Der Wettbewerb für das neue Museum für Architektur und Design in Helsinki, der im April 2024 startete, ist entschieden. Über den Sieg darf sich JKMM Architects mit dem Projekt „Kumma“ freuen. Aufgabe war es, ein Gebäude mit Wahrzeichen-Potenzial direkt am Wasser zu entwerfen. Für den internationalen, offenen und anonymen Architekturwettbewerb gingen 624 Vorschläge aus aller Welt ein. Etwa ein Fünftel der Vorschläge kam aus Finnland. Darauf folgten die Länder Italien, USA, Frankreich und Großbritannien.
Das Bauprojekt eines neuen 10.050 m² großen Museums im historischen Südhafen von Helsinki wird durch finanzielle Zuschüsse der finnischen Regierung und der Stadt Helsinki unterstützt. Der Siegerentwurf von JKMM Architects wurde mit einem Preisgeld von 60.000 Euro ausgezeichnet. Der zweite Preis in Höhe von 35.000 Euro ging an den Beitrag „City, Sea and Sky“ von Cossement Cardoso, einem von Charles Cossement und Gil Cardoso gegründeten Architekturbüro mit Sitz in Portugal und Belgien. Den dritten Preis und 25.000 Euro erhielt Lopes Brenna, ein Architekturbüro mit Sitz in Chiasso, Schweiz, für „Moby“.
„Kumma“ von JKMM Architects ist ein flaches, pavillonartiges Museum mit dreieckigem Grundriss, das eine starke architektonische Identität schafft, als markantes Wahrzeichen hervorsticht und sich gleichwohl in das umgebende Stadtbild einfügt. Das kompakte Gebäude bietet den Blick vom Tähtorninvuori-Park auf den Marktplatz und Katajanokka. Die diagonal gestuften Wände und dreieckigen Fassaden finden sich im Innenraum und entlang der Haupttreppe wieder. Die Ausstellungsebene öffnet sich zu einer großen Terrasse mit Blick aufs Meer, die sich als Außengalerie und Balkon um das Gebäude herum fortsetzt.
Der Vorsitzende der Jury, Mikko Aho, urteilte: „Die Verwendung von recyceltem Ziegel an der Fassade verleiht dem Gebäude skulpturale, architektonische Wärme, und die das Gebäude umgebende Terrasse stärkt die Verbindung zur Stadt. Der als monumental und kantig empfundene Siegerentwurf soll in eine zugänglichere Richtung weiterentwickelt werden. Wir und das Designteam sind der Ansicht, dass smarte, umweltfreundliche Lösungen im Mittelpunkt der weiteren Entwicklung stehen sollen.“

JKMM Architects ist eines der führenden Architekturbüros in Finnland und verantwortlich für international gefeierte Projekte wie das Amos Rex Kunstmuseum in Helsinki, das Tammela-Stadion in Tampere, die Universität der Künste Helsinki, das Tanzhaus Helsinki und Finnlands Beitrag zur Expo 2020 Dubai. Das Büro arbeitet derzeit an einem Anbau für das Finnische Nationalmuseum, ebenfalls in Helsinki, der 2027 eröffnet werden soll, und an einem Anbau für das Kunstmuseum Lillehammer in Norwegen. JKMM Architects wurde 1998 von Asmo Jaaksi, Teemu Kurkela, Samuli Miettinen und Juha Mäki-Jyllilä gegründet. Das Büro wurde bereits zweimal mit dem Finlandia-Preis ausgezeichnet, dem höchsten jährlichen Preis für Architektur in Finnland.

Finnlands neues Museum für Architektur und Design in Helsinki soll die reiche Tradition und die zeitgenössische Stärke von Design und Architektur in Finnland und Skandinavien nutzen. Es wird spannende Programme bieten, die die Relevanz und das Potenzial von Gestaltung in einer sich verändernden Welt aufzeigen. Das neue Gebäude wird Ausstellungen aus der über 900.000 Artefakte umfassenden Sammlung des Museums beherbergen, darunter Objekte, Korrespondenzen, Modelle und Fotografien, die die Arbeit international bekannter Künstler wie Aino und Alvar Aalto, Eero Aarnio, Maija Isola, Eliel und Eero Saarinen, Paavo Tynell sowie Designmarken wie Marimekko, Nokia und Fiskars dokumentieren.
Nach weiteren Anpassungen des Entwurfs im Hinblick auf Umweltfreundlichkeit und Zugänglichkeit sollen die Bauarbeiten 2027 beginnen. Die Eröffnung des Museums ist für Ende 2030 geplant.