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Frauen in der IT – Hedy Lamarr Preis für Laura Nenzi

von redaktion
Hedy Lamarr Preis für Laura Nenzi

Seit 2018 vergibt die Stadt Wien den Hedy Lamarr Preis. Geehrt werden Frauen, die im Bereich IT erfolgreich tätig sind. Lamarr war nicht nur ein in Wien geborener Hollywoodfilmstar, sondern auch Erfinderin. Sie erfand Anfang der 1940er-Jahre gemeinsam mit George Antheil ein Frequenzsprungverfahren, das es ermöglichte, Torpedos weniger leicht aufzuspüren. Zur damaligen Zeit wurde es zwar nie eingesetzt, das Prinzip findet sich jedoch in heutiger Kommunikationstechnik wie Bluetooth oder in frühen Versionen des W-lans wieder. Den mit 10.000 Euro dotierten Hedy Lamarr Preis erhält 2020 die am Institut für Computer Engineering der TU Wien tätige italienische Forscherin Laura Nenzi. Sie betreibt Grundlagenforschung im Bereich „Machine Learning“. „Um Modelle des ,Machine Learning‘ zu erklären und das Verhalten von cyber-physischen Systemen vorherzusagen, kombiniert Dr. Nenzi den streng logischen Zugang der Informatik mit ,deep mathematics‘“, erklärt Univ-Prof. Dr. Laura Kovacs in der Jurybegründung. „Die Resultate dieser Methodik lassen uns in Folge das ultimative Ziel erreichen, nämlich die vermeintlich ,schwarze Magie‘ der KI in einen erklärbaren und zugänglichen Ansatz für Expert*nnen und Endbenutzer*nnen zu übersetzen.“

Laura Nenzi bedankte sich mit den Worten: „Es ist mir eine große Ehre, diesen Preis zu erhalten. Erstens, weil ich in einem Informatikbereich arbeite, der weniger bekannt ist – ,Formal Methods’. Ich bin stolz, dieser speziellen ,Community’ Sichtbarkeit zu verleihen. Zweitens, weil Hedy Lamarr auch Schauspielerin war.“ Passenderweise hat Nenzi auch ein Faible für die Schauspielerei. Sie spielte während ihrer Schulzeit bereits Theater und hat in den letzten beiden Jahren damit begonnen, unter dem Namen „wissenschaftliches Theater“ fachübergreifende Projekte zu erarbeiten. Nenzi weiter: „Dieser Preis erfolgt zu einem Zeitpunkt meines Lebens, an dem ich verstanden habe, dass der Weg zur Gleichstellung der Geschlechter noch weit ist. Österreich ist ein hervorragendes Beispiel für ein Land, das Initiative ergreift, dieses Ziel zu erreichen. Ich bin froh, Teil des Wandels zu sein und vielleicht eine junge weibliche Generation zu einer wissenschaftlichen Karriere inspirieren zu können.“ Der Hedy Lamarr Preis hat explizit das Ziel, die Arbeit von Frauen in der Informationstechnologie und Forschung sichtbarer zu machen. Es geht um Vorbilder, die jungen Frauen Mut machen sollen, in diesem Bereich tätig zu werden.

Laura Nenzi ist promovierte Informatikerin. Ihre Dissertation schloss sie an der Scuola IMT Lucca (Italien) ab, zuvor studierte sie Mathematik an der Universität Triest. Sie arbeitete als Postdoc an der TU Wien, seit 2019 ist sie Projektassistentin am Institut für Computer Engineering der TU Wien, wo sie Co-Leiterin eines hochdotierten FWF-Projekts ist (im Rahmen des Programms „Young Independent Researcher Groups“). Zusätzlich hat sie eine Teilzeitstelle als Assistenzprofessorin an der Universität Triest.

Der Hedy Lamarr Preis wird jährlich von der Stadt Wien gemeinsam mit DigitalCity.Wien und Urban Innovation Vienna (ein Unternehmen der Wien Holding) verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert, die von Urban Innovation Vienna gestiftet werden.


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