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German Design Award 2020

Innovativ und schön – German Design Award 2020

Der German Design Award (GDA) ist ein Qualitätssiegel, das Konsumenten*innen Orientierung bietet. Bei rund 5.300 Einreichungen aus 69 Ländern – eine neue Bestmarke – ist es für die internationale Jury Schwerstarbeit die Preisträger*innen in den drei Hauptkategorien „Excellent Product Design“, „Excellent Communications Design“ und „Excellent Architecture“ sowie in 61 (!) Kategorien herauszufiltern. Trotz des strengen Urteils bleibt immer noch eine enorm hohe Anzahl an Ausgezeichneten mit den Labels Special Mention, Winner oder Gold übrig. Allein bei den Gold-Preisträgern*innen sind es 70.

Interessierte, die sich alle Sieger*innen genauer ansehen möchten, empfiehlt sich ein Besuch der Online-Galerie, die der Rat für Formgebung alljährlich ins Netz stellt.

Die formfaktor-Redaktion hat einige besonders gelungene Beispiele für gute Gestaltung ausgewählt und hier zusammengestellt.

Ein Bereich mit enorm vielen Einreichungen ist die Möbel-Kategorie. Unter den Ausgezeichneten findet sich zum Beispiel die Schweizer Möbelmanufaktur de Sede, die für ihren wirklich auffälligen Pouf DS-5050 von Designer Kai Stania das Prädikat „Winner“ erhielt. Der Leder-Hocker kann mittels Lederschlaufe stufenlos höhenverstellt werden. Ein Stammgast bei internationalen Designawards ist Kati Meyer-Brühl, Creative Director von brühl. Beim GDA wurden drei Designs der Gestalterin prämiert. Das flexible Sofasystem airy, der Highback Chair libellule princess und die Polsterbänke belami high. Ebenfalls von der Jury hervorgehoben wurden zwei Gestaltungen des Sitzmöbelspezialisten COR: Das „Winner“-Siegel erhielten der Love Chair aus dem Programm Avalanche, Design: Metrica sowie der Alvo-Polsterstuhl im Design von Jehs+Laub. Die Jury zu Avalanche: „Ein schickes komfortables Sitzmöbel, das mit seinen ausbalancierten Proportionen zeitlose Eleganz ausstrahlt…“. Im Office-Bereich zählt der Objektstuhl numo von aeris zu den Gewinnern. Neben der schönen Optik begeistert dieses Möbel vor allem durch eine neuartige Bewegungsmechanik. Der Büromöbelhersteller Sedus darf sich über gleich 5 Auszeichnungen freuen. Gold erhält dabei der Allzweckstuhl se:spot. Ebenfalls für den Büro- und Objektbereich ist das Leuchtensystem Mito linear von Occhio prädestiniert. Verschiedene Oberflächen, wie die soft touch Farben Weiß matt oder Schwarz matt, Silber oder Gold matt sowie die metallenen PVD-Oberflächen Roségold und Bronze machen Mito linear zum vielseitig einsetzbaren Allround-Talent. Mit hoher Funktionalität und minimalistischer Ästhetik gewann Mito Linear einen German Design Award in Gold. In 5 Kategorien wurde Badhersteller Duravit ausgezeichnet. Das Unternehmen erhält für die neue Armaturenserie D.1 Gold und für vier weitere Neuheiten das Prädikat Winner: für Viu/Xviu, Starck T und SensoWash® Starck f.

German Design Award 2020
Der Pouf DS-5050 von Designer Kai Stania erhielt das Prädikat „Winner“. © de Sede
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Polsterbank belami high im Design von Kati Meyer-Brühl erhielt eine von drei Auszeichnungen beim German Design Award 2020. © brühl
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Das „Winner“-Siegel erhielt der Love Chair aus dem Programm Avalanche, Design: Metrica. © COR
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Im Office-Bereich zählt der Objektstuhl numo von aeris zu den Gewinnern. © aeris
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Der Büromöbelhersteller Sedus darf sich über gleich 5 Auszeichnungen freuen. Gold erhält dabei der Allzweckstuhl se:spot. © Sedus, Foto: Sebastian Bullinger
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Ebenfalls für den Büro- und Objektbereich ist das Leuchtensystem Mito linear von Occhio prädestiniert. © Occhio
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Gleich in 5 Kategorien wurde Badhersteller Duravit ausgezeichnet. Gold erhält die neue Armaturenserie D.1 Gold. © Duravit

