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HyTrain: Erster Wasserstoff-Schmalspurzug

von redaktion
© Pixabay, Foto: Martin Str

Mit dem österreichischen Forschungsprojekt „HyTrain“ soll der weltweit erste wasserstoffbetriebene Schmalspurzug entwickelt und zur Marktreife gebracht werden. Neben dem Wasserstoff-Antriebsstrang muss auch eine entsprechende Wasserstoffinfrastruktur für Gewinnung, Speicherung und Betankung (mit grünem Wasserstoff) auf die Beine gestellt werden. „HyTrain“ ist Teil der österreichischen Wasserstoffinitiative Vorzeigeregion Austria Power & Gas (WIVA P&G) und wird von der Strategie- und Projektentwicklungsgesellschaft FEN Sustain Systems GmbH koordiniert. Horst Steinmüller, Vorsitzender des Vereins WIVA P&G in Linz sieht in Wasserstoff eine wichtige Alternative sowohl für Straße und Wasser als auch für die Schiene. „Dies gilt für den gesamten Schwerlastverkehr. Mit dem Projekt HyTrain gelingt es, die österreichische Kompetenz für die Entwicklung komplexer Gesamtlösungen für den öffentlichen Verkehr bestens zu bündeln und zu demonstrieren“, betont Steinmüller.

Die Forschungspartner von „HyTrain“ sind die HyCentA Research GmbH in Graz, die Molinari Rail Austria GmbH in Jenbach, die WIVA P&G sowie die Zillertaler Verkehrsbetriebe AG. Gemeinsam wird an Hochleistungsanwendungen geforscht, die für die ganze Welt relevant sind – wie zum Beispiel S-Bahnen mit hohem Beschleunigungsvermögen. Der entwickelte Wasserstoff-Antriebsstrang wird auf dem Prüfstand des HyCentA getestet und danach mit einem Elektrotriebwagen der Zillertalbahn im Echtbetrieb erprobt. Dieses Pilotprojekt soll auch dem generellen Aufbau von Know-how im Bereich von Wasserstoffzügen dienen, denn das Ziel der österreichischen Wasserstoffinitiative liegt nicht nur darin, einen Beitrag zu einem zu 100 % erneuerbaren Energiesystem zu leisten, sondern die in Österreich entwickelten Energietechnologien auch in die ganze Welt zu exportieren. Leonore Gewessler, österreichische Klimaschutzministerin sieht gerade den öffentlichen Verkehr als zentral für eine ökologische Verkehrswende: „Grüner Wasserstoff ist eine spannende Möglichkeit für emissionsfreie Züge. Wasserstoff ist ein besonders wertvoller Energieträger – wir werden ihn genau dort einsetzen müssen, wo wir ihn am dringendsten brauchen. Dafür arbeiten wir in Österreich an einer Wasserstoffstrategie und forschen mit Projekten wie HyTrain an Einsatzmöglichkeiten im Verkehr.“

Die Forscher*innen werden ihre Entwicklungen auf den neuesten Stand der Technologie aufbauen. Konkret ist dies der Alstom Coradia iLint, ein Zug, der derzeit in Deutschland und Holland getestet wird. Laut Alexander Trattner von HyCentA und Joachim Wagner von Molinari sollen mit „HyTrain“ auch technische, betriebliche sowie kaufmännische Standards und Normen gesetzt werden. Die durch das Forschungsprojekt aufgebaute Kompetenz soll sich in Zukunft im internationalen Wettbewerb um Wasserstoff-Zugsysteme bezahlt machen.

Das Projekt wird vom österreichischen Klima- und Energiefonds mit 3,1 Millionen Euro gefördert. Insgesamt investiert das österreichische Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) über den Klima- und Energiefonds 120 Millionen Euro. Diese fließen in die Bereiche Green Energy lab, New Energy for Industry (NEFI) und eben die Wasserstoffinitiative. Innerhalb der Laufzeit bis zum Jahr 2025 soll diese Summe von privater Seite auf mehr als 400 Millionen Euro aufgestockt werden.


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