Home Design Stockholm Design Week 2021 – Nachhaltigkeit omnipräsent

Stockholm Design Week 2021 – Nachhaltigkeit omnipräsent

von Markus Schraml
„Jasmine“ Soundabsorber von Layla Mehdi Pour für Offecct. © Offecct, Foto: Björn Ceder

Veranstaltungsmäßig geht es 2021 ganz so weiter wie im letzten Jahr – mit Absagen und Verlegungen in den digitalen Raum. Auch die Stockholm Design Week wurde großteils virtuell abgehalten. Die Organisatoren versuchten das Fehlen des Messetrubels mit Online-Talks und Internet-Präsentationen in Form von Videos auszugleichen. Und obwohl die Stockholm Furniture Fair als wichtiger Teil der Design Week nicht stattfinden konnte, erwarteten Besucher*innen zahlreiche geöffnete Hersteller-Showrooms und Designstudios.

Wie in Skandinavien üblich, war das Thema Nachhaltigkeit omnipräsent. So sprach Christian Lodgaard, Head of Products & Brands bei Flokk über die Fortführung des Projekts „DNA“. Dabei geht es um die Verwendung von recyceltem Plastik. Das Unternehmen hat es innerhalb von zwei Jahren geschafft, den Anteil von recyceltem Kunststoff als Ausgangsmaterial für seine Produkte von 583 Tonnen im Jahr 2018 auf ca. 800 Tonnen 2020 zu erhöhen. Dieses Jahr möchte der Officemöbelspezialist mit Marken wie Offecct, HÅG oder Giroflex die 1000 Tonnen-Marke erreichen. Deshalb ist Flokk ständig auf der Suche nach neuen Quellen, um noch mehr Material aus Abfällen verwenden zu können.

Von Recycling hält Marie-Louise Hellgren, Gründerin von Heartearthlab wenig. Die Designerin arbeitet mit Industrieabfällen wie Textilien, Papier, Leder und Holz und verfolgt eine Form des Upcyclings, bei der das Material nicht zu sehr verändert wird und nicht hohe Mengen an Energie aufgewendet werden müssen, wie etwa beim Recycling. Bekannt ist Hellgren für ihr Design des Lilla Snåland-Hockers, der aus Abschnitten der Sitzfläche des gleichnamigen bekannten schwedischen Stuhls stammt. Dieses Paradebeispiel für Hellgrens Upcycling-Philosophie wurde sogar in die ständige Sammlung des schwedischen Nationalmuseums aufgenommen.

Greenhouse ist eine Plattform für junge, unabhängige Designer*innen und für Designschulen. Die gleichnamige Ausstellung während der Stockholm Design Week musste heuer digital stattfinden. Eines der beteiligten Designstudios war Bang Universe. Designerin Theresa Svanholm erklärt das Design der Bang paper-Kollektion, die nur aus Holz und Papier besteht und spricht mit Jens Fager, dem Organisator der Greenhouse-Ausstellung über die besonderen Umstände im Jahr 2021.

Eine der bekanntesten schwedischen Marken ist Blå Station. In diesem Video spricht CEO Johan Lindau mit den Designern Thomas Bernstrand, Stefan Borselius über zwei neue Möbelkollektionen. Außerdem meldet sich Designer Adam Goodrum aus Australien und erzählt den Werdegang seines Sessels „Big Talk”, der ursprünglich für das Projekt „Knit! By Kvadrat” entstanden war und den Blå Station nun produziert.

Zu den international gefragtesten schwedischen Designer*innen gehört ohne Zweifel Monica Förster. Sie lud anlässlich der Stockholm Design Week in ihr Studio und sprach im Vorfeld über die Philosophie, Ideen und Konzepte hinter ihren Designs. Außerdem erklärte sie, wie Kreationen aus einer Kombination von Technologie und Handarbeit entstehen. Am Beispiel eines Sessels für Artifort zeichnet Förster den Designprozess von Skizze und Papiermodell über Computer (CAD) bis hin zum 3D-Druckmodell nach. Außerdem verrät sie, dass ihre Hauptinspiration aus der Natur kommt.

Schließlich hat die formfaktor-Redaktion ein interessantes Videos ausgewählt, in dem Sonya Simmonds, Global Head of Design & Build bei Spotify durch das Officegebäude am Stockholmer Hauptsitz des Musikstreamingdienstes führt. Interessant ist das auch deshalb, weil Spotify unlängst bekannt gab, es seinen Mitarbeiter*innen zu überlassen (in Abstimmung mit dem Team), ob sie von zu Hause aus oder im Büro arbeiten wollen. Folgerichtig dient das sogenannte Urban Escape Building auch ganz gezielt dem Kundenkontakt. So gibt es viele offene Räumlichkeiten, themenspezifische Räume, die nach Playlists benannt sind oder das Spotify-Aufnahmestudio.


Weitere TOP-Artikel

Diese Website verwendet Cookies. Bitte akzeptieren Sie, um fortzufahren. Akzeptieren Informieren