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Ein Raum der Chancengleichheit – United in Design

von Markus Schraml
United in Design

Die Unterdrückung von Schwarzen ist besonders in den USA ein systemimmanenter Vorgang. Ungleiche Behandlung und Chancen aufgrund von Hautfarbe, Herkunft oder ethnischer Zugehörigkeit gibt es aber weltweit. Vor einigen Wochen haben sich die beiden britischen Designerinnen Alexandria Dauley und Sophie Ashby zusammengetan und die Initiative United in Design gestartet. Damit soll mehr Chancengleichheit speziell im Bereich Interieurdesign Einzug halten und benachteiligten jungen Menschen der Zugang zur Designindustrie erleichtert werden. Dies wollen Dauley und Ashby durch den Aufbau eines Partner-Netzwerks erreichen. Design-Profis sollen ihr Wissen mit dem Nachwuchs teilen und Tür und Tor öffnen, um ihnen den Zugang zu dieser Industrie zu ermöglichen. Dazu wurde von United in Design ein Sieben-Punkte-Forderungsplan erstellt. Zukünftige Mitglieder müssen sich verpflichten, mindestens drei dieser Punkte umzusetzen. Am Beginn steht die Bildung, schulische Programme, Lehrstellen, Berufsberatung und vor allem Mentoring. Für diesen Bereich sind bereits zwei wichtige Partner mit an Bord: Creative Mentor Network und Interior Educators. Weitere Punkte im Forderungsplan sind etwa generell die Unterstützung für mehr Vielfalt in der Branche über die jeweils zur Verfügung stehenden PR- und Presse-Plattformen. Mitglieder von United in Design sollen außerdem Schlüsselkompetenzen in Coaching und Mitarbeiter*innenführung entwickeln, wobei es dabei vor allem um die Berücksichtigung von Inklusionskonzepten geht sowie darum, die eigenen Rekrutierungsprozesse und -strategien zu überprüfen.

Als konkrete Maßnahmen sollen Partnerbüros ihre Türen für Schüler zwischen 16 und 18 in Form von Schnuppertagen oder einer Erfahrungswoche öffnen. Mentoring ist ein weiterer Punkt: Damit sollen Menschen aller Altersgruppen angesprochen werden. Sowohl Branchenanfänger als auch Arbeitsrückkehrer*innen (etwa aus dem Mutterschaftsurlaub). Dieses Mentoring soll mindestens vierteljährlich persönliche Treffen via Videoanruf beinhalten.

Designprofis sollen ihr Know-how verstärkt in Kunstschulen, Designcolleges und Universitäten einbringen. Für diese Forderung verfügt United in Design mit Interior Educators über einen starken Partner, der bereits über Beziehungen zu mehr als 50 Ausbildungs- und Master-Kursen in Designschulen und Universitäten in ganz Großbritannien verfügt. Schließlich sollen sich Mitglieder verpflichten, einer Person eine mindestens 3-monatige bezahlte Ausbildung anzubieten. Das Ziel ist, jedem erfolgreichen Bewerber / jeder erfolgreichen Bewerberin insgesamt ein Jahr ununterbrochene Beschäftigung auf vier verschiedene Unternehmen aufgeteilt zu bieten. Die Bewerber*innen werden aus einem Pool von Absolvent*innen ausgewählt.

Der Mangel an Vielfalt in unserer Branche ist ein komplexes Problem. Wir wissen, dass wir noch früher ansetzen müssen, um den Mangel an Bewerbungen zu beheben, von Leuten, die bisher vielleicht übersehen, beiseitegeschoben wurden oder Schlimmeres. Wir wissen auch, dass im Bereich Kommunikation noch viel zu tun ist. Aber hier können wir einen Raum der Chancengleichheit schaffen“, schreiben Dauley und Ashby auf United in Design. Innerhalb der britischen Designindustrie gibt es verhältnismäßig wenig Personen, die aus schwarzen, asiatischen oder ökonomisch schwachen Communities stammen. 

Auslöser zur Gründung dieser Initiative waren die Vorgänge um den von einem Polizisten getöteten Schwarzen George Floyd und die darauf folgenden massiven Proteste. Diese Ereignisse haben das Bewusstsein geschärft, dass es in der Gesellschaft eben keine gleichen Chancen gibt und das vor allem schwarze Menschen in der westlichen Welt schlechtere Karten haben, eine erfolgreiche Karriere zu beginnen – ganz abgesehen von einem Schicksal, das mit Gefängnis oder Tod einhergeht.

In diesem Video (über den Kanal der London Design Fair) spricht Alexandria Dauley über Sinn und Zweck von United in Design und die konkreten Möglichkeiten, die damit verbunden sind.

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