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Künstliche Intelligenz im Kampf gegen Sars-CoV-2

von redaktion
CORA Solgenium

Das Linzer Health Tech-Unternehmen Solgenium startet mit CORA ein neues Forschungsprojekt, das einen Beitrag zur Kontrolle und Prävention von Infektionen leisten will. CORA basiert auf der von der Solgenium OG entwickelten KI-Lösung CARA, einem Werkzeug zur Steuerung eines bedarfsorientierten, effizienten Personal- und Ressourceneinsatzes im Gesundheitswesen. Mehr als 50 Krankenhäuser setzen dieses System bereits ein, um sicherzustellen, dass medizinisches Personal am richtigen Ort zur richtigen Zeit vorhanden ist. Derzeit kommt CARA auch in einem Projekt mit der oberösterreichischen Gesundheitsholding zum Einsatz. Nun soll diese Technologie erweitert werden: „Mit Ausbruch der COVID-19-Pandemie wollten wir einen Beitrag zur Kontrolle und Prävention von Infektionen leisten und unsere CARA-Lösung um ein Inferenzmodell erweitern, mithilfe dessen sich statistische Vorhersagen zur Infektionsrate infolge verschiedener gesetzter Maßnahmen treffen lassen“, erklärt Andreas Diensthuber, der gemeinsam mit Martin Lichtenberger die Solgenium OG gegründet hat.

In dem Forschungsprojekt soll die KI dahingehend ausgerichtet werden, damit im Falle von Pandemien der Regelbetrieb möglichst gut aufrecht erhalten werden kann. CORA soll eine epidemiologische 10-Tagesvorhersage über die Infektionsrate liefern. Dies sollte einen Planungsspielraum gewährleisten, durch den geplante Operationen und Behandlungen nicht abgesagt werden müssen – wie es bei der ersten Sars-CoV-2-Welle der Fall war. Durch eine umfangreichere Datenlage sowie dem datenbasierten hierarchischen Bayes‘schen Inferenzmodell sollten sehr viel genauere Vorhersagen möglich sein. Ein Parallelbetrieb könnte dadurch im Hinblick auf Material- und Infrastruktur-Ressourcen sowie dem Einsatz von Personal besser gesteuert werden. „Dadurch kann nicht nur Entscheidungsträgern im Gesundheitsbereich, sondern auch politisch Verantwortlichen ein verbessertes Entscheidungs- und Planungsinstrument für wirksame Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden“, ist Diensthuber überzeugt.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, CORA mit umfangreicheren Funktionen auszustatten:

  • Vielfältige Eingabemöglichkeiten (Verdachtsfälle in Krankenhäusern, Verdachtsfälle in Heimquarantäne, stationäre Pandemie-Patienten auf der allgemeinen Station mit mittelschwerem bis schwerem Verlauf, Pandemie-Patienten auf der Intensivstation mit kritischem Verlauf)
  • länder- bzw. regionsspezifische Prognosen
  • Prognose der Krankenhauseinweisungen für die nächsten 10 Tage
  • Prognosen zum zusätzlich benötigten Personalbedarf für die nächsten 10 Tage
  • Prognose zum zusätzlichen Aufwand in Stunden/Tag pro Berufsgruppe
  • Eingabefelder für Gesamtanzahl der Betten, belegte Betten, verfügbares Personal, Beatmungsgeräte, Vergleich der prognostizierten Nachfrage/Verfügbarkeit
  • kontinuierliche Personal- und Ressourcenüberwachungsmöglichkeit
  • Aufgabenkataloge für Pandemie-Patienten
  • Verknüpfung zum Solgenius Datawarehouse
  • Option zur Steuerung eines Pandemie-beeinflussten Regelbetriebs in den Bereichen: Allgemeine Chirurgie, Orthopädie und Traumatologie, Geburtshilfe, Gynäkologie, Interne Medizin, Anästhesie

Das Forschungsprojekt CORA hat im Rahmen des Corona Emergency Calls der österreichischen Bundesregierung die Zusage für Fördermittel erhalten. Dieses Forschungsförderprogramm, das im März 2020 beschlossen wurde, soll Forschung in Österreich im Kampf gegen das Coronavirus beschleunigen. Die Solgenium OG wurde bei der Einreichung von der Forschungs- & Innovationsförderberatung der Standortagentur Business Upper Austria unterstützt.


 

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