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Living Standards Award 2020 – Innovationen für die Zukunft

von redaktion
Living Standards Award

Bei der Entwicklung von innovativen Zukunftstechnologien geht es im Hinblick auf die einheitliche Anwendung auch um die Einführung von Standards. Der wichtigste Preis für Standardisierung und Innovation in Österreich ist der Living Standards Award. Die diesjährigen Preisträger wurden unlängst im Rahmen des Neujahrsempfangs von Veranstalter Austrian Standards geehrt. Die Organisation feiert 2020 ihr 100-Jahr-Jubiläum und richtet den Award zum sechsten Mal aus. Die fünf Ausgezeichneten sind Easelink GmbH, R.U.S.Z GmbH, LOGICDATA Electronic & Software Entwicklungs GmbH sowie das FH Technikum Wien und eine Arbeitsgemeinschaft aus Universität für Bodenkultur Wien, Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie der Mall GmbH.

Der Preis soll die Wichtigkeit von Standards sichtbarer machen, wobei die fünf Preiskategorien die gesamte Bandbreite des Themas Standardisierung abbilden. „Der in Standards enthaltene Wissensschatz liefert Unternehmen einen entscheidenden Vorsprung für den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Produkte und Dienstleistungen. Zusätzlich wird damit ermöglicht, dass Österreich bei globalen Herausforderungen wie Klimaschutz, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz gut Schritt halten kann”, sagt Elisabeth Stampfl-Blaha, Direktorin von Austrian Standards. In der Kategorie „Enabling Solutions“ gewinnt ein Gemeinschaftsprojekt des BMNT, der Universität für Bodenkultur (Department für Wasser, Atmosphäre u. Umwelt) und der Mall GmbH. Dabei wurde untersucht, welches Filtermaterial sich zum Schutz des Grundwassers eignet. Gleichzeitig wurden Grenzwerte definiert. Die Ergebnisse des Projekts sind in die ÖNORM B 2506-3 integriert worden, die Anforderungen und Prüfmethoden zur Reinigungsleistung von Filtermaterialien in Wasserentsorgungsanlagen festlegt. Diese ÖNORM stellt sicher, dass ablaufendes Regenwasser beim Eindringen in den Untergrund gereinigt wird. Ein wichtiger Punkt im Hinblick auf die Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele.

 

Das Reparatur- und Servicezentrum R.U.S.Z im 14. Bezirk in Wien wird in der Kategorie „Reaching International Markets“ ausgezeichnet. Techniker des Zentrums brachten ihre jahrzehntelange Erfahrung in die Entwicklung einer Richtlinie für langlebige Geräte ein, die reparaturfreundlich konstruiert wurden. Die ONR 192192: 2014 („Gütezeichen für langlebige, reparaturfreundliche Elektro- und Elektronikgeräte“) wurde als Grundlage für die Europäische Norm EN 45554 („Energieverbrauchsrelevante Produkte – Materialeffizienzaspekte für Ökodesign“) verwendet. Und das R.U.S.Z engagiert sich weiter – derzeit ist es Teil eines Konsortiums, das im Zuge des Horizon-2020-Projekts „PROMPT“ unabhängige Testmethoden entwickelt, um die Lebensdauer von Elektro- und Elektronikgeräten schon vor dem Markteintritt einheitlich bewerten zu können. Ziel ist es, die vorzeitige Überalterung von Geräten zu verhindern und letztendlich eine Ökodesign-Richtlinie zu schaffen, die dazu führt, dass kurzlebige Elektrogeräte in der EU nicht mehr verkauft werden dürfen.

 

Das Grazer Unternehmen Easelink hat mit Matrix Charging® eine innovative Ladestation für E-Autos entwickelt und erhält dafür den Award in der Kategorie „Developing Future Technologies“. Sobald ein E-Auto über einem Ladepad geparkt wird, verbindet es sich mit dem im Unterboden installierten Matrix-Ladeanschluss. Eine wichtige Grundlage im Entwicklungsprozess waren Standards wie der weltweit gültige Sicherheitsstandard ISO 26262 („Funktionale Sicherheit elektrischer/elektronischer Systeme in Straßenfahrzeugen”). Damit diese innovative Ladetechnologie in Zukunft herstellerübergreifend und überall eingesetzt werden kann, braucht es standardisierte Schnittstellen. Easelink wird einen Standard, der diese innovative Ladetechnologie universell einsetzbar macht auf internationaler Ebene mitgestalten.

 

Seit Mai 2019 bietet das Smart Living Lab der FH Technikum Wien auf mehr als 250 m² eine vollständige Wohnung samt Smart-Home-Technologien für Beleuchtung, Heizung und Klimatisierung. Mit dem Thema Smart Homes und entsprechenden Technologien beschäftigt man sich an der FH schon seit 10 Jahren. Dieses Engagement wurde nun mit dem Living Standards Award in der Kategorie „IEEE-Standards“ belohnt. In der fünften Wettbewerbskategorie, den „GS1-Standards“ wurde die LOGICDATA Electronic & Software Entwicklungs GmbH mit Sitz in Deutschlandsberg in der Steiermark ausgezeichnet. Der Spezialist für intelligente Systemlösungen im Bereich verstellbare Wohn- und Büromöbel ist international tätig und produziert an sechs Standorten. Alle Außenverpackungen werden mit der GS1 DataMatrix gekennzeichnet. Auf diese Art werden wichtige Informationen verschlüsselt. Zusätzlich sind die Produkte mit einer Identifikationsnummer und einem standardisierten Strichcode versehen. Dies gewährleistet die Rückverfolgbarkeit der Produkte und sorgt für eine reproduzierbare Qualität der Leistungen und logistischen Abläufe.

 

Die Beispiele unserer Preisträger zeigen den hohen Nutzen, den Standards für unser modernes Leben haben. Standards werden im Dialog zwischen Herstellern, Anwendern, Behörden und Forschern erarbeitet und laufend weiterentwickelt. Sie spiegeln wider, was Produkte oder Dienstleistungen sicher und fortschrittlich funktionieren lässt”, betont Stampfl-Blaha. Die Verleihung des Living Standards Award bildete den Auftakt zum 100-jährigen Jubiläumsjahr von Austrian Standards, das unter anderem mit einer Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit Ars Electronica konzipiert wurde, gefeiert wird und die ab April bei Austrian Standards in der Heinestraße im zweiten Wiener Bezirk besucht werden kann. Walter Barfuß, Präsident von Austrian Standards sieht in den vier Säulen Vertrauen, Sicherheit, Innovation und Diversität die wichtigsten Faktoren, um neue komplexe Probleme zu lösen. „Die vielfältigen wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sowie unterschiedliche Betrachtungsweisen finden bei Austrian Standards zusammen: Mehr als 4.200 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Behörden, Forschung und NGOs arbeiten im internationalen Netzwerk gemeinsam an innovativen Lösungen”, sagt Barfuß.

 


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