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Internationale Raumstation … unter Wasser

von Markus Schraml
Proteus, fuseproject, Fabien Cousteau

Designer Yves Béhar hat mit seinem Team von fuseproject eine Forschungsstation für das Fabien Cousteau Ocean Learning Center entworfen. Das Projekt mit dem Namen PROTEUS™ soll eine Plattform für internationale Zusammenarbeit zwischen weltweit führenden Wissenschaftlern, Regierungsbehörden und Unternehmen sein, um ozeanische Forschung voranzutreiben, indem Wissenschaftler*innen die Gelegenheit gegeben wird, einen längeren Zeitraum als bisher unter Wasser arbeiten zu können. Fabien Cousteau, Enkel von Jacques-Yves Cousteau ist davon überzeugt, dass durch längeres Verweilen unter Wasser, das Verständnis über das Leben im Meer entscheidend vertieft werden kann. Diese Überzeugung gewann er unter anderem durch die Mission 31, eine dreijährige Unterwasser-Studie, die als eine Art „Proof of concept“ für die nun präsentierte, nächste Generation einer Unterwasserforschungsstation diente. Ziel ist, das sogenannte Sättigungstauchen voranzutreiben und gleichzeitig ein besseres Verständnis für Ozeanprozesse zu erlangen und wie diese das Leben und das Klima auf der Erde beeinflussen.

 

Komfort statt reiner Nutzen

PROTEUS™ wird mit einer Fläche von 4.000 m² drei- bis viermal so groß sein wie bisherige Unterwasser-Habitate. Die Station bietet Platz für 12 Personen. Die Konstruktion, die auf dem Konzept einer Spirale beruht, wird am Meeresboden befestigt. Eine Reihe modularer Pods, die spezifisch angepasst werden können, sind am Hauptkörper angebracht. Sie können Labors, Schlafräume, Badezimmer, medizinische Einrichtungen oder Lebenserhaltungssysteme beherbergen. Der größte Pod enthält einen sogenannten Moon Pool, an dem Tauchboote andocken können. PROTEUS™ besteht aus zwei Ebenen, die durch eine spiralförmige Rampe verbunden sind. Dies soll die körperliche Aktivität der Bewohner*innen fördern. Die Rampe verbindet auch die Haupträume der Station, die komfortabel und ansprechend gestaltet sein werden. Diese Art von Design stellt eine Abkehr von bisherigen Gestaltungen derartiger Stationen dar, die rein auf Nützlichkeit ausgelegt waren. Je länger Forscher*innen unter Wasser verbringen, desto höher die Belastung. Nicht nur der Mangel an natürlichem Licht, auch soziale Komponenten spielen dabei eine Rolle. Eine gut designte Umgebung kann entscheidenden positiven Einfluss ausüben. Die zentralen Räume sind deshalb auf körperlichen Komfort, soziale Verbindung und professionelle Zusammenarbeit ausgerichtet. Die Gemeinschaftsräume umfassen ein Wohnzimmer, eine Küche sowie Ess- und Arbeitsbereiche. PROTEUS ™ wird auch das erste Unterwassergewächshaus beherbergen, damit die Bewohner*innen frische pflanzliche Lebensmittel anbauen können. Außerdem wird die Station so gestaltet sein, dass möglichst viel Licht sowohl von oben als auch seitlich eingefangen werden kann.

 

Ozeane sind die Basis für alles Leben

Das Ziel des Fabien Cousteau Ocean Learning Center ist es, Wissenschaftler*innen ein State of the Art-Forschungslabor zur Verfügung zu stellen, das sich auf dem neuesten Stand der Technik befindet und in dem entscheidende Forschungsfortschritte in den Bereichen Medizin, Genetik, nachhaltige Energie sowie Lebensmittelanbau erzielt werden können. Laut Fabien Cousteau sind gesunde Ozeane die Basis für alles Leben – also auch für die Menschheit. PROTEUS ™ kann ein Katalysator sein, um das Verhältnis von Meer und Mensch zu verbessern.


 

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