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Weltweit größte Elektrofähre in Norwegen

von Uwe Prenner
Bastø Electric

Norwegen ist das Land der E-Mobilität. Aber nicht nur bei E-Autos hat das skandinavische Land die Nase vorn, seit 1. März verkehrt dort auch die weltweit größte Elektroautofähre mit rein elektrischem Antrieb im normalen Linienverkehr zwischen Moss und Horten. Auf dieser Strecke werden jedes Jahr 3,8 Millionen Passagiere und 1,8 Millionen Fahrzeuge befördert. Bastø Electric von Bastø Fosen ist die erste von insgesamt drei geplanten batterieelektrischen Fähren, die Norwegens verkehrsreichste Fährstrecke in Zukunft bedienen sollen.

„Es ist wichtig für uns, unsere soziale Verantwortung ernst zu nehmen und wir wollen möglichst viel zu einem grünen Wandel beitragen. Die Gründung von Bastø Electric ist deshalb nicht nur für uns ein Meilenstein, sondern auch für die Entwicklung emissionsfreier Fährtechnologien in Norwegen und international“, sagt Øyvind Lund, CEO von Bastø Fosen. Die Elektrofähren werden in der Türkei gebaut, Batterie- und Schnellladesysteme liefert die Batteriefabrik von Siemens Energy in Trondheim. Die Bord-Batterien haben eine Kapazität von 4.3 MWh, das entspricht in etwa dem Umfang von 107 Nissan Leafs. Das Ladesystem verfügt laut Angaben der Reederei über eine Leistung von bis zu 9 MW. Damit können Fähren bei jedem Anlegen sehr schnell geladen werden. Batteriebetriebene Schiffe eignen sich vor allem für Kurzstrecken, wie sie in den norwegischen Fjorden gegeben sind. Für Langstrecken hingegen wird die Schiffsbranche in Zukunft wohl eher auf Wasserstoffbrennstoffzellen setzen.

Testlauf der neuen Fähre in der Türkei im Dezember 2020.

Große Einsparungen durch E-Fähre

„Die Elektrifizierung des Schiffsverkehrs ist eine der wirksamsten Maßnahmen, die wir als Gesellschaft ergreifen können, um zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beizutragen. Norwegen ist weltweit führend bei der Entwicklung dieser Art von Technologie. Im Laufe des Jahres werden wir in Norwegen bis zu 70 elektrische Fähren haben“, sagt Bjørn Einar Brath, CEO von Siemens Energy. Das Unternehmen hat eine Lebenszyklusanalyse für derartige elektrische Fähren durchgeführt, die zeigt, dass durch die Umstellung auf Batteriebetrieb große Einsparungen bei den CO2-Emissionen erzielt werden können. „Die Studie zeigt, dass die CO2-Rechnung im Vergleich zu einer entsprechenden Dieselfähre bereits nach sieben Monaten Betrieb positiv ist, einschließlich der Emissionen, die mit der Produktion von Schiff und Batterien verbunden sind“, erläutert Brath.

Nach Aufbau der zweiten Schnellladestation in Moss sollten die Emissionen im Laufe des Jahres 2022 auf Norwegens verkehrsreichster Fährverbindung um 75 % gesenkt werden können, glaubt die Reederei. Das entspricht etwa dem Ausstoß von 10.000 Benzinautos. Die neue elektrische Autofähre ist aber nicht nur grüner, auch der Komfort an Bord wird dadurch steigen, denn die Bastø Electric ist sehr viel leiser unterwegs, betont Øyvind Lund.


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