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BWM Architekten modernisieren Foyer der Wiener Staatsoper

von redaktion
BWM, Wiener Staatsoper

Leider sind die Aufführungen in der Wiener Staatsoper noch bis 28. Februar ausgesetzt. Auch die beliebten Guided Tours können nicht durchgeführt werden, stattdessen hat sich das berühmte Haus am Ring eine Kunst- und Architekturausstellung in Form eines Rundgangs einfallen lassen. Teil dieses Rundgangs ist auch das kürzlich eröffnete Opernfoyer mit Besucherzentrum, das vom Wiener Büro BWM Architekten neu gedacht wurde. Als Gewinner eines geladenen Wettbewerbs haben BWM Architekten dafür ein offenes Konzept für eine zukunftsfähige, vielseitige Nutzung entwickelt. „Der Raum wird nunmehr, ohne weitere Abteilungen, als ein Ganzes wahrgenommen – man spürt die Höhe, die Weite“, erläutert BWM-Projektleiterin Ingrid Schmid. Das zentrale Element dieses Raums ist ein knapp 20 Meter langer Tisch, der tagsüber dem Kartenverkauf, der Information sowie als Shop dient und sich abends in eine Bar bzw. in einen community table verwandelt. „Auch weil der Kartenverkauf zunehmend im Internet stattfindet, wollten wir die Funktionalität des Tresens weitgehend flexibel und auch für zukünftige Anforderungen möglichst vielseitig einsetzbar gestalten“, erklärt BWM-Mitgeschäftsführer und Architekt Johann Moser.

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Hochwertige Materialien, offene Nutzung

Für den aus drei Teilen bestehenden Tisch wurden – dem Ort entsprechend – hochwertige Materialien verwendet. Die Platte besteht aus dunkelgrünem Marmor, an dem ein „Vorhang“ aus Messing hängt. Der untere Teil ist aus gebeiztem Eichenholz gefertigt. Das prägendste Element des Tisches ist die gerillte Oberfläche, eine Neuinterpretation der Rillen an den Säulen des Raumes. Diese Neuinterpretation der Kanneluren wiederholt sich im halbrunden Bar-Element, das den Raum abschließt. Nicht nur dieser Einbau ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das Opernfoyer in Zukunft mehr sein soll. Ein geselliger Ort für Opern- und Musikfans in Wien, ein Treffpunkt. Für Vorstellungsbesucher*innen wird dadurch die Möglichkeit geschaffen, auch nach Ende einer Aufführung hier zu verweilen. Im Café bieten Sofas in klassischer Form sowie Sitzbänke in grünem Samt entlang der Fensterfront eine bequeme Möglichkeit, sich hier länger aufzuhalten. Der gesamte Raum kann auch für Premierenfeiern oder Vermietungen verwendet werden.

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Lichtdesign im Opernfoyer

Im Bewusstsein, dass es sich hier um eines der kulturell bedeutendsten Häuser der Welt handelt, haben BWM Architekten sowohl die ursprüngliche Architektur aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als auch die Veränderungen von Erich Boltenstern aus den 1950er-Jahren (Wiederaufbau) im Auge behalten. Eine Besonderheit ist die veränderbare Beleuchtung, die installiert wurde. Dafür arbeitete das Architekturbüro mit Lichtdesigner Christian Ploderer zusammen und entwickelte ein Konzept, dessen zentrales Objekt ein geschwungenes Lüsterband aus Messing ist, das an ein animiertes und wieder erstarrtes Notenblatt erinnert oder mit den 270 LED-Lichtrohren aus Mattglas an Orgelpfeifen. Ploderers „Bolstenstern-Luster“ beleuchtet tagsüber mit neutralem weißem Licht und schafft am Abend mit gedimmtem Warmlicht stimmungsvolles Flair. Die Lichtfarbe kann also je nach gewünschtem Ambiente verändert werden. Große Kegelschirmleuchten aus gebürstetem Messing, teilweise gerändelt und mit Holzelementen, beleuchten Tisch- und Wandbereiche. Zudem unterstützt das Lichtkonzept auch die Wegführung.


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