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Die Jury des DIVIA Award – Architekturpreis für Frauen

von redaktion
DIVIA Award

Im Juni 2021 wurde der Verein „Diversity in Architecture“ gegründet, der sich zum Ziel gesetzt hat, Frauen in der Architektur mehr Sichtbarkeit zu verleihen. Zu diesem Zweck wurde ein Architekturpreis angekündigt, der sich ausschließlich an Architektinnen richtet. Nun wurde die Jury des DIVIA Award bekannt gegeben. Die im Zwei-Jahres-Rhythmus vergebene Auszeichnung kann für die Ausgaben 2023 und 2025 mit hochkarätigen Jurymitgliedern aufwarten.

Wie Dr. Ursula Schwitalla und Christiane Fath (Vorständinnen von Diversity in Architecture) in Berlin mitteilten, werden Martha Thorne, Sol Camacho und Odile Decq der Jury angehören. Noch unbestätigt sind die Juroren Hashim Sarkis und David Adjaye. „Ich freue mich, ein Jury-Mitglied des ersten Diversity in Architecture-Awards zu sein“, sagte Thorne. „Ich interessiere mich leidenschaftlich für Architektur und auch dafür, neuen Talenten, aber vor allem Frauen und Minderheiten, das Feld zu öffnen. Sie haben so viel zur Architektur beizutragen (…) und ihre Arbeit wurde bisher unfairerweise benachteiligt. (Wir sollten) Diversität zur Priorität machen, um die interessantesten und positivsten Entwicklungen zu ermöglichen.“

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Zu den weiteren Mitwirkenden des Awards zählen unter anderem die Botschafter Annabelle Selldorf, Regine Leibinger, Angelika Fitz und Dirk Boll sowie die Donators COPRO, Zaha Hadid Architects, der Medienpartner World-Architects und das deutsche Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.

Rollenbilder vor den Vorhang

Das Verhältnis zwischen Architektinnen und Architekten in puncto Architekturpreisen liegt weltweit bei 20 zu 80 %. „Das müssen wir ändern. Der Preis soll die Arbeit von Frauen würdigen und anerkennen“, so Ursula Schwitalla, Vorständin des Vereins, der den Preis vergibt. Sie ist die Kuratorin der Vortragsreihe „Architektur Heute“ an der Tübinger Universität und die Herausgeberin der 2021 mit dem Hatje Cantz Verlag veröffentlichten Publikation Frauen in der Architektur. „60 % der Architekturstudenten in Deutschland sind Frauen, im Beruf tätig sind allerdings nur 34 % und lediglich 10 % führen ihr eigenes Büro. Wir wollen junge, angehende Architektinnen inspirieren, indem wir für sie Rollenbilder wahrnehmen und auszeichnen“, betonte Schwitalla.

Dr. Ursula Schwitalla und Christiane Fath sind Vorständinnen von „Diversity in Architecture“. © Jasmin Schuller

Die Kunsthistorikerin Christiane Fath fungiert bei „Diversity in Architecture“ als stellvertretende Vorständin. Die in Italien, Deutschland und Syrien ausgebildete Architektin und Kuratorin ist bereits über 20 Jahre immer wieder auf der Suche nach jungen Talenten. Vergangenes Jahr kuratierte sie mit Kolleginnen die Ausstellung und das mit dem Jovis Verlag publizierte Buch ArchitektinnenBDA, in dem 50 BDA-Architektinnen vorgestellt werden.

Unverzichtbares Potenzial

„Das Potenzial junger, kreativer Frauen in der Architektur ist für unsere Gesellschaft wertvoll und unverzichtbar“, meinte Fath, die das interdisziplinäre Studio C.FATH Architecture Communication, mit Fokus auf Architekturkonzepte leitet. „Ich habe als Galeristin und Kuratorin viele neue Talente beobachtet, die einen besonders feinen Umgang mit Raum, Poesie, konzeptionellem Entwerfen und Ressourcen haben. Nicht besser und nicht schlechter als die männlichen Kollegen, aber wenige davon haben sich durchgesetzt, sind sichtbar geworden oder haben sich auf dem Markt behauptet. Unser Ziel ist es, junge Frauen darin zu bestärken, ihren Weg mit eigenem Büro zu gehen, aber auch aufzuzeigen, dass sie, egal für welches Lebensmodell sie sich entscheiden, progressiv-erfolgreiche Architektinnen werden können.“

Das aus zwölf Personen bestehende Advisory Board wird im Oktober 2022 die Longlist mit 30 Nominierten der Jury übergeben. Im Februar 2023 soll dann die Shortlist bestehend aus fünf Architektinnen verkündet sowie die Gewinnerin bekannt gegeben werden. Die Preisverleihung wird im Mai 2023 in Berlin und Venedig, parallel zur 18. Architekturbiennale, stattfinden. Die Gewinnerin wird mit einem Preisgeld in der Höhe von 20.000 Euro ausgezeichnet. Die fünf Architektinnen aus der Endauswahl sollen in einer Publikation in Zusammenarbeit mit dem Hatje Cantz Verlag und in einer Ausstellung in Wien, São Paulo und Berlin gewürdigt werden.


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