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Wiener Verkehrsbetriebe testen E-Busse

von redaktion
Wiener Linien testen eCitaro

Bereits im Januar 2019 testeten die Wiener Linien einen eCitaro von Mercedes Benz. Nun wird dieser Test ausgeweitet und vom 22. April bis 6. Mai ist dieses Modell auf der Linie 57A unterwegs. Wie schon im Vorjahr ist die Benützung dieses Busses auch diesmal wieder gratis. Der Test von E-Bussen fällt in ein Jahr, das die Wiener Linien zum Jahr der Öko-Busse erklärt haben und gleichzeitig in eine sehr schwierige Zeitperiode. Entsprechend den COVID-19-Maßnahmen bleiben im E-Bus – wie auch in allen anderen Bussen – zum Schutz des Lenkers /der Lenkerin, die vorderen Türen geschlossen und der Bereich rund um den Fahrer/die Fahrerin ist abgesperrt. Auch im eCitaro gilt Maskenpflicht.

Umweltstadträtin Ulli Sima sieht Wien als Pionier in puncto klimafreundlicher Mobilität: „Am Weg zur Klimamusterstadt Wien leisten die Öffis einen ganz zentralen Beitrag. Im heurigen Jahr der Öko-Busse wollen wir gemeinsam mit Busherstellern entscheidende Fortschritte machen, die den hohen Ansprüchen der Fahrgäste standhalten. Neben der E-Mobilität haben wir auch die Wasserstofftechnik auf dem Radar.“

Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat der Bushersteller die Effizienz des eCitaro erhöht. Der Fokus wurde dabei auf Energieeinsparungen beim Antrieb gelegt und der Energieverbrauch pro gefahrenem Kilometer verringert. Durch verschiedene Features sinkt der Energiebedarf für Heizung, Lüftung und Klimatisierung im Vergleich zum aktuellen Citaro mit Euro-VI-Motor um rund 40 Prozent. So wird die Dachklimaanlage in der kalten Jahreszeit zusätzlich als Wärmepumpe genutzt und stellt damit eine effektive Heizung und Klimatisierung des Innenraums sicher. Sämtliche Wärme abgebenden Komponenten sind miteinander vernetzt, um den Energieaufwand für deren Kühlung auf ein Minimum zu reduzieren. Beim Bremsen werden die Elektromotoren zu Generatoren und wandeln die kinetische Energie des Fahrzeugs in Strom um. Dieser wird wiederum in die Batterien zurück gespeist. Die Ladung der Busse erfolgt vorerst in der Garage. Zur Steigerung der Reichweite kann der eCitaro über Dachstromabnehmer zwischengeladen werden. Mercedes Benz gibt für den zwölf Meter langen, knapp 90 Personen fassende Bus eine Reichweite von mindestens 150 Kilometer ohne Zwischenladung bei hochsommerlichen Temperaturen an.

Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien, sieht sein Unternehmen in Sachen E-Mobilität als Vorreiter: „Die Innenstadtlinien 2A und 3A sind bereits seit 2013 komplett auf Acht-Meter-E-Busse umgestellt. Jetzt wird es immer wichtiger, auch Normalbusse mit diesem umweltfreundlichen Antrieb einzusetzen. Innerhalb eines Jahres sind beim E-Antrieb massive Entwicklungsschritte zu erwarten. Deshalb haben sich die Wiener Linien für einen erneuten Testbetrieb des Busses entschieden. Nur wenn wir auch das adaptierte Fahrzeug im Fahrgasttestbetrieb genau unter die Lupe nehmen können, wissen wir, ob es unseren hohen Ansprüchen auch genügt.”

2021 beginnen die Wiener Linien mit der Ausschreibung für 62 Normalbusse mit reinem Elektroantrieb sowie 10 Normalbussen mit Brennstoffzellen-Wasserstoffantrieb. 2024 folgt die Ausschreibung für die seit 2013 auf den Linien 2A und 3A eingesetzten E-Kleinbusse. Die ersten emissionsfreien Busse werden ab 2023 im Fahrgastbetrieb unterwegs sein, spätestens 2027 werden insgesamt 82 Busse mit alternativem Antrieb die Euro-6-Busflotte verstärken. Die Investitionskosten betragen 25 Millionen Euro.

Im Süden Wiens, in Siebenhirten, wird dafür ein Kompetenzzentrum für E-Busse entstehen – inklusive eigener E-Busgarage. Im Norden Wiens, in der Garage Leopoldau, soll eine Wasserstoff-Tankstelle aufgebaut werden, um erstmals Wasserstoff als Antriebsform zu testen. Bereits ab Juni 2020 soll der erste H2-Testbus im Einsatz sein.


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