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Zurück ins Leben – Beiruts Burj El Murr

von redaktion

Die Arbeiten des libanesischen Studios JPAG bewegen sich zwischen Architektur und Digital Art mit einem starken Hang zum Geschichtenerzählen. Dabei verbinden die kreativen Köpfe, der seit 2014 tätigen Gruppe das Realistische mit dem Utopischen. Die Erzählung „Coming Back To Life“ ist im Herzen von Beirut angesiedelt. Der Film stellt einen Versuch dar, zu zeigen, was ein architektonisches Konzept sein kann. Sie selbst nennen es ein modernes Märchen. Und wie bei Märchen üblich sind die Hintergründe und Vorgänge mitunter brutal. So auch hier, denn die Geschichte erzählt die Leidenschaft eines Architekten für den Burj El Murr, den Turm der Bitterkeit, ein hoch aufragendes Monument der Erinnerung an den Bürgerkrieg (1975 – 1990). Der Bau am 40 Stockwerke umfassenden Hochhaus wurde aufgrund des Krieges 1978 eingestellt. Das geplante Bürohaus wurde zu einem Unterschlupf für Scharfschützen, die vom Turm aus, der einen hervorragenden Überblick in alle Richtung bot, ihrem tödlichen Geschäft nachgingen.

Die Düsterkeit des Films entspricht der geschichtlichen Bedeutung des Monuments. Und doch geht es hier um die Wiederauferstehung eines Symbols des Krieges als einem Leuchtturm der Hoffnung im Chaos der Hauptstadt. Ein metallener Rahmen legt sich um den Turm – von unten nach oben – und gibt dem Haus eine neue Struktur, um die Leere mit Leben zu füllen, das sich nach und nach hier entwickeln könnte. Am Boden beginnen Bäume und Gras den leeren Raum mit neuem Leben zu füllen. Regen begleitet die meisten der fünf Kapitel des Films. Das Grün der Vegetation und Wasser sind Sehnsuchtsfixpunkte im Nahen Osten. Zum Schluss erhebt sich der Turm mit neuer Fassade aus der Silhouette der Stadt. Der Burj El Murr ist vom Tode auferstanden. Die Zeit ist gekommen.

 

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