Home Editor's Video-Choice Software auf Rädern – E-Auto-Marke Afeela von Sony / Honda

Software auf Rädern – E-Auto-Marke Afeela von Sony / Honda

von Uwe Prenner
Der neue Prototyp und die neue Mobilitätsmarke von Sony und Honda heißt Afeela. © Sony Honda Mobility

Die Pläne von Sony, ins Elektroauto-Geschäft einzusteigen, wurden erstmals im Jahr 2020 bekannt. Damals stellte der Technologiekonzern das Konzeptfahrzeug Vision-S vor, Anfang 2022 folgte der zweite Prototyp Vision-S 02. Nun präsentierte CEO und Vorsitzender Yasuhide Mizuno auf der CES® 2023 in Las Vegas das Ergebnis einer Kooperation mit Honda. Es handelt sich nicht nur um ein weiteres Concept Car, sondern gleichzeitig um den Namen einer neuen Marke: Afeela.

Unter der Firmenbezeichnung Sony Honda Mobility Inc. (SHM) soll ein völlig neuer Mobility-Lifestyle kreiert werden. „Um dies zu verwirklichen, wollen wir als Mobility Tech Company den Mobilitätsraum revolutionieren, zusammen mit Gleichgesinnten, die mit Kreativität, Spitzentechnologie und Leidenschaft den Weg für eine neue Zukunft ebnen“, sagte Mizuno. Sony will dafür seine gesamte Kompetenz im Bereich Entertainment einsetzen. So sollen im Fahrzeug reelle und virtuelle Welten integriert werden. Damit das Ganze nahtlos läuft, sollen 800 TOPS (Tera Operations per Second) Rechenleistung zum Einsatz kommen. Es werden SoCs (System on a Chip) von Snapdragon Digital Chassis von Qualcomm Technologies in Schlüsselfunktionen wie AD/ADAS, HMI/IVI und Telematik verwendet.

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Softwaredefinierte Autos

„Das Auto wird immer vernetzter und intelligenter, und die Art und Weise, wie wir unsere Fahrzeuge erleben, verändert sich. Das Snapdragon Digital Chassis dient als Grundlage für softwaredefinierte Fahrzeuge der nächsten Generation und ermöglicht neue Mobilitätserlebnisse und -dienste“, erläuterte Cristiano Amon, Präsident und CEO von Qualcomm Incorporated. Zu diesem Zweck baut SHM eine strategische Technologiepartnerschaft mit Qualcomm auf.

SHM hat ebenfalls damit begonnen, neue Konzepte und Werte für Mobilitätsdienste und Entertainment gemeinsam mit Epic Games zu entwickeln. Auf Basis des nun vorgestellten Prototyps will SHM das Serienmodell entwickeln. Vorbestellungen sollen im ersten Halbjahr 2025 beginnen, der Verkauf bis Ende 2025 und die Auslieferung ab Frühjahr 2026 in Nordamerika erfolgen.

Yasuhide Mizuno betonte, dass es sich bei Afeela um eine völlig neue Herangehensweise an das Thema individuelle Mobilität handle. Der Wendepunkt sei erreicht, an dem bei Autos nicht mehr Kraft und Leistung am wichtigsten seien, sondern Software, Netzwerke und Benutzererlebnisse. Diese neue Orientierung schlägt sich auch im Design nieder. Auffälligstes Element im Exterieur ist die „Media Bar“, ein Lichtstreifen im Frontbereich, über den mit der Umwelt kommuniziert werden kann.

Mehr Entertainment im Auto steht in enger Verbindung mit autonomem Fahren. © Sony Honda Mobility

Kameras und Sensoren

Das Interieur setzt auf sanfte Rundungen, wobei störende Verzierungen und Farben minimiert wurden. „Unser Ziel ist es, ein benutzerzentriertes Erlebnis zu realisieren, das Funktionen bietet, die die Benutzer wünschen“, sagte Mizuno. Die Ziele von SHM definiert das Unternehmen mit den 3 As – Autonomie, Augmentation, Affinität. So wird automatisiertes Fahren der Stufe 3 unter eingeschränkten Bedingungen sowie die Fahrerassistenz der Stufe 2+ angestrebt. Der Prototyp verfügt über 45 Kameras und Sensoren. Kameras im Auto und Time-of-Flight-Sensoren (Sie messen die Entfernung zu einem Objekt durch die Zeit, die Licht zum Objekt und zurück benötigt) erkennen die Verfassung des Fahrers und Verkehrssituationen, um Unfälle zu vermeiden.

Mobilität und Entertainment

Ein neues HMI (Human-Machine-Interface) soll eingeführt werden, das ein personalisiertes In-Car-Erlebnis durch Cloud-Service-Konnektivität bietet und Unterhaltung über das Fahren hinaus ermöglicht. Außerdem soll mithilfe von Sensortechnologie eine intuitive Navigation durch Augmented Reality (AR) bereitstehen. Affinität zur neuen Marke soll durch den Aufbau einer offenen Community für Kunden, Industriepartner und führende Akteure anderer Branchen erreicht werden. Insgesamt geht es darum, den Begriff Mobility Entertainment zu etablieren.


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