Home Architecture Wie digitale Plattformen die Welt verändern – PLATFORM AUSTRIA

Wie digitale Plattformen die Welt verändern – PLATFORM AUSTRIA

von Markus Schraml
In diesem Video sprechen die Kuratoren Peter Mörtenbeck und Helge Mooshammer über Plattform-Urbanismus (englisch).

Im Mai vergangenen Jahres gab die Venedig-Architekturbiennale die Verschiebung der Veranstaltung um ein Jahr bekannt. Damals wohl in der Annahme, dass nach einem Jahr wieder alles wie gewohnt ablaufen könnte. Im Fortgang des Jahres 2020 wurde jedoch immer klarer, dass sich diese Hoffnung nicht erfüllen würde. Die Ausstellungsmacher aus den beteiligten Ländern mussten darauf reagieren und ihre Konzepte anpassen. Die Themenwahl des Österreichs-Beitrags ist im Hinblick auf die radikalen Veränderungen unseres Alltags durch die Pandemie ein Glücksfall. Denn „PLATFORM AUSTRIA“ nahm sich den Einfluss von digitalen Plattformen auf die Welt der Architektur vor. Peter Mörtenböck und Helge Mooshammer, die Kuratoren des Projekts, haben die Zeit genutzt und ein Hybrid-Programm geplant, in dem Vorort-Veranstaltungen und Online-Inhalte miteinander verschränkt werden.

„Im vergangenen Jahr haben wir viel über digitale Plattformen gelernt. In der Zeit des Lockdowns mussten wir uns an Plattformen gewöhnen, um ein halbwegs normales Leben führen zu können. Dadurch ist uns bewusst geworden, wie Plattformen die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, wie wir arbeiten, lernen, einkaufen, uns entspannen und Kontakte knüpfen, komplett verändert haben“, sagt Peter Mörtenbeck und Helge Mooshammer ergänzt: „Wie wir Plattformen nutzen, wirkt sich aber nicht nur massiv auf uns als Menschen aus. Es verändert auch unsere Städte. Auf diesen Wandel wollen wir mit unserem Programm im österreichischen Pavillon hinweisen. Gemeinsam mit Expert*innen aus der ganzen Welt untersuchen wir Plattform-Urbanismus als ein neuartiges Phänomen, das weite Teile unseres Zusammenlebens grundlegend umwälzen könnte.“

Visual Portfolio, Posts & Image Gallery for WordPress

Die Rechte der Nutzer*innen

Plattformen leben von der Beteiligung der Nutzer*innen. Die Kuratoren Mörtenböck und Mooshammer gehen auf diesen Umstand ein und reklamieren in Bezug auf die Rahmenbedingungen zukünftiger Entwicklungen das Recht auf Mitsprache. Der Österreich-Pavillon ist als Diskursraum definiert, in dem die massiven Veränderungen, die der sogenannte „Plattform-Urbanismus“ verursacht und beschleunigt, thematisiert werden. Dies ist ganz im Sinne des von Biennale-Kurator Harshim Sarkis ausgegebenen Mottos „How will we live together?“.

Gewinner*innen und Verlierer*innen des Plattform-Urbanismus

Ein wichtiger Fokus von PLATFORM AUSTRIA liegt auf den Beiträgen nationaler und internationaler Expert*innen, die auf Einladung der Kuratoren verschiedene Aspekte in Blog-Beiträgen beleuchten. Ab sofort werden auf den Social-Media-Kanälen und im Newsfeed der Website www.platform-austria.org diese Expert*innen kontinuierlich vorgestellt und inhaltliche Teaser veröffentlicht. Die eingeladenen Blogger*innen setzen sich grundsätzlich mit der Frage auseinander, wer die Gewinner*innen und wer die Verlierer*innen dieser Entwicklung sind.

Die Beiträge behandeln eine ganze Reihe von Themen: „die Ökonomisierung des Alltags, die Machtkonzentration globaler Technologiekonzerne, die Erfassung von Daten und Erfolgsmetriken in „intelligenten“ Stadtquartieren, die Auswirkungen von E-Commerce auf die städtische Infrastruktur, die Verdrängung von öffentlichem Verkehr durch Flotten privater Mietfahrzeuge, die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen in der Gig-Economy, die Verteuerung innerstädtischen Wohnraums durch private Vermietungsportale im Internet, die Veränderung des Zusammenlebens durch Co-Living- und Co-Working-Modelle und die Steuerung von Emotionen mittels neuer Plattformdienste“, listen die Organisator*innen in der Medienmitteilung auf.

Visual Portfolio, Posts & Image Gallery for WordPress

Die Veränderungen des letzten Jahres spiegeln sich auch in der Präsentation der 17. Biennale Architettura am 12. April 2021 (14:00 Uhr) wider – sie findet online statt.

PLATFORM AUSTRIA
Österreich Pavillon auf der 17. Internationalen Architekturausstellung
La Biennale di Venezia (22. Mai – 21. November 2021)


Mehr zum Thema:


Weitere TOP-Artikel

Diese Website verwendet Cookies. Bitte akzeptieren Sie, um fortzufahren. Akzeptieren Informieren