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Eystur Town Hall von Henning Larsen, Foto: Nic Lehoux

Büchertipps für Design- und Architekturliebhaber*innen

Die letzten Wochen des Jahres sind meist von nebligem bis kalt-nassem Wetter geprägt. Gut, dass gegen Ende hin ein paar freie Tage warten. Für Menschen, die von verwandtschaftlichen Verpflichtungen nicht völlig vereinnahmt werden, ist dies die beste Zeit, um ein gutes Buch zu lesen. Freunde von Architektur und Design sollten einen Blick in die hier vorgestellten Neuerscheinungen werfen.

Ein auf den ersten Blick gewagtes Vorhaben sind René Spitz und Marcel Trauzenberg angegangen. „100 Bücher, die alle Designer kennen sollten“ lautet der großspurige Titel. Schon im Vorwort stellen die beiden allerdings klar, dass es hier nicht um eine Liste von Büchern für Designer*innen geht, die sie lesen sollten, um erfolgreich zu sein, sondern vielmehr wurden 100 Designer*innen befragt, welches Buch für sie persönlich wichtig war und ist bzw. welches Werk sie für professionelle Gestalter*innen für besonders empfehlenswert erachten. Ruedi Baur, Mattali Crasset, Saskia Diez, Naoto Fukasawa, Alfredo Häberli, Steven Heller, Fons Hickman, Ross Lovegrove, Ingo Maurer, Mike Meiré, Stefan Sagmeister, Inga Sempé, Hanne Willmann u.v.a. erzählten von ihren individuellen Lieblingsbüchern im Hinblick auf ihren Berufsstand. (100 Bücher, die alle Designer kennen sollten. 14,1 x 21 cm, 212 S., Hardcover, 100 Abb. ISBN 978-3-89986-319-2. Verlag: avedition)

Schrille Design-Disco

Für Designliebhaber, die den ewigen Minimalismus Leid sind, bietet dieses Buch eine willkommene Inspirationsquelle. Luke Edward Hall ist jung, talentiert und sehr erfolgreich. Sein Stil ist schrill-bunt, lebensfroh und vor allem anders. Der Zugang des Londoners zum Design ist am besten mit den Begriffen skurril und optimistisch zu beschreiben. Er hat am Central Saint Martins College of Art and Design studiert und bereits für so namhafte Kunden wie Burberry, Svenskt Tenn, Christie‘s oder die Royal Academy of London gearbeitet. Die erste Monografie über das Ausnahmetalent ist bei teNeues erschienen. (Greco Disco. The Art and Design of Luke Edward Hall. 25 x 32 cm, 224 S., Hardcover mit Schutzumschlag, ca. 180 Farbfotos und Illustrationen, Englisch. ISBN: 978-3-96171-196-3. Verlag: teNeues)

 

Le Corbusier

Diese zwei Bücher gewähren Einblick in das Werk eines der wichtigsten Persönlichkeiten der Architekturgeschichte: Pavillon Le Corbusier Zürich erzählt von der peniblen Restaurierung dieses Architekturjuwels und einzigem Bau in der deutschen Schweiz. Der nach Le Corbusiers Proportionssystem Modulor entworfene Ausstellungsbau wurde von Silvio Schmed und Arthur Rüegg in den Originalzustand zurückgeführt. Fehlende Möbel wurden dafür detailgetreu rekonstruiert. Das Buch schildert die Ergebnisse ihrer tiefgehenden Forschungen, stellt den Experimentalbau in seinen historischen Dimensionen dar und zeigt bisher noch nie publiziertes Bildmaterial aus dessen Bauzeit. (PAVILLON LE CORBUSIER ZÜRICH. Restaurierung eines Architektur-Juwels. Hrsg. vom Amt für Hochbauten der Stadt Zürich, Silvio Schmed und Arthus Rüegg. Fotos: Georg Aerni. 23 x 28 cm, gebunden, 88 S., 85 farbige u. 19 SW-Abb. ISBN 978-3-85881-493-7. Verlag: Scheidegger & Spiess)

