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Die Kraft des Ziegels – Brick Award 2020

von Markus Schraml
Brick Award 2020

Im Zuge einer Online-Präsentation wurden die Preisträger*innen des Brick Award 2020 bekannt gegeben. Der von Wienerberger ausgelobte Preis wird heuer zum neunten Mal verliehen und belohnt herausragende Ziegelarchitektur rund um den Globus. „Architektur spielt eine wichtige Vermittlerrolle, indem sie die Verbindungen zwischen den Menschen und der bebauten Umwelt konfiguriert. Gerade im städtischen Raum brauchen wir innovative Ansätze zur Schaffung eines attraktiven Wohn- und Arbeitsumfeldes“, betont Heimo Scheuch. Für den Vorstandsvorsitzenden der Wienerberger AG ist dafür naturgemäß der Ziegel das perfekte Material. Tatsächlich zeigte der Brick Award einmal mehr, dass keramische Baustoffe durchaus kein Schnee von gestern, sondern dass sie aufgrund ihrer Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit ein Material der Zukunft sind.

Die Jury wählte aus einer Rekordzahl von 644 eingereichten Projekten aus 55 Ländern Sieger*innen in 5 Kategorien aus. Der „Grand Prize“ (gleichzeitig der Gewinner der Kategorie „Sharing public spaces“) ging an das Projekt Schlesische Universität, Institut für Radio und Fernsehen von BAAS arquitectura (Spanien), Grupa 5 architekti (Polen) und Maleccy biuro projektowe (Polen). Dieses Projekt lebt von einem Kontrast aus dunklen, schweren Ziegeln, die an die schlesische Geschichte des Kohlenbergbaus erinnern und der leichten offenen Struktur des Gitterwerks, das ein Mehrfamilienhaus umschließt.

Das Prototye Village House von Rafi Segal, MIT Rwanda Workshop Team (USA) siegte in der Kategorie „Living Together“. Im Rahmen der Online-Präsentation erklärte Segal ausführlich das Konzept, das in Zusammenarbeit mit der Rwanda Housing Authority (Ruanda) entstanden ist und das einen Prototyp für leistbares Wohnen darstellt. Wichtig sei die Einbeziehung der Dorfbevölkerung in den Bau gewesen. Der Ziegel war diesbezüglich das geeignete Material, da er ein Basiselemente des Bauens sei, das jeder in die Hand nehmen könne, betonte Segal. Dieser Prototyp stellt eine Typologie dar, die auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die Häuser können individuell ausgestaltet und persönlichen Bedürfnissen angepasst werden.

Die Kategorie „Feeling at home“ gewann das Iturbide Studio von Taller Mauricio Rocha und Gabriela Carillo (Mexiko). Es handelt sich um ein dreistöckiges Haus in Mexico City, das aus einem Innenräum und zwei seitlichen Höfen besteht. Dies gewährleistet einerseits Privatheit, andererseits die Möglichkeit, sich auch im Freien aufzuhalten. Die Architekten schaffen es dabei, die Ziegelwände so zu gestalten, dass die Struktur einem ästhetischen Gesamtkunstwerk gleichkommt.

In derselben Kategorie verlieh die Jury den „Special Prize“ an das Projekt Can Jaime i n´Isabelle von TEd´A arquitectes auf Mallorca. Auch hier geht es um Innenhöfe als zusätzlichen Wohnraum und um die Eigenschaften des Ziegels in Bezug auf die Schaffung eines angenehmen Mikroklimas.

Das Stadtarchiv Delft in den Niederlanden von Office Winhow (Niederlande) und Gottlieb Paludan Architects (Dänemark) erhielt den Preis in der Kategorie „Working Together“. Die Jury hob die konzeptionelle Klarheit und Präzision hervor. Wobei das offene Erdgeschoss die Rolle eines Archivs als öffentliches Gebäude voll und ganz erfülle. Ziegel sind in der Stadt Delft ein sehr weit verbreitetes Baumaterial. Die Ziegelstruktur des Archivkubus scheint zufällig zu sein, folgt aber raffinierten Mustern.

Das Gewinner-Projekt der Kategorie „Building outside the box“ kommt aus Indien. Die Maya-Somaiya-Bibliothek von Sammep Padora & Associates verwendet Ziegel auf ungewöhnliche Art, nämlich als Dachlandschaft, die auch als Spielplatz für eine Schule dient. Die Jury betonte, dass dieses Ziegelgewölbe durch die Planung mittels modernster Computersoftware (der ETH Zürich) ein herausragendes Beispiel für moderne Ziegelarchitektur sei. Die genau Form des Gewölbes ist entscheidend für seine Stabilität.

Der Brick Award ist mit einem Preisgeld von insgesamt 29.500 Euro ausgestattet.


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