Wie die Organisatoren der Cersaie bekannt geben, liegen die endgültigen Zahlen der jüngsten Ausgabe der internationalen Messe für Keramikfliesen und Badezimmerausstattung bei 94.577 Eintritten (-0,8 % gegenüber 2024) mit einem Anteil von 47,5 % an internationalen Besuchern. Dieser im Grunde gleichbleibende Wert ist deshalb erstaunlich, da sich die derzeitige wirtschaftliche Lage als sehr ungünstig präsentiert. Die Messeorganisatoren sprechen von einer „schweren internationalen Krise“, in der sich das Messekonzept durchgesetzt habe. Nach wie vor sei die Veranstaltung in Bologna ein „weltweit einzigartiges … Schaufenster“.
Bei der 42. Ausgabe der Cersaie, die vom 22. bis 26. September stattfand, gab es sechzehn voll belegte Pavillons mit einer Gesamtfläche von 155.000 m², in denen 627 Unternehmen ausstellten, davon 343 aus dem Bereich Keramikfliesen, 98 aus dem Bereich Badezimmerausstattung, 186 aus den Bereichen Verlegung, Rohstoffe, neue Oberflächen und Dienstleistungen. Mit 243 ausländischen Ausstellern (39 % der Gesamtausstellerzahl) und der Vertretung von 29 Ländern konnte die Messe ihren internationalen Charakter sogar stärken. Der minimale Rückgang bei den Zahlen ergibt sich aus einem Anstieg der inländischen Besucher (49.671 im Vergleich zu 48.226 im Jahr 2024, +3 %) und einem Rückgang der internationalen Besucher um 4,6 % (44.906 im Vergleich zu 47.095).
„Die große Attraktivität der Cersaie hat es den ausstellenden Unternehmen ermöglicht, das Beste aus ihren Investitionen zu machen: Die Qualität der Händler, Architekten, Verleger und Immobilienbetreiber, die wir in Bologna getroffen haben, wurde von unseren Unternehmen an ihren Ständen gut wahrgenommen“, meint Augusto Ciarrocchi, Präsident der Confindustria Ceramica. Die italienische Keramikindustrie sei dank der getätigten Investitionen, des hohen Werts ihres Designs und ihrer Innovationen weltweit weiterhin führend.
Ciarrocchi gibt allerdings zu bedenken: „Wir sind täglich mit neuen Einfuhrzöllen, einem immer aggressiveren Dumping durch einige Länder und dem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen aufgrund der ideologischen Anwendung von Vorschriften wie dem ETS (Emissions Trading System) konfrontiert, die Mittel von den Investitionen abziehen, die für die Sicherung der Zukunft unserer Keramikproduktion unerlässlich sind.“ Die Vertreter der Branche versuchten diese Probleme während der Messe gegenüber der italienischen Politik darzulegen.
Gianpiero Calzolari, Präsident von BolognaFiere, sprach wiederum von einer Bestätigung für die Cersaie als internationale Referenzplattform für die Welt der Keramik. Es sei ein wichtiges Signal für die gesamte Branche gewesen.

Neben den Messeständen war auch das Zusatzprogramm von entscheidender Bedeutung für den Erfolg und die Relevanz der Veranstaltung. Filippo Manuzzi, Leiter Werbung der Confindustria Ceramica, betonte die 500 Teilnehmer der Lectio Magistralis von Elizabeth Diller sowie die Hunderte von Architekten, die am Programm „Costruire, Abitare, Pensare“ (Bauen, Wohnen, Denken) teilgenommen haben. 1.200 Schüler beteiligten sich am Unterricht in der „Lezione alla Rovescia“ (umgekehrte Vorlesung) und 300 am Career Day am Donnerstag. Auch die mediale Resonanz war enorm – mit 620 anwesenden Journalisten, von denen 150 bei der internationalen Pressekonferenz vertreten waren, und 18 Presse-Cafés, die während der fünf Messetage stattfanden.
Die nächste Ausgabe der Cersaie findet vom 21. bis 25. September 2026 in Bologna statt.