Bei avedition ist ein Werk über Le Corbusier erschienen, dass alle UNESCO-Welterbestätten des Meisters versammelt. Ein ausführlicher Bildteil stellt die Bauten einzeln vor. Im Textteil erläutern Experten den Prozess der transnationalen Bewerbung, das methodische Vorgehen und die Besonderheit des Werks von Le Corbusier. (Le Corbusier. Sein internationales Werk im Welterbe der UNESCO. Hrsg. v. Friedemann Gschwind. 21 x 27 cm, 144 S., Hardcover, ca. 150 Abb. ISBN 978-3-89986-317-8 Verlag: avedition)

 

Architektur in Buchform

Einem bisher völlig vernachlässigten Thema der österreichischen Architekturgeschichte ist der Band „Kalter Krieg und Architektur“ gewidmet. Das Buch zur gleichnamigen Ausstellung im Architekturzentrum Wien liefert eine gänzlich neue Perspektive auf das Verhältnis von Politik und Architektur im Hinblick auf den globalen Ost-West-Konflikt. Die Kulturpolitik der Briten, Amerikaner, Franzosen und Sowjets avancierte in Österreich zum Katalysator für ihre jeweilige weltanschauliche Gesinnung. (Kalter Krieg und Architektur. Beiträge zur Demokratisierung Österreichs nach 1945. Hrsg. v. Architekturzentrum Wien. Monika Platzer, Vorwort: Angelika Fitz, 20 x 27 cm, broschiert, 344 S., 193 farbige und 118 SW-Abb. ISBN 978-3-03860-168-5, Verlag: Park Books)

Ebenfalls bei Park Books ist ein Buch über die Arbeit des vor 20 Jahren gegründeten Büros pool Architekten erschienen. Im Zentrum stehen dabei die Überlegungen des Architektenkollektivs zur Wohnbaukultur. Das Werk zeigt auch, dass es in dem viel beackerten Feld Wohnen immer noch unentdeckte Spielräume gibt, die für Entwerfer*innen neue Möglichkeiten bereithalten. (Poolologie des Wohnens. Hrsg. v. Pool Architekten. Mit Texten v. Raphael Frei, Mathias Heinz u. Simone Jeska. Vorwort: Martin Steinmann. 24 x 33 cm, gebunden, 440 S., 30 farbige u. 365 SW-Abb., 287 Grundrisse u. Pläne. Deutsch u. Englisch. ISBN 978-3-03860-088-6. Verlag: Park Books)

Das weltweite tätige dänische Architekturbüro Henning Larsen feiert sein 60-jähriges Bestehen auch mit einem Buch. „Es beginnt mit Neugier“ lautet der Titel. Auf über 300 Seiten gibt dieses Werk Einblick in sechs Jahrzehnte Architekturentwicklung aus Dänemark. 2019 ist ein besonderes Jahr für die Dänen, nicht nur wegen des 60ers, im August haben Henning Larsen den European Prize for Architecture gewonnen. Das Buch ist entweder online oder über ausgewählte Buchhändler ab Dezember erhältlich. (It Begins with Curiosity. Texte: Hans Ibelings, Kahterine Eloise Allen, Kent Martinussen. 21 x 27 cm, 304 S., Hardcover, Englisch, ISBN: 978-91-87543-85-2, Verlag: Arvinius + Orfeus)

Von 60 auf 6. Gerade einmal 6 ¼ Jahre ist das Studio Team V Architecture alt. Dennoch lohnt es sich bereits jetzt, einen Blick in den ersten Überblicksband des Amsterdamer Büros zu werfen. Der Titel „Architecture and Argument“ ist gut gewählt, denn bei Team V Architecture entwickelt sich das architektonische Erscheinungsbild zwangsläufig immer aus einer tiefgehenden Debatte über das Bauen an einem bestimmten Ort. Die Form sei eben nicht frei wählbar, sondern die logische Konsequenz aus den vorangegangenen Diskussionen darüber. (Architecture and Argument. Hrsg. v. Team V Architecture, Text: Hans Ibelings. 24 x 32 cm, broschiert, 288 S., 250 Abb., Englisch. ISBN 978-3-7757-4591-8. Verlag: Hatje Cantz)


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