Home Editor's Video-Choice Kreislaufwirtschaft marktfähig machen

Kreislaufwirtschaft marktfähig machen

von Markus Schraml

Die Lösung für das weltweite Plastikmüllproblem sehen viele in der Etablierung eines Kreislaufwirtschaftsmodells, in dem schlichtweg kein (oder kaum) Müll anfallen würde. Jedes Produkt bzw. dessen Einzelteile würden am Lebenszyklusende wieder verwertet und die Grundlage für wiederum neue Erzeugnisse bilden. Stiftungen und NGOs propagieren seit Jahren dieses Wirtschaftssystem, in dem der Ressourcenverbrauch auf ein Minimum reduziert wird. Um tatsächlich eine Veränderung in diese Richtung zu bewirken, ist es notwendig, dass sich vor allem auch große Unternehmen dieser Vision anschließen. Firmen wie Dell, Energizer, Levi Strauss, IKEA oder Unilever bemühen sich bereits, Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft zu setzen. Vor allem die Bekleidungs- und Schuhindustrie steht im Fokus der Ökologie-Kritik. Ein Beispiel, wie auch in diesem Bereich Veränderungen möglich sind, kommt von Adidas. Die Marke mit den drei Streifen hat eine „3 Loop Strategy“ (Drei-Schleifen-Strategie) entwickelt, um den enormen Verbrauch an synthetischen Werkstoffen zu minimieren und letztendlich zu beenden. Im Video erläutert James Carnes, Vizepräsident Brand Strategy bei Adidas, wie diese neue Strategie im Detail aussieht.

Die erste Schleife beinhaltet das Recycling von Materialien (Recycled Loop), das heißt, Schuhe von Adidas sollen in Zukunft gänzlich aus recyceltem Polyester und anderen recycelten Materialien bestehen. Der zweite Schritt betrifft den Kreislauf (Circular Loop), denn selbst Schuhe aus recycelten Materialien sollen am Ende ihres Lebens nicht auf der Müllkippe landen, sondern wieder zu Schuhen werden. Dazu war es notwendig neue Materialien und neue Prozesse zu entwickeln. Als erstes Produkt hat Adidas diesen April den FUTURECRAFT.LOOP, den ersten zu 100 % recycelten Laufschuh, präsentiert.

 

Auch in einer Welt der Kreislaufwirtschaft kann es vorkommen, dass ein Produkt aus dem Kreislauf herausfällt. Wenn dies passiert, soll es möglich sein, dass es in die Natur zurückkehren kann, ohne Schaden anzurichten. Das ist die dritte, die regenerative Schleife (Regenerative Loop oder Bionic Loop), wo Materialien verwendet werden, die biologisch abbaubar sind. Hier arbeitet Adidas mit Partner wie Bolt Threads zusammen, die völlig neue Garne aus Protein herstellen. Ein Tennisdress, designt von Stella McCartney, aus biologisch fabrizierter Mikroseide präsentierte Adidas vergangenes Jahr in Wimbledon.

Bis zum Jahr 2024 plant Adidas, kein neues Plastik mehr zu verwenden, sondern ausschließlich zu 100 % recyceltes Material.


 

Weitere TOP-Artikel

Diese Website verwendet Cookies. Bitte akzeptieren Sie, um fortzufahren. Akzeptieren Informieren