Mit den Holcim Foundation Awards 2025 werden Projekte ausgezeichnet, die den Wandel in Architektur und Bauwirtschaft vorantreiben. Insgesamt 20 internationale Gewinnerprojekte aus fünf Weltregionen zeigen, wie vielfältig nachhaltiges Bauen heute umgesetzt wird. Die Palette reicht von kleinen Bildungsbauten in Afrika bis hin zu großmaßstäblichen Stadtentwicklungen in Europa und Asien. Mit einem Preisvolumen von 1 Million US-Dollar zählen diese Auszeichnungen zu den global bedeutendsten Ehrungen im Bereich nachhaltiger Konstruktion. Die Bewertung folgt den vier Zielsetzungen der Stiftung: Uplifting Places (den Ort stärken), Healthy Planet (Schutz der natürlichen Systeme), Thriving Communities (Menschen in den Mittelpunkt stellen) und Viable Economics (wirtschaftlich tragfähige, reproduzierbare und skalierbare Lösungen). Die Stiftung betont, dass ein Projekt in allen vier Bereichen überzeugen muss, um ausgezeichnet zu werden.
Neue Preisstruktur
Erstmals ersetzt je ein Grand Prize pro Region die bisherige Abstufung in Gold, Silber und Bronze. Damit soll die Vielfalt überzeugender Lösungsansätze sichtbar bleiben, während herausragende Projekte zusätzlich hervorgehoben werden. Die fünf Hauptauszeichnungen werden am 20. November 2025 in Venedig vergeben und weltweit gestreamt. Alle 20 Gewinnerprojekte erhalten 40.000 US-Dollar, die Grand-Prize-Projekte jeweils weitere 40.000 US-Dollar. Unter den Preisträgern finden sich renommierte Büros wie Sasaki, BIG, Dorte Mandrup oder ZGF.

Nachhaltigkeit als Planungsgrundlage
Die prämierten Arbeiten zeigen deutlich, wie Architektur zur Lösung ökologischer und gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen kann. Entscheidende Leitlinien sind dabei lokal passende Materialien, die frühe Einbindung von Bewohnern sowie ein umweltfreundlicher Umgang mit Landschaft und Stadtraum. So entstehen zum Beispiel in Shenzhen städtische Flusslandschaften, die Erholung und natürliche Kühlung verbinden; in Madrid werden Landschaftssysteme als regenerative Kraft im Stadtraum genutzt; in Nigeria und Kenia fördern Schulprojekte Bildung und soziale Stabilität; in Brasilien oder Paraguay setzen urbane Initiativen auf ortsbezogene Identität und gemeinschaftliche Entwicklung.

Ein Credo der Umsetzbarkeit
Die Holcim Foundation betont, dass alle ausgezeichneten Projekte bereits in Entwicklung, aber noch nicht abgeschlossen sein müssen. Im Fokus steht der konkrete Beitrag zur Gegenwart – reproduzierbare, praxistaugliche Lösungen, die der Bauwirtschaft realistische Perspektiven eröffnen. Das Ziel ist die Vermittlung der Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit nicht allein über technische Kennzahlen definiert wird, sondern als zukunftsfähige Gestaltung der gebauten Umwelt zu verstehen ist – in ihrer ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Dimension. In einer Zeit, in der Städte weltweit vor großen Herausforderungen stehen, liefern die ausgezeichneten Projekte überzeugende Ansätze für eine lebenswerte Zukunft.