Aus dem Auszeichnungsreigen im Bereich „Excellent Architecture“ stechen unter anderem die Entwürfe und deren Umsetzung von BWM Architekten hervor. Das Wiener Büro erhält für die komplette Neugestaltung der ehemaligen Sacher Stube des historischen Hotel Sacher in Wien eine „Winner“-Prämierung. Über den neuen Salon Sacher sagt Interieurdesigner Erich Bernard von BWM: „Original und originell – wir geben Elementen der Zwanziger sowie Fünfziger Jahre Raum und vereinen Damals und Heute zu einem stimmigen Ganzen.“ Ebenfalls ein „Winner“ ist das Projekt Haus der Geschichte Österreich, mit dem BWM Architekten ein zeitgenössisches Geschichtslabor auf dem Wiener Heldenplatz geschaffen haben. „Wir versuchen das – typisch österreichische – Spannungsmoment produktiv einzusetzen und die monumentale Umgebung als Schwungmasse sowohl für ein beeindruckendes Raumerlebnis als auch für aufklärerischen Erkenntnisgewinn zu nutzen.“ erklärt BWM-Architekt Johann Moser. Ein richtiger Abräumer beim GDA 2020 ist das Münchner Beratungs- und Architekturunternehmen CSMM. Der Rat für Formgebung zeichnet das Büro gleich sieben Mal mit dem Titel „Winner“ aus. „Design im Büro ist mehr als ein ästhetisches Produkt. Es geht darum, Arbeitsanforderungen und Bedürfnisse von Mitarbeitern in Struktur, Material und Raum so abzubilden, dass die Menschen am Arbeitsplatz jeden Tag motiviert und kreativ Außergewöhnliches leisten können. Dass wir bei CSMM in diesem Jahr mit sieben verschiedenen Arbeitswelten in mehreren deutschen Metropolen zum Gewinner gekürt werden, bestätigt unseren Anspruch und macht uns stolz“, sagt CSMM-Firmengründer und geschäftsführender Gesellschafter Timo Brehme. Ein „Winner“ in der Kategorie „Excellent Product Design Building Elements“ war der neue Tondach V11 Dachziegel von Wienerberger. Erst vor Kurzem der Öffentlichkeit vorgestellt, ist diese Auszeichnung der umgehende Beweis für die gute Entscheidung, das Studio F. A. Porsche für dieses außergewöhnliche Design zu engagieren und damit ein neues Gestaltungselement für Architekten*innen zu schaffen. Die Jury meinte: „Mit ihrem einzigartigen Design bewirken die Dachziegel eine moderne Ästhetik, die der Architektur eine besondere, exklusive Note verleiht.“

Als „praktisch, modern, funktional und robust“ bezeichnet die GDA-Jury das Outdoorküchensystem von Wesco und zeichnet es in den Kategorien „Gardening and Outdoor Living“ sowie „Kitchen“ aus. Kochen im Freien wird immer mehr zu einem Trend und verlangt nach entsprechenden Angeboten. Die M. Westermann & Co. GmbH hat durch den modularen Aufbau ihres Produkts eine flexible Lösung entwickelt, die bedarfsorientierte Konfigurationen ermöglicht. Optimale Witterungsbeständigkeit versteht sich dabei von selbst: Aluminium-Rahmen werden mit Kompakt- bzw. Keramikplatten verkleidet. „Das Resultat ist eine formal und funktional bis ins Detail überzeugende Outdoorküche, die perfekt auf die jeweiligen Wünsche und Bedürfnisse des Kunden abgestimmt ist und mit ihrem klaren Design auch sehr modern, elegant und ansprechend wirkt“, urteilte die Jury.

