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Lifetime Achievement Award der Florenz-Biennale für Santiago Calatrava

von redaktion
Santiago Calatrava, Foto © Thomas Hoeffgen

Der spanische Architekt Santiago Calatrava wird mit dem Lifetime Achievement Award der XIV. Biennale von Florenz ausgezeichnet. Die Begründung der Biennale lautet: „Der Preis ist die Hommage der Florenz-Biennale an einen der einflussreichsten Architekten unserer Zeit und eine Anerkennung seines kühnen Experimentierens, seines außergewöhnlichen Talents und seiner genialen Fähigkeit, Architektur und Kunst in Projekten zu verbinden, die im Einklang mit der Natur erdacht und gestaltet werden und sich an den Idealen der Schönheit orientieren.“

Den Preis für sein Lebenswerk wird Calatrava im Rahmen der XIV. Biennale von Florenz (14.-22. Oktober 2023) am 19. Oktober im Theaterbereich des Spandolini-Pavillons der Fortezza da Basso entgegennehmen, so der Plan. Dabei soll der Architekt auch eine Rede halten. Zudem soll er einen eigenen Ausstellungsraum im Cavaniglia-Pavillon bekommen, 23 Jahre nach seiner letzten Florentiner Ausstellung im Palazzo Strozzi im Jahr 2000.

Santiago Calatrava hat im Laufe seiner von großen Erfolgen geprägten Karriere Brücken, Infrastrukturen, Kongress- und Ausstellungszentren realisiert. Er hat aber nicht nur als Architekt gearbeitet, sondern auch als Künstler und dabei Werke in verschiedenen künstlerischen Disziplinen, darunter Zeichnung und vor allem Bildhauerei, geschaffen.

Santiago Calatrava, Cyclades, No. 115, 2005. © Santiago Calatrava LLC

Leben und Werk

Nach Abschluss seines Studiums eröffnete Calatrava 1981 sein erstes Büro in Zürich und übernahm kleine Ingenieuraufträge. Er begann auch an Wettbewerben teilzunehmen. Den ersten gewann er im Jahr 1983 für den Entwurf des Bahnhofs Stadelhofen in Zürich. 1984 entwarf Calatrava die Bach de Roda-Brücke in Barcelona. Dies war das erste Brückenprojekt, das seinen internationalen Ruf begründete. Zu den weiteren bemerkenswerten Brücken, die folgten, gehören die Alamillo-Brücke und das Cartuja-Viadukt, die für die Weltausstellung in Sevilla (1987–1992) in Auftrag gegeben wurden, die Fußgängerbrücke Campo Volantín in Bilbao (1990–1997) und die Alameda-Brücke und U-Bahn-Station in Valencia (1991–1995). Weitere große öffentliche Projekte aus den späten 1980er und 1990er-Jahren sind der BCE Place: Galleria & Heritage Square in Toronto (1987–1992) und der Oriente-Bahnhof in Lissabon (1993–1998), der für die Expo ’98 in Auftrag gegeben worden war.

Calatrava gründete 1989 das zweite Büro seiner Firma in Paris, als er am Bahnhof des Flughafens Lyon Saint-Exupéry arbeitete (1989–1994). 1991 gewann er in Valencia einen Wettbewerb für einen großen Kulturkomplex und eine städtische Intervention – die Stadt der Künste und Wissenschaften, ein 86 Hektar großer Komplex von Kunsteinrichtungen, einem Wissenschaftsmuseum, Planetarium, Opernhaus, der Ágora und zwei Brücken sowie Gärten. Er begann in Spanien zu arbeiten. Dieses Projekt veränderte das Gesicht einer sehr heruntergekommenen Gegend von Valencia.

Im Jahr 2004 eröffnete Calatrava ein Büro in New York City. Dieser Schritt folgte, nachdem er sein erstes Projekt in den USA umgesetzt hatte – die Erweiterung des Milwaukee Art Museum (1994). Weitere Projekte in den USA sind die Sundial Bridge in Redding, Kalifornien (seine erste Brücke in den USA), die Brücken über den Trinity River in Dallas (Texas) und der World Trade Center Transportation Hub in New York City. Spätere Aufträge in den USA umfassen das erste Gebäude für den neuen Campus der Florida Polytechnic University in Lakeland und die St. Nicholas Greek Orthodox Church im World Trade Center in New York City.

Die Liste der weiteren Projekte, die Calatrava bis heute umgesetzt hat, ist sehr lange, ebenso die Liste seiner Ausstellungen und Preise, die er in seiner Karriere erhalten hat. Dabei wird meist seine Arbeit als Architekt geehrt und nur in einigen Fällen auch seine künstlerischen Werke – wie zum Beispiel im Metropolitan Museum of Art „Santiago Calatrava: Sculpture into Architecture (2005) oder „Santiago Calatrava. Sculptectures“ im Museum Le Grand Curtius in Liège (2010). Erst letztes Jahr stellte er seine Ägineten-Skulpturen in München aus. Titel: „Beyond Hellas. Santiago Calatrava in the Glyptothek“.

Das Thema der XIV Biennale von Florenz (14. – 22. Oktober 2023) lautet: „I Am You – Individual and Collective Identities in Contemporary Art and Design“.


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