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20 Jahre iF Design Talent Award

von redaktion
iF Design Talent Award 22, Acorny

Seit zwei Jahrzehnten unterstützt iF Design die junge Designergeneration mit dem Preis iF Design Talent Award. Nun wurden die Preisträger des Jahres 2022 in Valencia, der diesjährigen Designwelthauptstadt, ausgezeichnet. 85 Konzepte, die auf die Lösung der SDGs der Vereinten Nationen ausgerichtet sind, erhielten einen Preis. Für zehn davon vergab die Jury außerdem ein Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro. Die Gewinner kommen aus Deutschland, Belgien, China, Großbritannien, Indien, Japan, Kanada, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Südkorea und den USA. Sie wurden aus 6.400 Einreichungen ausgewählt.

Die Gewinner der Geldpreise

„TrashBoom“ ist eine schwimmende Barriere von Moritz Schulz (Bergische Universität Wuppertal), die Plastikmüll in Flüssen auffangen und verhindern soll, dass er in die Ozeane gelangt. „Der attraktivste Aspekt dieses Projekts ist seine Machbarkeit, die auf kostengünstigen und technisch einfachen Lösungen beruht, die in armen Regionen sofort umgesetzt werden können“, urteilte die Jury und sprach dem Projekt 8.000 Euro Preisgeld zu. Mit der gleichen Summe wurde „Farmland Guardian“ von Chien-Chen Lai aus Taiwan belohnt. Es handelt sich um ein landwirtschaftliches Gerät, das Heuschrecken anlockt und sie durch bionische Nepenthes (Kannenpflanze) in Dünger umwandelt. Das soll die wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Verluste durch Heuschreckenplagen im Nahen Osten und in Afrika verringern.

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„Terracotta Valley Wind“ ist ein Projekt einer Gruppe der Tama Art University in Tokio. Dieses Verdunstungskühlsystem wurde entwickelt, um U-Bahn-Stationen im Sommer zu kühlen und den Energieverbrauch zu senken. Terrakotta ist ein kostengünstiges und leicht zugängliches Tonmaterial. Dank seiner porösen Beschaffenheit kann Wasser schnell verdunsten, während gleichzeitig die ungenutzte Windressource in U-Bahnhöfen aufgefangen wird. Ebenfalls 8.000 Euro gab es für eine Arbeit von Jasmin Galle, Theresa Betz und Maja Lewandowski von der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. Sie schufen mit „Federal Ministry of the Youth“ ein Zukunftsszenario für Politik und Gesellschaft. Die Jury meinte: „Dies ist eine originelle und skalierbare Idee, die jungen Menschen eine Stimme gibt und gleichzeitig dringende politische Fragen aufgreift. Die Schaffung eines Jugendministeriums ist ein logischer Schritt, um die neue politische Generation zu stärken.“

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Immerhin 3.000 Euro erhielt das Projekt „Sensory Healing Behavioral Health Clinic“ aus Taiwan. Chih-Yun Tseng, Chen-Hsuan Lee und Han-Yu Lai entwickelten eine dreigeteilte Klinik für Verhaltensmedizin, in der je nach Bedarf unterschiedliche Raumumgebungen geschaffen werden können. Die Jury: „Der große Wert dieses Entwurfs liegt in dem ihm zugrundeliegenden Konzept der Schaffung einer speziellen Architektur für heilende Umgebungen.“ Das Lernspielzeug „Acorny“ von Jaeyoung Myung und Soyoung Lee aus Südkorea ermöglicht es Kindern, Programmieren intuitiv zu verstehen. Die Jury lobte den Entwurf mit den Worten: „Dieses Projekt führt Kinder auf intuitive Art und Weise in rechnerische Fähigkeiten ein. Durch die Verwendung des Motivs des Verarbeitungsflusses verstehen Anfänger intuitiv rechnerische Konzepte.“

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Die Lösung von Aleksandra Radlak von der Kunstuniversität Linz für das Problem des einschränkten Kontakts von Eltern und Frühchen hat bereits den österreichischen James Dyson Award 2021 gewonnen. Nun erhält Radlak 3000 Euro von iF Design für ihre Idee einer kommunikativen Verbindung mittels eines Elterngeräts und einer Säuglingsmatratze. Damit werden Daten gesammelt, gesendet und empfangen wie Berührungen, Brustbewegungen, Herzschlag oder Körperwärme. Im Projekt „All Seasons Protective Aid“ von Jaxon Pope und Riccardo Centazzo (Lund University, Schweden) geht es um den Schutz von Obdachlosen vor den Elementen. Das System lässt verschiedene Konfigurationen zu, die bei allen Wetterbedingungen sicherere und komfortablere Wohn-/Schlafräume schaffen können. Durch die Verwendung lokal verfügbarer Ressourcen kann das System kleiner verpackt werden als die meisten Isolierprodukte, was die Transportkosten senkt und die Geschwindigkeit der Verteilung erhöht.

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Chao Chun Kung aus Taiwan hat mit „Organic Purify Blocks“ ein System für ökologische Stadtplanung kreiert. Es hat mehrere Ebenen. Die organischen Stoffe im Wasser werden zunächst herausgefiltert. Das gefilterte Flusswasser bildet einen Wasserfall, der für Abkühlung sorgt und das Problem der Eutrophierung mildert. Gleichzeitig ist es ein urbaner Lebensraum für Vögel und andere Tiere. Ein weiteres Projekt, das von der Jury 3.000 Euro zugesprochen bekommt, hat sich Chunxu Zhou (Guilin University of Technology, China) ausgedacht. Es wurde ein Set von 48 seltenen und bedrohten Tierarten entwickelt, das das Bewusstsein für gefährdete Tiere vor allem bei Kindern schärfen soll. Die Art der Gestaltung ist äußerst anziehend und freundlich ausgefallen. Dabei wurden originale Tierbilder mit Computersoftware bearbeitet. Schließlich brachten die Designer die Bilder auf Plakate, Taschen, Kugelschreiber, Briefpapier oder Apps an und starteten so eine Aufklärungskampagne.

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