Alternative Mobilitätslösungen waren auch beim GDA ein wichtiges Thema. Im vergangenen Jahr hat die dänische Fahrradmarke Biomega ein Elektroauto präsentiert. Dem kompakten Viersitzer für den Stadtverkehr merkt man an, dass hier Designer am Werk waren, die einen sehr viel weiteren Blick auf die zukünftige Mobilität im urbanen Raum haben. Verantwortlich für den Entwurf sind der Däne Jens Martin Skibsted und die strategische Designagentur Manyone. „Mit dem Biomega EV haben wir ein Fahrzeugdesign geschaffen, das über die traditionellen Fahrzeugtypologien hinausgeht. Dies war nötig, da sich Fahrzeuge in der Zukunft grundlegend von dem unterscheiden werden, was wir heute kennen. Sie müssen für ein urbanes Umfeld konzipiert sein und viel häufiger mit Fahrrädern, Fußgängern, öffentlichen Verkehrsmitteln und anderen Mobilitätsdiensten interagieren. Dies spiegelt sich in unserem Fahrzeugdesign wider“, erklärt Skibsted. Die Jury verlieh diesem „echten Vorstoß in eine emissionsfreie Stadt der Zukunft“ Gold und kommentiert: „Das klare, schnörkellose Design der Karosserie des Biomega EV verweist auf den puristischen, aber bis ins Detail sorgfältig durchdachten Innenraum, der zugunsten von Gewicht auf alles Überflüssige konsequent verzichtet. Dennoch wirkt das Fahrzeug sowohl von außen als auch von innen sympathisch freundlich, verspricht einen so wendigen wie spritzigen Fahrspaß und schafft damit ein völlig neues Mobilitätsgefühl.“ Eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg der E-Mobilität ist eine ausreichende Infrastruktur. Ein Unternehmen, das daran kräftig mitarbeitet, ist die Schweizer Juice Technology AG. Ihr JUICE BOOSTER 2 konnte die Jury des GDA mit folgenden Eigenschaften überzeugen: Die mobile Ladestation passt in den Kofferraum und ist wasserdicht. Im zylinderförmigen Gehäuse kann aufkommender Druck verteilt werden. Christoph Erni, Gründer und CEO der Juice Technology AG erklärt: „Beim Design von Ladestationen geht es neben einer ansprechenden Ästhetik vor allem darum, dass das Produkt für den Nutzer einfach zu bedienen und sicher ist. Der JUICE BOOSTER 2 liegt als Ladestation ja nicht in einer Vitrine, sondern ist den verschiedensten Umwelteinflüssen und Ladesituationen ausgesetzt. Das Design muss deshalb nicht nur gut aussehen, sondern ebenfalls entsprechend funktional sein.“ Während diese Ladelösung für den mobilen Einsatz gedacht ist, handelt es sich bei der Ladesäule wallbe® MAX um eine fixe Ladestation mit zwei Ladepunkten sowie einem kompletten System zum Last- und Nutzermanagement und zur Integration von Bezahlsystemen. Nutzer*innen können den Ladevorgang kontaktlos mit EC-/Kreditkarte oder Handy (NFC) eichrechtskonform erledigen. Die IT-Schnittstelle unterstützt OCPP in der Version 1.6. Die Jury zeichnete die wallbe® MAX mit dem Prädikat „Winner“ aus. Begründung: „Die Ladesäule fällt aufgrund ihrer Größe und des markanten Designs sofort ins Auge. Die Möglichkeit, den Ladestrom kontaktlos zu bezahlen, ist clever und zeitgemäß, was durch die moderne Designsprache unterstrichen wird.“

Design im Bereich von Consumer Elektronik ist ein weites Feld. Kamen Innovationen bei Kommunikationsgeräten und Computern in der Vergangenheit vor allem aus Südkorea und Japan, ist China mittlerweile auf dem Vormarsch. Mit Gold zeichnet die Jury des GDA das Nubia Z20 von der Nubia Technology Co., Ltd. aus. Es handelt sich dabei um ein Double Sided Mobile Phone, das hervorragend designt ist. „Vor allem aber unterscheidet sich das Nubia Z20 von anderen Smartphones durch seine innovative doppelseitige OLED-Display-Architektur – inklusive doppelter Fingerabdruck-Identifizierung und doppelten Blitzes –, was die Nutzungsmöglichkeiten immens erweitert. Die integrierte Kamera mit intelligenter Highend-Technologie verspricht zudem herausragende Fotoergebnisse. Eine beeindruckende Technik- und Designleistung, mit der ein großer Schritt in Richtung intelligentes Terminal gelang und das ein völlig neues Smartphone-Erlebnis bietet“, heißt es in der Jurybegründung.


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