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Ideen zur Umweltschonung – Deutscher Nachhaltigkeitspreis Design 2022

von redaktion
3. Dt. Nachhaltigkeitspreis Design 2022

Im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung in Düsseldorf wurde unter anderem der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Design (DNP Design) verliehen. Zum dritten Mal konnten sich Unternehmen, Agenturen, Designer, Studenten und Start-ups für diese Auszeichnung für nachhaltige Gestaltung bewerben. Die Jury kürte 17 Sieger, die mit besonders umweltfreundlichen Produkten, Systemen oder Dienstleistungen Vorbildwirkung entfalten.

Zu den Gewinnern gehört EcoLine der edding AG, eine Produktreihe, die bereits 2009 eingeführt und seitdem kontinuierlich optimiert wurde. Das führte zu einer hervorragenden Ökobilanz. Für die Herstellung der Produkte kommen größtenteils nachwachsende und recycelte Rohstoffe und Materialien zum Einsatz. Durch Nachfüllsysteme und Ersatzspitzen lässt sich der Lebenszyklus deutlich erhöhen. Die vor einigen Jahren eingeführte Rücknahmebox für leere Marker und Schreibgeräte, das Recycling der zurückgegebenen Produkte und die Wiederverwendung des gewonnenen Materials sind erste Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft.

Umweltfreundliche Produktlinie Ecoline ist einer der 17 Sieger des DNP Design. Foto © edding AG

Ein weiteres Beispiel für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen kommt von Girsberger. „Remanufacturing“ ist ein herstellerunabhängiges Dienstleistungsangebot mit Schwerpunkt Refurbishment bzw. Upcycling von abgenutzten Möbeln, die normalerweise entsorgt werden. Als Möbelhersteller vereint Girsberger das handwerkliche Können von Demontage, Schreinerei, Metallbau, Montage, Polsterei und Lackiererei und bietet damit alle Maßnahmen aus einer Hand. Dabei bleiben hochwertige Grundmaterialien wie tragende Strukturen und Mechaniken aus Holz, Metall oder Kunststoff nach Möglichkeit erhalten. Lediglich unbrauchbar gewordene Teile werden ersetzt und entsorgt.

„Remanufacturing“ ist ein herstellerunabhängiges Dienstleistungsangebot mit Schwerpunkt Refurbishment von Girsberger. Foto © Girsberger Holding AG

toolbot.de ist ein automatisiertes, modulares Verleihsystem für hochwertige Elektrowerkzeuge und andere Dinge, die nur selten benötigt werden. Um ein Gerät auszuleihen, muss man es in der App reservieren, an der Station abholen und nach getaner Arbeit dorthin wieder zurückbringen. Der Ausleihpreis enthält bereits eine Versicherung gegen Schäden. Dass toolbot.de hochwertige Markengeräte verleihen kann, ermöglicht die Kooperation mit HILTI, der für das Geschäftsmodell seine Geräte verleast und wenn notwendig auch repariert. toolbot.de startete zunächst in Berlin, danach in Cottbus und Kassel. Nun folgt der Roll-out in Deutschland.

toolbot.de ist an Angebot zum Ausleihen von Werkzeug. © thingk.systems

Die BAILEY-Tasche von Melina Bucher wird aus MIRUM gefertigt, einer biobasierten, veganen Lederalternative, die zu 100 % natürlich und frei von Plastik ist. Das Komposit aus den Fasern der Kokosnussschale, Mineralien, Kautschuk und anderen Stoffen wurde speziell für die Kreislaufwirtschaft entwickelt, kann aber auch kompostiert werden. MIRUM ist robust und wasserabweisend und stellt damit eine zirkuläre Alternative zu herkömmlichem Leder dar. Die Fertigung erfolgt unter fairen Bedingungen in einem kleinen Familienbetrieb in Spanien.

