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Innovationspotenzial Photovoltaik – BIPV-Award 2020

von redaktion
BIPV-Award 2020

Photovoltaik spielt eine wichtige Rolle für die nachhaltige Energiegewinnung. Derzeit wird das Potenzial dieser Technologie doch nur unzureichend ausgenützt – und zwar im Hinblick auf die Möglichkeiten der Applikation. Der BIPV-Award, der „Innovationsaward für Bauwerkintegrierte Photovoltaik“ prämiert Projekte, die auf besonders innovative und dabei architektonisch anspruchsvolle Weise Wege aufzeigen, wie Photovoltaik besser genutzt werden kann. Die Österreichische Technologieplattform Photovoltaik (TPPV) zeichnet für die Organisation dieses Preises verantwortlich.

Gebäude sind vor allem eines – Energieverbraucher. 40 % des Gesamtenergieverbrauchs in Österreich geht auf ihre Kappe. Dabei können Bauwerke auch mit nachhaltiger Energie betrieben werden und damit einen entscheidenden Beitrag leisten. Besonders zukunftsfähig ist die Nutzung der Energie der Sonne über die Technologie der Photovoltaik. „Die Möglichkeiten sind vielfältig: Ziel ist es, zukünftig bei jedem Neubau und jeder Renovierung die auf die Gebäudeflächen einfallende Energie zu nutzen und Photovoltaik bereits in frühen Phasen der Planung als Gebäudestandard zu berücksichtigen“, erklärt Hubert Fechner, Obmann TPPV. „Dafür gibt es vielfältige, kreative, innovative und ästhetische Lösungswege, die wir mit dem Award für bauwerkintegrierte Photovoltaik auszeichnen und vor den Vorhang holen wollen.“

Wenn also die Gebäudehülle schlau genutzt wird, eröffnen sich enorme Möglichkeiten. So können etwa Photovoltaikelemente die Funktion von Fassaden, Dächern, Sonnenschutzeinrichtungen und sogar Fensterscheiben übernehmen. Genauso können auch Lärmschutzwände, Parkflächen und andere Infrastrukturen zur Erzeugung von Strom mittels Photovoltaik herangezogen werden.

Die Gewinner des BIPV-Awards

Fünf der 22 eingereichten Projekte wurden von der Jury nominiert, drei davon schließlich ausgezeichnet: Gewonnen hat das Betriebsgebäude der Windkraft Simonsfeld AG. Es handelt sich um ein Plus-Energie-Haus, das den gesamten Energiebedarf inkl. Mobilität abdeckt. Der Einsatz der Photovoltaik bringt zweifachen Nutzen. So wird neben der Stromerzeugung auch eine Verschattung für passive Kühlung ermöglicht. Die Jury lobte „die sehr umfassende Betrachtungsweise inkl. der gewählten Baumaterialien und den Blick auf den gesamten Lebenszyklus, was auch den späteren Rückbau umfasst. Zudem wurden Naturmaterialien mit geringem CO2-Potenzial eingesetzt.“ Auch das Mehrfamilienhaus mit Energiezukunft in Zürich-Leimbach zeigt eine wegweisende Lösung für zukunftsfähige Energieversorgung. Mit Photovoltaikmodulen auf Dach und Fassade als hocheffiziente und ganzjährige Stromerzeuger, e-Gas/Biogas als Energieträger, dem Erdgasnetz als Speicher, der Power-to-Gas-Technologie sowie der neuen Hybridbox als Herzstück kann das Haus sogar im Winter Strom ins Netz abgeben. Die PV-Module sind wie einzelne Hautschuppen angeordnet und mit neutralen Farben bzw. Drucken gestaltet. Dadurch erhält das Haus den typischen Charakter eines Mehrfamilienhauses. „Das ist wichtig für die Akzeptanz der Technologie im städtischen Bereich“, urteilt die Jury. Der dritte Gewinner kommt aus Tirol. Die MPREIS Tiefkühlhalle in Völs musste 2017 erweitert werden. Im Zuge dieser Erweiterung von Seelos Architekten wurde auch die Photovoltaikanlage ausgebaut, wobei ein großer Teil in die Fassade integriert wurde. Dadurch entstand eine aktive Photovoltaikfläche von 1.475 m² in den verschiedenen Fassadenflächen. Dieses Projekt zählt damit zu den größten Fassaden-PV-Systemen Österreichs. „Es ist die ideale Überlappung von energetischem Bedarf (Kühlung) und photovoltaischer Energiebereitstellung“, kommentiert die Jury. Seit der Inbetriebnahme der ersten Photovoltaikanlage bei MPREIS im Jahr 2006 ist die Energiequelle Solarstrom ein fester Bestandteil des nachhaltigen Energiekonzepts des Unternehmens.

Weitere Nominierte

Von der Jury ebenfalls nominiert war das SONNENPARKPLUS Wetzikon (Schweiz)– ein Gebäude für die nächste Generation. Durch die Integration der Solarstrommodule in die Gebäudehülle und auf dem Dach kann mehr Energie gewonnen werden, als von den Bewohnern*innen über ein Jahr benötigt wird. Die Jury meinte, „dass ein hochwertiges Material- und Energiegesamtkonzept verfolgt wurde. Es wurden Lehm, Holz und recycelte Rohstoffe eingesetzt. Der Eigenverbrauchsanteil ist mit 60 % markant hoch.“ Schließlich wurde auch das Bürogebäude des „Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungen“ in Wien nominiert. Im Zuge der Generalsanierung des in den 1970er Jahren errichteten Büro- und Verwaltungsgebäudes erhielt das Hochhaus eine neue Fassade, die die unterschiedlichen Gebäudevolumen strukturiert. Die Fassade wurde auf Basis der Anforderungen aus dem Passivhausstandard mit sehr guten thermischen Eigenschaften konzipiert. „Sie erfüllt damit die Energiebauvorschriften der kommenden Jahre“, ergänzt die Jury.

Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie begrüßt die Initiative: „Unser erklärtes Ziel ist es, dass Österreich bis 2030 100 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien bezieht. Die Photovoltaik spielt dabei eine wichtige Rolle. Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial dabei gerade im Gebäudesektor liegt und welche Möglichkeiten der Energiegewinnung es zusätzlich zur allseits bekannten Photovoltaik-Anlage auf dem Dach gibt. Genau mit solchen Innovationen wird es uns gelingen, im Klimaschutz voranzukommen und die Wirtschaft nach der Corona-Krise anzukurbeln. Das gibt den Menschen in Österreich Sicherheit und eine Zukunftsperspektive.“ Die Jury des heuer zum zweiten Mal ausgeschriebenen BIPV-Awards bildeten die Mitglieder Francesco Frontini, SUPSI, (Schweiz), Marcus Rennhofer, AIT Austrian Institute of Technology GmbH (Österreich), Ursula Schneider, POS architekten ZT gmbh, (Österreich), Karl Viridén, Viridén + Partner AG, (Schweiz).

Der 2. Innovationsaward für Bauwerkintegrierte Photovoltaik wurde vom Klima- und Energiefonds, dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, der ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH sowie den Innsbrucker Kommunalbetrieben unterstützt und von der Österreichischen Technologieplattform Photovoltaik in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Photovoltaic Austria organisiert.


 

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