Der japanische Architekt Tsuyoshi Tane steht im Mittelpunkt eines Interviews, das unlängst auf dem Louisiana Channel veröffentlicht wurde. Gedreht in seinem Pariser Atelier, gibt der Film Einblick in eine architektonische Haltung, die Vergangenheit nicht als Referenz, sondern als aktives Fundament zukünftigen Bauens versteht.
Tane beschreibt Zeit als kontinuierlichen Prozess und Erinnerung als kollektives Gedächtnis, das sich über Generationen hinweg verdichtet. Architektur begreift er entsprechend als Mittel, die verborgenen Schichten eines Ortes freizulegen.
Diese Herangehensweise fasst Tane unter dem Begriff „Archaeology of the Future“ zusammen. Sie prägt seine Arbeit nicht erst seit der Gründung von ATTA – Atelier Tsuyoshi Tane Architects im Jahr 2017. Zu seinen bekanntesten Projekten zählen das Estnische Nationalmuseum in Tartu, das Hirosaki Museum of Contemporary Art sowie die Neugestaltung des Hôtel de la Marine in Paris. Auch künftige Großprojekte wie das neue Imperial Hotel Tokyo folgen diesem Prinzip.
Das Interview, das von Marc-Christoph Wagner geführt wurde, unterstreicht Tanes internationale Bedeutung und seine Rolle als Architekt, der Erinnerung als gestaltende Ressource versteht.
Copyright: Louisiana Museum of Modern Art, 2026
Louisiana Channel wird unterstützt von Den A.P. Møllerske Støttefond.
Kamera: Simon Weyhe
Schnitt: Nanna Dahm
Produktion: Marc-Christoph Wagner