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Science, Technology, Arts – STARTS Prize 2019

von redaktion
STARTS Prize 2019

Mit der STARTS Initiative fördert die Europäische Kommission das Zusammenspiel von Wissenschaft, Technologie und Kunst. Dazu gehört auch die Verleihung des STARTS Prize, der von der Linzer Ars Electronica, Bozar und Waag durchgeführt wird. Die Preisträger des Jahres 2019, die nun bekannt gegeben wurden, sind das Innovationsbüro „300.000 Km/s“ sowie Bjørn Karmann und Tore Knudsen.

Das Büro „300.000 Km/s“ mit Sitz in Barcelona hat ein zukunftsträchtiges Modell für nachhaltige Stadtplanung entwickelt und umgesetzt. Damit gewannen sie den STARTS Prize in der Kategorie „Innovative Collaboration“. Die Jury befand außerdem das „Project Alias“ von Karmann und Knudsen als bestes in der Kategorie „Artistic Exploration“. Die beiden schufen eine Art intelligenten Parasiten, der Smart Home Systeme dazu zwingt, Privatsphären zu respektieren. Die STARTS Prize Gewinner erhalten jeweils 20.000 Euro Preisgeld und die STARTS Trophy.

In einer Welt von Sensoren, Kameras und des Datensammelns stellt das Projekt von „300.000 Km/s“ eine Alternative dar. Mit „Ciutat Vella’s Land-use Plan. Big Data, KDD and Citizen Participation to Ensure Coexistence between Economic Activity and Citizens’ Quality of Life“ wird eine neue Form der Stadtplanung eingeführt, die das Top Down-Modell umkehrt und die Bürger*innen ins Zentrum des Prozesses stellt. Das entwickelte Konzept, das wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität unter einen Hut bringen will, fußt auf einer umfassenden partizipatorisch-demokratischen Vorgehensweise, die Tausende von Bürger*innen mit einbezog. In einer Stadt wie Barcelona mit 7 Millionen Besucher*innen pro Jahr musste eine Balance zwischen der Berücksichtigung des Tourismus, den anderen wirtschaftlichen Bereichen und den alltäglichen Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung gefunden werden. Mit neuen Technologien (Machine Learning) wurden unterschiedlichste Informationen erhoben, in einem Datenatlas miteinander verknüpft und schließlich ein Masterplan entwickelt. Das Projekt zielt mithilfe von modernen digitalen Technologien auf das Gemeinwohl im urbanen Raum ab, wo nicht alles der kapitalistischen Ausbreitung unterworfen ist, sondern ein Ausgleich zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Anforderungen gemeinsam gefunden wird.

Von der Smart City zum Smart Home. Bjørn Karmann und Tore Knudsen haben sich für „Alias“ von Pilzen und Viren, die Insekten befallen, inspirieren lassen. Sie nennen ihr Gerät denn auch Parasit. Einer, der das Smart Home auf eine Weise angreift, die dem Nutzer wieder mehr Privatsphäre verschafft. „Alias“ wird auf die Smart Home Anwendung aufgesetzt und steuert sie, indem er das Mikrofon mit einem konstanten, leisen Rauschen beschallt und so verhindert, dass der digitale Smart Home Assistent die Menschen im Raum belauschen kann. Wenn dieser dann doch benötigt wird, aktiviert ihn „Alias“ mit einem „Wake-Wort“. Das gesamte System ist nicht mit dem Internet verbunden. „Alias“ ist eine Möglichkeit, neue intelligente Technologien zu nutzen, ohne gleich die gesamte Privatsphäre aufgeben zu müssen.

Die Entscheidungen der Jury (Ferdi Alici, Francesca Bria, Rikke Frisk, Nadav Hochman, Daehyung Lee, Alexander Mankowsky, Moon Ribas und Şerife Sherry Wong) waren anhand der Qualität der 2278 Einreichungen aus 88 Ländern sicher nicht leicht. Weitere acht Teilnehmer*innen erhielten eine Honorary Mention. Die offizielle Preisverleihung des STARTS Prize 2019 findet während des Ars Electronica Festivals in Linz am 5. September statt.

Honorary Mentions:

Black List Printer / BCL / Georg Tremmel & Shiho Fukuhara

Anatomy of an AI System

Arte Eletrônica Indígena – Thydêwá

SLAP – see like a pony von Sabina Engelhardt

Biocomputer Rhythmus

SimCath

ForensicArchitecture – The Murder of Pavlos Fyssas

This is grown von Jen Keane

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