für die Ausstellung LO·CO·MO·TIVE. © Sophie Tottie

LO·CO·MO·TIVE bringt ab 15. August zwei Künstlerinnen zusammen, deren Arbeiten sich seit Jahren mit den Grenzen zwischen Kunst, Architektur und gesellschaftlichem Raum beschäftigen. Im Lokstallet im schwedischen Strömstad treffen die schwedische Künstlerin Sophie Tottie und die US-amerikanische Künstlerin Rita McBride auf einen Ausstellungsort, dessen industrielle Vergangenheit dabei selbst zum Teil der künstlerischen Auseinandersetzung wird.

Tottie, 1964 in Stockholm geboren, arbeitet mit Malerei, Zeichnung, Objekten und Video. Ihre Werke untersuchen situationsbezogene, politische und historische Fragestellungen und setzen individuelle Erfahrungen in Beziehung zu übergeordneten Strukturen. Ihre Arbeiten waren unter anderem im Museum of Modern Art in New York und auf der Biennale von Venedig zu sehen. 2026 erhielt sie zudem den Paul-Hedqvist-Preis der Königlich Schwedischen Akademie der Schönen Künste.

Sophie Tottie und Rita McBride. Fotos © Vasilis Theodorou (links) / Anne Pöhlmann (rechts)

Rita McBride, Jahrgang 1960, bewegt sich zwischen Skulptur, Architektur und öffentlichem Raum. Bekannt wurde sie unter anderem durch groß dimensionierte Arbeiten wie „Mae West“ in München, eine 52 Meter hohe Konstruktion aus Carbonfaserröhren. Auch ihre Arbeit „Arena“ zeigt, dass McBride nicht allein die Form eines Objekts interessiert, sondern dessen Verhältnis zum Publikum und zu den Aktivitäten, die darin stattfinden. Von 2013 bis 2017 leitete sie als erste Frau die Kunstakademie Düsseldorf.

Für LO·CO·MO·TIVE haben beide Künstlerinnen das Lokstallet als aktiven Bestandteil des Projekts einbezogen. Die ehemalige Lokomotivenwerkstatt mit ihren Gleisen unter dem Boden, Metallträgern und großen roten Toren wird damit vom bloßen Ausstellungsort zum Material. In einer gemeinsamen Residenz im KKV Bohuslän entwickelten Tottie und McBride ihre Arbeiten im Dialog mit diesem spezifischen Ort. So entstand eine Ausstellung, in der nicht nur Kunst im Raum präsentiert wird, sondern Raum selbst zur künstlerischen Fragestellung wird.

LO·CO·MO·TIVE, Lokstallet Strömstad, 15. August bis 27. September 2026, Mittwoch bis Sonntag 12–16 Uhr.


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