Home Energy Erforschung der Energiezukunft in Wien – sie wird vernetzt sein

Erforschung der Energiezukunft in Wien – sie wird vernetzt sein

von redaktion
Aspern Smart City Research

Die Stadt Wien begann gemeinsam mit Siemens bereits im Jahr 2013 das Forschungsprojekt Aspern Smart City Research (ASCR). Dabei geht es um die Energiezukunft im urbanen Raum unter Nutzung modernster Technologien. Nun ist das Projekt bei der Hälfte der zweiten Forschungsphase angelangt.

Das grundlegende Ziel der ASCR ist es, marktnahe, skalierbare und wirtschaftliche Lösungen zu entwickeln und das Energiesystem effizienter und klimafreundlicher zu machen. Im Zuge des Energieforschungsprojekts sollen komplexe energiepolitische Fragestellungen aus wesentlichen Bereichen des Energiesystems – interdisziplinär und anhand von Echtdaten und Betriebserfahrungen aus Feldtests – beantwortet werden. Zudem passt das Siemens-Team die Forschungsfragen laufend an aktuelle Herausforderungen an. „Der Schlüssel liegt eindeutig in der Weiterentwicklung unserer Städte und der Nutzung modernster Technologien. Um den stetig steigenden Energiebedarf zu decken, müssen daher alle möglichen Technologien, die CO2 reduzieren, zum Einsatz gebracht werden“, betont Siemens Österreich-Generaldirektor Wolfgang Hesoun.

Dass dieses Forschungsprojekt auch internationales Interesse ausgelöst hat, zeigen die zahlreichen Delegationen aus aller Welt, die den ASCR-Showroom jedes Jahr besuchen. Laut Hesoun begegnet man den Herausforderungen in puncto Klimakrise am besten mit engen umfassenden Kooperationen zwischen Stadtentwicklern, Energieanbietern, Netzbetreibern, Wohnungswirtschaft, Bauträgern und Industrie „Diese haben wir hier – im Übrigen auch dank der Unterstützung von Bewohnerinnen und Bewohnern – in Teilen der Seestadt Aspern gefunden“, sagt Hesoun.

Theorie in die Praxis tragen

Das Forschungsprojekt im Wiener Neubaugebiet Seestadt Aspern befindet sich in der zweiten Phase, wobei der Schwerpunkt auf der Übertragung der erarbeiteten Lösungskonzepte in den laufenden Systembetrieb liegt. Diese Phase läuft noch bis 2023. Dabei spielt die Reduktion der Systemkomplexität für die Anwender und die Automatisierung von Betriebsprozessen eine wesentliche Rolle. Ziel ist die Schaffung von praxistauglichen Lösungen für Bewohner*innen, Netz- und Gebäudebetreiber sowie Energielieferanten. Die Basis dafür bildet die nahtlose Kommunikation von Gebäuden mit den Bewohner*innen, dem intelligenten Netz und Energiemärkten über Aggregatoren, Energiedienstleister und Handelsplattformen. Außerdem wird das smarte Laden von Elektro- und Hybrid-Autos erforscht und neue Ansätze der Bereitstellung thermischer Energie für dezentrales Heizen und Kühlen analysiert.

„Was im Rahmen der Forschungsgesellschaft pilotiert wurde, kommt auch bereits zum Einsatz, etwa in Österreich im Rahmen eines konkreten Projekts mit der Bundesimmobiliengesellschaft. Darüber hinaus finden die gewonnenen Erkenntnisse schon in neu entwickelten bzw. erweiterten Siemens-Produkten und -Lösungen ihren Niederschlag“, erläutert Hesoun. So wurde zum Beispiel das Building Energy Management System (BEMS) entwickelt, das eine lückenlose Energieverwaltung zwischen Gebäuden und Energienetzen ermöglicht und den energie- und kostenoptimierten Betrieb ganzer Gebäude sicherstellen kann. Oder mit der Desigo CC-Plattform entstand eine integrierte, skalierbare, offene Gebäudemanagement-Plattform, um leistungsstarke Gebäude zu handhaben.

Mehr Einsparungen durch solar

Die optimale Abstimmung verschiedener Komponenten hat im Forschungsprojekt ASCR zu erheblichen CO2-Einsparungen geführt. Aber bei entsprechenden Rahmenbedingungen (z. B. Nutzbarkeit von Sonne und Grundwasser) wäre noch viel mehr zu erreichen. Etwa können urbane Stadtteile heute schon thermisch autark und mit hohem eigenerzeugtem Energie-Anteil betrieben werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass je mehr erneuerbare Energie in das Netz eingespeist wird oder je mehr neue elektrische Verbraucher, wie E-Autos, zum Einsatz kommen, es desto eher zu einer Überlastung der Netze kommen kann. „Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, die Intelligenz von Gebäuden und Netzen zu erhöhen. Hier spielen modernste Monitoring- und Analysetools sowie intelligente Sensorik und digitale Managementsysteme eine vielfach noch unterschätze Rolle“, glaubt Hesoun.


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