Die BAILEY-Tasche von Melina Bucher wird aus MIRUM hergestellt, einer biobasierten Lederalternative. Foto © Melina Bucher

Die Mewa Peak Berufsbekleidungslinie für Handwerk und Industrie besteht zu 75 % aus ressourcenschonenden, nachhaltigen Materialien. Die dabei verwendeten Polyestergarne sind ausschließlich aus recycelten PET-Wasserflaschen hergestellt. Hinzu kommen Anteile von Biobaumwolle. Die Kleidung wird zudem nach dem Textilsharing-Prinzip ausschließlich zur Miete angeboten, inkl. Lieferung, umweltfreundlicher Pflege und Reparatur. Das hochfunktionelle Gewebe der Kleidungsstücke ist elastisch, atmungsaktiv sowie klimaregulierend und behält diese Eigenschaften auch nach vielen Waschgängen.

Visionäre der Nachhaltigkeit

Die beiden Sonderpreise „Visionen“ gehen an die Papierproduktionslinie XcelLine von Voith, die sich gegenüber herkömmlichen Anlagen durch einen deutlich reduzierten Energieverbrauch, eine erhöhte Ausnutzung des Potenzials der Papierfaser sowie einem reduzierten Wasserverbrauch auszeichnen. Eine visionäre Design-Studie macht sichtbar, wie sich Voith die Papierproduktion der Zukunft vorstellt. So sollen Effizienz, Sicherheit und Ökologie weiter verbessert werden, wobei eine CO2 neutrale Papierproduktion angestrebt wird, die auf alternative Energiequellen setzt und ohne fossile Energieträger auskommt. Angesichts der riesigen Menge an Papier, die täglich gebraucht wird, ist der Beitrag zum Umweltschutz, den Voith mit seinen Maschinen leistet, immens.

Sonderpreis „Visionen“-Sieger: energieeffiziente Papierproduktionslinie XcelLine von Voith. Foto © J.M. Voith SE & Co. KG

Der zweite Visionär ist Tobias Trübenbacher, der im Rahmen eines Bachelor Projekts die „PAPILIO“ Straßenlaterne entwickelt hat. Diese produziert über einen integrierten Windrotor den Strom für die Erzeugung von Licht. Ein Akku speichert den Strom und kann so auch windstille Phasen überbrücken. Darüber hinaus verfügt die Straßenlaterne über einen Infrarotsensor, der das Licht nur dann aktiviert, wenn es tatsächlich benötigt wird. Um Lichtverschmutzung zu minimieren, ist die PAPILIO so konstruiert, dass Licht ausschließlich nach unten auf die Straße abgestrahlt. Das verwendete Lichtspektrum verfügt dabei über einen sehr geringen Blauanteil und verursacht dadurch eine weniger starke Irritation für Insekten und andere nachtaktive Organismen.

Die weiteren Design-Preisträger sind die Smart & Green Mukran Concrete GmbH, die bodenschonende Windkraftanlagenfundamente baut, die Cozero Climate Action Platform und der effiziente Fettabschneider-Filter FiltaFOG Cyclone für gewerbliche Küchen. Geehrt wurden auch der zukunftsweisende Verbundwerkstoff „OrganiQ“ von Holzwerk Rockenhausen, der klimaneutrale Salon von La Biosthétique, die vollelektrische Horizontalbohranlage HDD80-E von STREICHER, der vollelektrische „QUANTRON CIZARIS 12 EV“ Bus, das Trilux E-Line NEXT LED Lichtband, die Cradle-to-Cradle-zertifizierten Troldtekt® Akustikplatten auf Basis von FUTURECEM™ sowie die ZUKUNFTSWEINE-Initiative, in der resistente Kreuzungen aus wilden Reben und einer Kulturrebe hergestellt werden.

Die Nachhaltigkeitspreise für Unternehmen, globale Unternehmenspartnerschaften, Architektur, innovative Verpackungslösungen, „Local Heroes“ (erstmalig) sowie die Sieger des Next Economy Award 2.0 für Start-ups der Green Economy wurden am zweiten Tag der Veranstaltung zum 15. Deutschen Nachhaltigkeitspreis gefeiert. Auch die Ehrenpreise wurden an diesem Tag verliehen. Unter anderem an Fürst Albert II. von Monaco, an Prof. Dr. Michael Braungart als Begründer des Cradle-to-Cradle-Designprinzips und an Toni Garrn für ihre Stiftung, mit der das Supermodel für bessere Bildungschancen von jungen Frauen in Afrika sorgt.

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