Home Innovation Von KI bis 3D-Mammografie – Erfinder des Jahres 2019
Erfinder des Jahres 2019

Von KI bis 3D-Mammografie – Erfinder des Jahres 2019

Die Nummer eins in der Anmeldeliste des Europäischen Patentamtes heißt Siemens. Im Geschäftsjahr 2019 hat das Unternehmen 3.750 Patente eingereicht und hält derzeit bei über 68.000 erteilten Patenten. Diese enormen Zahlen haben eine ganz konkrete Grundlage – den Erfindergeist der Mitarbeiter*innen. Hinter jeder Patentanmeldung steht eine Innovation, die dem Forscherdrang von engagierten Wissenschaftler*innen entsprungen ist. Siemens sieht diese außergewöhnlichen Leistungen als Basis für den Geschäftserfolg und ehrt seit 1995 jährlich herausragende Forscher*innen und Entwickler*innen des Hauses. Seit 2016 können auch Erfinder außerhalb des Unternehmens ausgezeichnet werden.

Als „Erfinder des Jahres 2019“ hat Siemens 23 Forscher*innen ausgezeichnet. Der Großteil kommt aus Deutschland, aber auch Erfinder*innen aus den USA, Russland, China, Großbritannien, Spanien, Italien und Rumänien haben besonderes geleistet. Die Erfindungen decken die gesamte Palette von Siemens ab. Roland Busch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Siemens AG sagt: „Unsere Erfinder arbeiten konkret an den großen Herausforderungen unserer Zeit. Sie legen die Grundlage für Fortschritt und schaffen nachhaltige Werte für unsere Kunden und die Gesellschaft – das ist der Zweck von Siemens.“

Open Innovation

Die 23 ausgezeichneten Wissenschaftler*innen sind für insgesamt rund 1.450 Erfindungen und 1.500 erteilte Einzelpatente verantwortlich. Das Motto der diesjährigen Prämierungsrunde lautete: „Träume: Das Unmögliche möglich machen“. Diesem Leitsatz entsprechend wurde in der Kategorie „Herausragende Erfindung“ etwa ein Team ausgezeichnet, das sich mit eFuels beschäftigt. Die Erfinder*innen verbinden klimaschädliches Kohlendioxid mit Wasserstoff zu einem für die Umwelt nicht schädlichen Kraftstoff. Im Bereich 3D Mammography erhielt Anna Jerebko eine Auszeichnung. Mit ihrer Arbeit will sie kleinste Gewebeveränderungen mit neuen Bildgebungsverfahren sichtbar machen, damit Ärzte Karzinome oder Anomalien so früh wie möglich erkennen können. Dafür hat die Forscherin von Siemens Healthineers Algorithmen entwickelt. Ein wichtiger Siemens-Geschäftsbereich ist dem Thema alternative Mobilität gewidmet. In diesem Feld arbeitet ein Team an der Elektrifizierung von älteren Bahnstrecken. Mit ihrer Entwicklung kann dies bewerkstelligt werden, ohne Brücken und Tunnel kostenintensiv umbauen zu müssen. Ein weiteres Team, das für seine „herausragende Erfindung“ prämiert wurde, hat ein KI-Modul für Industriesteuerungen entwickelt, das nur so groß wie eine Postkarte ist. Dadurch wird Kunden ermöglicht, ihr eigenes neuronales Netzwerk zu betreiben. Das Modul wird einfach an die Simatic-Steuerung angesteckt. Daten können damit direkt analysiert und das Ergebnis an die Steuerung übermittelt werden. Ein Beispiel wäre die Anwendung mit einem autonomen Roboter. Ein Algorithmus errechnet aus Daten einer 3D-Kamera am Roboterarm die optimalen Greifpunkte eines beliebigen Objekts vor ihm.

 

Lifetime Achievement

In der Kategorie „Lebenswerk“ wurden zwei Forscher ausgezeichnet, die in ihrer Karriere eine Fülle von Erfindungen auf den Weg gebracht haben. Das Erfolgsrezept von Michael Clossen-von Lanken Schulz ist, ständig Technologien aus allen Fachgebieten im Auge zu behalten und sich mit den jeweiligen Experten auszutauschen, um Ideen für neue Anwendungen zu finden. Der Principal Key Expert von Siemens Gas and Power zeichnet für an die 80 Patente verantwortlich und hat Siemens damit an die Weltspitze im Bereich Prüf- und Wartungsverfahren für Gas- und Dampfturbinen gebracht. Derzeit forscht er an einem Roboter, der auch mit Menschen zusammenarbeiten kann, einem sogenannten Cobot (Kollaborativer Roboter). Eine Koryphäe im Feld der Künstlichen Intelligenz ist Justinian Rosca. Er gehört zu den Pionieren auf diesem Gebiet und forscht heute daran, wie Roboter und Transportfahrzeuge ihre Umgebung wahrnehmen und sich darin selbstständig und sicher bewegen können. Die Herausforderung dabei ist, der schnelle Empfang und die Verarbeitung der optischen und akustischen Signale. Aufgrund dieser Informationen können Vorhersagen getroffen und Entscheidungen gefällt werden, die ein sicheres, für andere Verkehrsteilnehmer ungefährliches Vorankommen garantieren.

 

Talents

Die Zukunft der Forschung liegt wie überall auch hier in den Händen der jungen Menschen. In der Kategorie „Talente“ werden die Leistungen von jüngeren Erfinder*innen ausgezeichnet. Lucia Mirabella ist eine von ihnen. Sie ist Expertin für generatives Design. Das heißt, sie bringt Computern bei, neue Designansätze zu entwickeln. Komplexe mathematische Verfahren ermöglichen neue Designs von Systemen oder Objekten und machen sie effizienter. Die Mathematikerin erforscht derzeit Kräfte, Verformungen und innere Spannungen, um dann mit generativen Algorithmen völlig neue Formen für herkömmliche Objekte zu finden. Dieses Thema steht in engem Zusammenhang mit dem 3D-Druck, der ganz neue Möglichkeiten im Fertigungsprozess bietet. Ein weiteres „Talent“ ist Arwyn Thomas von Siemens Gamesa. Er arbeitet an Windanlagen mit Direktantrieb, die die Kraft des Rotors über einen Generator direkt in Strom umwandeln. Der 36-jährige Erfinder hat dazu beigetragen, bei einer 6-Megawatt-Offshore-Turbine das Drehmoment des Generators zu verdoppeln. David Grodzki von Siemens Healthineers macht Kernspinaufnahmen leiser. Er arbeitet daran, Aufnahmezeiten zu verkürzen, Schnittbilder zu verbessern, und hat es geschafft, das typische Geräusch von Magnetfeldresonanztomografen um bis zu 97 % zu dämpfen.

 

Design and User Experience

Industriedesignerin Luo Cha Liu von Corporate Technology in China und der Maschinenbauingenieur Hai Liu von der Abteilung Internet of Things haben die Embedded City Box (ECB) entwickelt. Indem sie Daten sammelt, ist diese Box die Basis für das digitale Management von Städten. Es geht darum, durch Technologie das Leben in stark belasteten Ballungsräumen zu verbessern. Die ECB ist ein Gerät für das Internet der Dinge und sichtbarer Teil der Connected City Solution. Es enthält verschiedene Sensoren und Kameras und überwacht die Luftqualität oder die Verkehrslage. Mithilfe von Prognose- und Simulationswerkzeugen lassen sich verschiedene Handlungsstrategien erarbeiten und vergleichen.


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