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Handwerk für die Zukunft – Loewe Craft Prize 2019

von Caroline Wanderberg
Loewe Craft Prize 2019

Als Gegenpol zur rasant fortschreitenden Technologisierung in der Produktion gewinnt das Handwerk wieder an Bedeutung. Diese neue Wertschätzung entstammt der Suche nach verlässlichen Fixpunkten in einer immer komplexeren, unüberschaubareren Welt. Große Unternehmen – heute Luxusgüterkonzerne –, deren Erfolg auf dem viele Jahrzehnte alten Wissen in einem bestimmten Handwerk fußt, unterstützen diesen Trend. So fördert etwa das spanische Mode- und Lederaccessoirehaus Loewe mit dem 2017 von Chefdesigner Jonathan William Anderson über die Loewe-Stiftung ins Leben gerufenen Loewe Craft Prize die internationale Aufmerksamkeit für hochwertiges Handwerk.

In der aktuellen Ausgabe dieses Preises wurde nun die Shortlist bekannt gegeben. Ein Expertengremium wählte aus über 2.500 Einreichungen aus mehr als 100 Ländern die 29 Finalisten aus. Der enorme Anstieg an Bewerbungen um 44% beweist die schnell steigende internationale Relevanz dieses jungen Awards. Mit dem Loewe Craft Prize wird nicht nur die Bedeutung von Handwerk für die Geschichte der kulturellen Entwicklung des Menschen hervorgehoben, sondern vor allem auf die Wichtigkeit für zukünftige Qualitätsstandards in der präzisen und innovativen Bearbeitung von Materialien hingewiesen. Oder wie es Jonathan Anderson bei der Einführung ausdrückte: „Handwerk ist die Essenz von Loewe. Als eine Maison geht es bei uns um Handwerk im reinsten Sinne des Wortes. Hierin liegt unsere Modernität und sie wird immer relevant sein.“

Die unterschiedlichen Methoden, verwendeten Materialien und vielfältigen Arbeitstechniken der ausgewählten Werke stammen sowohl von jungen Talenten als auch von sehr bekannten Namen in der jeweiligen Branche. Die Shortlist-Ausstellung mit allen Arbeiten der 29 Finalisten wird in Isamu Naguchis Indoor-Steingarten „Heaven“ im Sogetsu Kaikan in Tokio von 26. Juni bis 22. Juli 2019 stattfinden.

Der Loewe Craft Prize ist mit 50.000 Euro dotiert. In der 11-köpfigen Jury sitzen Experten aus der Welt des Designs, der Architektur, Museumskuratoren, Kritiker und Journalisten – unter anderen Naoto Fukasawa (auch Direktor des Japan Folk Crafts Museum), Patricia Urquiola oder Deyan Sudjic (Direktor des Design Museum London).

In der formfaktor-Galerie sind Fotos der Arbeiten aller 29 Finalisten versammelt. Sie gibt einen schönen Einblick in die Vielfalt und Qualität zeitgenössischen Handwerks.

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