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Porsche auf dem Wasser – mit Frauscher Fantom Air

von Markus Schraml
Frauscher x Porsche 850 Fantom Air

Am Gardasee wurde das Ergebnis der Zusammenarbeit des Sportwagenherstellers Porsche mit der Frauscher Bootswerft präsentiert. Die Frauscher x Porsche 850 Fantom Air ist mit der Antriebstechnologie des künftigen vollelektrischen Porsche Macan ausgestattet. Stefan Frauscher (Marketing & Sales) sieht Elektroantriebe auch im Bootsbau immer mehr im Kommen: „Zum einen genießen sie zunehmend eine hohe soziale Akzeptanz, zum anderen erfreuen sich unsere Kunden an den Vorteilen der Elektromobilität: leise, geruchlos und souverän“.

Die Idee für das maritime Projekt entstand im Frühjahr 2021 bei einem Meeting mit Porsche-Vorstandsvorsitzendem Oliver Blume. Als bestens geeigneter Partner konnte die renommierte Frauscher Bootswerft aus Österreich gewonnen werden. 2022 folgte die Entscheidung, die Antriebstechnologie der Premium Plattform Electric (PPE) zu nutzen und in die Baureihe Macan zu integrieren.

Die Aufgabe für Frauscher war zunächst, den Rumpf aus glasfaserverstärktem Kunststoff im Inneren so zu modifizieren, dass er die Antriebseinheit in einer tiefen Schwerpunktlage aufnehmen konnte. Gleichzeitig arbeiteten die Porsche Ingenieure in Hemmingen bei Stuttgart an den nötigen Anpassungen der Motor-Peripherie. Noch 2022 wurde der erste Prototyp gebaut, der im Oktober den Vorstandsmitgliedern von Porsche auf dem bayerischen Tegernsee präsentiert wurde. Diese gaben nach der Vorführung grünes Licht für die Serienfertigung. Im Sommer 2023 schließlich entstand das erste Serienboot.

Hoher Entwicklungsaufwand für Steuergerät

Für Jörg Kerner, Leiter der Baureihe Macan bei Porsche, bietet die eFantom Porsche-typische Performance. „Die einzigartigen Fahreigenschaften haben wir durch die tiefe zentrale Positionierung des Antriebs und der Batterien im Rumpf erreicht. Für die Kurven haben wir das Drehmoment sogar reduziert, damit die Fahrt komfortabel beherrschbar bleibt.“ Kerner erläutert, dass vor allem beim zentralen Steuergerät der Entwicklungsaufwand hoch war: „Weil man auf dem Wasser nun einmal keine Radgeschwindigkeiten erfassen kann oder beispielsweise keine Parkbremse hat, ergaben sich viele offene Schnittstellen. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Der Macan lädt nur, wenn die Parkbremse geschlossen ist. Solche und andere fehlende Signale mussten wir erst generieren.“

Die Anpassung des Rumpfes, um die Batterie einbauen zu können, war seitens Frauscher in mehrfacher Hinsicht knifflig, wie Michael Frauscher (Leiter Produktion) berichtet: „Die Batterie sitzt jetzt dort, wo sich normalerweise der Kraftstofftank befindet, aber sie braucht mehr Platz im Mittelteil des Bootes. Unser Team musste zwei Herausforderungen meistern: Erstens war es wichtig, ein Boot zu bauen, das innerhalb des Zielgewichts der Benzinmotorvariante bleibt. Zweitens wollten wir den Bootskomfort nicht beeinträchtigen.“

Exklusives E-Sportboot von Frauscher und Porsche ist ab 2024 erhältlich. © Porsche

Die Frauscher x Porsche 850 Fantom Air nutzt unter anderem eine permanenterregte Synchron-Elektromaschine (plus dazugehöriger Leistungselektronik), deren Spitzenleistung für den Einsatz in der eFantom auf 400 kW begrenzt wurde. Eine Welle überträgt die Kraft von der E-Maschine an den marinetypischen Z-Antrieb. Unter der Liegefläche im Heckbereich befindet sich die vom Macan übernommene Lithium-Ionen-Batterie mit einer Bruttokapazität von 100 kWh, die an sogenannten Drahtseildämpfern im Tragrahmen aufgehängt ist. Dies soll Stöße, wie sie bei schneller Fahrt und Wellengang zwangsläufig entstehen, besonders gut absorbieren.

Reichweite und Höchstgeschwindigkeit

Ähnlich wie bei Straßenfahrzeugen von Porsche lässt sich mithilfe vorprogrammierter Fahrmodi die Antriebscharakteristik anwählen. Die eFantom ermöglicht die Einstellungen Docking, Range, Sport und Sport Plus. Bei einer Cruising-Geschwindigkeit von 41 km/h (22 kn) reicht die Batterie-Ladung für rund eine Stunde beziehungsweise etwa 45 Kilometer. Bei langsamer, sogenannter Verdrängungsfahrt sind Reichweiten von über 100 Kilometer möglich. Die Höchstgeschwindigkeit liegt im Sport Plus-Modus bei abgeregelten 85 km/h (46 kn). Kundentypische Fahrten mit einem Mix aus Langsam- und Schnellfahrten sollen je nach Fahrprofil eine Fahrzeit von zwei bis drei Stunden ermöglichen.

Dank der 800-Volt-Technik von Porsche kann das Elektro-Boot an DC-Schnellladestationen mit über 250 kW Gleichstrom geladen werden. So lässt sich die Batterie in unter 30 Minuten von zehn bis 80 % SoC (State of Charge) aufladen. AC-Laden mit Wechselstrom an herkömmlichen Haushalts- und Starkstrom-Anschlüssen ist ebenfalls möglich.

Design von Studio F. A. Porsche

Entscheidend für das richtige Porsche-Feeling ist die Gestaltung des Steuerstandes. Naturgemäß zeichnet das Studio F. A. Porsche (Zell am See, Österreich) dafür verantwortlich. Hinter der Windschutzscheibe aus getöntem Acrylglas ist die Instrumententafel in glänzendem Schwarz positioniert. Die seitlichen Enden sind als Winglets ausgebildet – eine Hommage an den 911 und zugleich praktischer Haltegriff. Die fünf analogen Rundinstrumente in „Porsche“-Grafik unterstreichen die Sportwagen-Anmutung. Gesteuert wird die eFantom über ein Porsche-typisches Lenkrad. Sein Kranz ist mit Kunstleder bezogen und dadurch gegen Salzwasser widerstandsfähiger. Die beiden Vordersitze wurden von den Designern des Studio F. A. Porsche entworfen. Ihre Optik mit hochgezogenen Rückenlehnen, integrierten Kopfstützen und gesticktem Wappen ist von den Sportsitzen der Straßenfahrzeuge inspiriert.

Gebaut wird die Yacht in der Frauscher Bootswerft im österreichischen Ohlsdorf. Frauscher übernimmt neben der Endmontage zudem die komplette Vertriebslogistik sowie das After Sales-Management. Ihre offizielle Weltpremiere wird die Frauscher x Porsche 850 Fantom Air im Januar 2024 auf der Fachmesse „boot“ in Düsseldorf feiern. Geplant ist zunächst eine exklusive First Edition von 25 Exemplaren, die zu Preisen ab 561.700 Euro netto über Frauscher bestellt werden kann und ab 2024 an die ersten Kunden ausgeliefert werden soll. Interessierte können sich auf www.frauscherxporsche.com registrieren.


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