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Die Gewinner des one&twenty Nachwuchswettbewerbs

von Markus Schraml
21, teg-radio

Die Sieger des vom deutschen Rat für Formgebung ausgerichteten internationalen Newcomer-Wettbewerbs „one&twenty“ stehen fest. Die Jury wählte aus 545 Einsendungen junger Designschaffender von 134 Universitäten aus 53 Ländern 21 Winner-Projekte aus. Die Preisverleihung wird anlässlich des Salone del Mobile in Mailand stattfinden.

Ein ausgezeichnetes Projekt, das sich mit alternativen Rohstoffen auseinandersetzt, ist „NakedPak“. Die israelische Designerin Naama Nicotra (Holon Institute of Technology) verwendet für ihre Lebensmittelverpackung nicht konventionellen Kunststoff, sondern Naturmaterialien, die großteils aus Algen gewonnen werden. Das Besondere daran ist, dass die Verpackung Teil der Mahlzeit wird. Zum Beispiel ist ein Bündel Spaghetti in eine Schicht Bioplastik gemischt mit Tomatensoße gewickelt. Sobald es in Kontakt mit heißem Wasser kommt, lösen sich die natürlichen Zutaten auf.

„NakedPak“ ist ein Projekt der israelischen Designerin Naama Nicotra, in dem sie sich mit essbaren Verpackungen beschäftigt. © Naama Nicotra

Die Schwedin Sophie Jungkvist (The Swedish School of Textiles) beschäftigt sich in ihrem Projekt „Woven Change, Shifting Expressions“ mit der Beweglichkeit von bzw. in Webstrukturen. Dafür hat sie eine Reihe interaktiver gewebter Vorhänge kreiert, die sich verschieben lassen, wodurch man sie auf einfache Art in Transparenz, Muster sowie Farbe verändern kann.

Die Schwedin Sophie Jungkvist thematisiert mit „Woven Change, Shifting Expressions“ die Beweglichkeit von bzw. in Webstrukturen. Foto © Sophie Jungkvist

Justus Hilfenhaus (Deutschland) hat in einer Seminararbeit an der Schweizer ECAL das teg-radio (thermoelectric generated radio) entwickelt. Es ist ein selbstladendes und energieerzeugendes Küchenradio, das die Wärme einer Backofenglasscheibe nutzt und sie in Elektrizität umwandelt. So wird die Energie, die normalerweise verloren geht, aufgefangen und wiederverwertet.

Das teg-radio von Justus Hilfenhaus ist ein selbstladendes Küchenradio, das die Wärme einer Backofenglasscheibe nutzt und sie in Elektrizität umwandelt. Foto © Justus Hilfenhaus

Der „Urban Coolspot“ von Julia Sulikowska (Polen) ist eine Masterarbeit an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Es handelt sich um eine modulare Struktur, die Regenwasser speichert. Das Wasser wird über poröse Tonmodule aufgesogen und durch die Kapillarwirkung im Material verteilt. Diese skalierbare Klimaanpassungsmaßnahme greift das Problem der Hitzeinseln in Städten auf und erfordert keine teure Sanierung oder Energieversorgung.

Beimp „Urban Coolspot“ von Julia Sulikowska (Polen) handelt sich um eine modulare Struktur, die Regenwasser speichert. Das Wasser wird über poröse Tonmodule aufgesogen und wieder verteilt. Foto © Julia Sulikowska

Seine Leidenschaft für Musikinstrumente hat Manuel Steffan (Deutschland) in ein besonderes Soundsystem übersetzt. „Bing!“ ist eine Art Musikspiel/Kompositionstool, mit dem visuell Melodien komponiert werden können. Farbige Aluminiumstäbe, die auf Töne gestimmt sind, können frei und in verschiedenen Abständen arrangiert werden. Mithilfe eines schiebbaren Schlegels werden sie gespielt. Bei dieser Masterarbeit geht es um spielerisches Lernen, wodurch ein einfacher Zugang zur Musik sowie die Schaffung von Musik ermöglicht wird.

„Bing!“ von Manuel Steffan ist ein Musikspiel/Kompositionstool, mit dem visuell Melodien komponiert werden können. Foto © Manuel Steffan

„Airolid“ ist eine aufblasbare Pendelleuchte von Magdalena Fahrner (Deutschland). Durch Luft werden die beiden Teile der Leuchte miteinander verbunden. Basis ist ein Zylinder, der aus Folienstreifen besteht. Der darüber geschobene Ring beherbergt das Leuchtmittel. Erst durch Aufblasen des Zylinders wird der Ring fixiert und mit der Folie verbunden. Diese Arbeit entstand an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.

„Airolid“ ist eine aufblasbare Pendelleuchte von Magdalena Fahrner. Foto © Magdalena Fahrner

Ein künstlerisches Projekt hat die Deutsche Leonie Burkhardt für ihre Masterarbeit an der Swedish School of Textiles umgesetzt. Mit „Woven Forms“ bringt sie das Webhandwerk in die dritte Dimension. Die Erzeugnisse aus Jacquard-Webstühlen sind üblicherweise zweidimensional, Burkhardt hat es allerdings geschafft, durch mehrlagiges Weben sowie dem Einsatz von auf Hitze reagierenden Schrumpfgarn komplett gewebte, skulpturale Objekte zu kreieren. Diese Formen sind allein durch den Webprozess und nicht etwa durch Zusammennähen entstanden.

Mit ihren künstlerischen „Woven Forms“ bringt Leonie Burkhardt das Webhandwerk in die dritte Dimension. Foto © Leonie Burkhardt

Die Preisverleihung des internationalen Wettbewerbs wird im Rahmen des Salone del Mobile am 17. April 2023 ab 19 Uhr stattfinden. An diesem Abend zeichnet der Rat für Formgebung neben 20 Winner-Projekten auch ein Designtalent mit dem Label „Best of Best“ aus. Die Projekte werden in einer Ausstellung, gestaltet vom dänischen Designbüro TABLEAU, präsentiert.


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