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Die Stadt als Ressource – Vienna Design Week 2023

von redaktion
VDW 23, Kampagne

Das Programm der diesjährigen Vienna Design Week (VDW), die vom 22. September bis 1. Oktober läuft, ist bereits weit gediehen und das Organisationsteam stellt laufend neue Inhalte vor. Ein spannender Programmpunkt, der bereits Anfang des Jahres in die Wege geleitet wurde, sind drei Challenges, die die VDW gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Wien zum Thema „Stadt als Ressource“ ausgeschrieben hatte. In der Folge wurden die Unternehmen Arkeon, City Farm Augarten und Wiener Gusto nominiert. Nun stehen auch die Designstudios, die mit den Unternehmen kooperieren, fest. Diese Zusammenarbeit soll dazu beitragen, Veränderungsprozesse in der urbanen Lebensmittelversorgung anzustoßen.

Heimatliche Sojabohne

Unter dem Namen Wiener Gusto vermarktet der Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien seit 2022 verschiedene auf den Ackerflächen der Stadt angebaute Bioprodukte. Zum Beispiel Wildfleisch aus den Eigenjagden. Der Partner von Wiener Gusto für die VDW-Challenge ist die Innovationsagentur Beyond Projects – das Thema: die Sojabohne. Unter dem Titel „Heimat – die Bohne, die Stadt und die Kunst“ beschäftigen sich Anke Noack und Olivia Ahn von Beyond Projects mit der nicht ganz naheliegenden Beheimatung von Soja in Wien. Im Zentrum steht dabei die sensorische Ausarbeitung einer Kulturpflanze und die Verbreitung des bewussten Konsums in der Öffentlichkeit.

„Heimat – die Bohne, die Stadt und die Kunst“, Beyond Projects / Wiener Gusto. © Anke Noack / Vienna Design Week

Sinnliche Erfahrung des Essens

Im Projekt „Amino Feast – Alchemy with Proteins“ arbeitet Arkeon mit Studio z00 und Magdalena Weiss an einer immersiven Erfahrung mit rituellem Charakter. Die in Form eines Festmahls inszenierte Installation soll die sinnliche Wahrnehmung als Voraussetzung für die Akzeptanz neuartiger Nahrungsmittel verdeutlichen. Die Gestalterinnen verlagern den Fokus vom Verbrauchen zum Essen und vertiefen so die starke Wirkung von Geschmacks- und Sinneserfahrungen. Die Tafel folgt dem Vorbild historischer Festmahle und lädt dazu ein, mit allen Sinnen in die Welt des Essens einzutauchen.

„Amino Feast – Alchemy with Proteins“, Studio z00 / Magdalena Weiss / Arkeon © studio z00, Vienna Design Week

Das Wiener Unternehmen Arkeon hat eine innovative Methode zur Herstellung von Aminosäuren aus Kohlendioxid entwickelt. Das Forschungs- und Architekturstudio Studio z00 von Sophie Schaffer und Katharina Sauermann arbeitet an der Schnittstelle von Raumgestaltung und Kultur. Studio z00 kuratiert und produziert architektonische Designs, Veranstaltungen, Installationen und Szenografien. Die Arbeiten wurden auf Architekturbiennalen in Tallinn, Venedig und Wien sowie der Mailänder Designwoche gezeigt. Magdalena Weiss ist Designerin für UX und Food. Ihr Interesse gilt systemischen Designansätzen, insbesondere von Lebensmittelsystemen und Benutzeroberflächensystemen.

Gemüse selbst anbauen

Die Initiative City Farm Augarten im Wiener Augarten verschreibt sich seit 2012 dem nachhaltigen Gemüse- und Obstanbau im urbanen Raum mitsamt der niederschwelligen Vermittlung des entsprechenden Wissens. Inspiriert von dieser Leitidee sowie dem Konzept der „Sozialen Skulptur“ und der dafür exemplarischen Aktion „7000 Eichen“ von Joseph Beuys haben die Wiener Designstudios Liquid Frontiers und Vandasye eine Toolbox mit analogen und digitalen Werkzeugen entwickelt, die es Nutzern erlaubt, Ableger der City Farm Augarten an neuen Orten der Stadt zu gründen und gemeinschaftlich zu betreuen. Wie das funktioniert, kann anhand einer prototypischen Parzelle im Innenhof der Festivalzentrale (magdas Hotel, 2. Bezirk) getestet werden.

„Growing the City Farm“, Liquid Frontiers / Vandasye / City Farm Augarten. © Vandasye, Vienna Design Week

Liquid Frontiers ist ein Designstudio und Produktionsbüro mit Sitz in Wien. Seit der Gründung im Jahr 2000 durch Sabine Dreher und Christian Muhr hat der „think-and-do-tank“ eine Vielzahl an Ausstellungen, Publikationen, Veranstaltungen – schwerpunktmäßig in den Bereichen Design, bildende Kunst und Architektur – konzipiert und realisiert. Frühzeitig Veränderungen zu erkennen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, gehört zu den Kernkompetenzen des Studios.

Das Wiener Designbüro Vandasye wurde 2008 vom Grafikdesigner Georg Schnitzer und dem Industriedesigner Peter Umgeher gegründet. Einer nachhaltigen Gestaltung von Produkten und Ausstellungen verpflichtet, erhebt das Studio den Anspruch, dass ein Projekt nicht in erster Linie einen kommerziellen Nutzen für das Unternehmen besitzen soll, sondern vor allem für die Nutzer zweckmäßig, inspirierend und wirkungsvoll sein muss.

Diese drei Challenges laufen im erfolgreichen VDW-Format „Urban Food & Design“. Begleitend zur Ausstellung findet das gemeinsam mit KOMPOST studio kuratierte Symposium „Die Stadt als Ressource“ statt. Ein sinnlicher Performance-Salon der Künstlerin Maja Renn mit dem Chefkoch Piotr Matkowski runden das Programm ab.


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