Home Design Zurück zur Natur und altem Handwerk – Esparto von Let’s Pause

Zurück zur Natur und altem Handwerk – Esparto von Let’s Pause

von Caroline Wanderberg
Das Video gibt Einblick in den handwerklichen Prozess zur Herstellung von Möbeln aus Espartogras. © Let’s Pause

Esparto ist der Name eines Grases, das im Mittelmeerraum wächst. Mittels alter Handwerkstechniken kann dieses Espartogras (auch Halfagras genannt) zu Körben, Teppichen, Sitzmöbeln und vielem mehr verarbeitet werden. Esparto ist auch der Name einer Kollektion der spanischen Möbelmarke Let’s Pause. Das Unternehmen ist Spezialist für Möbel aus Naturmaterialien. Neben Espartogras werden auch Pappelholz, Rohr und Binsen verwendet. Die Bearbeitung dieser mediterranen Pflanzen erfolgt durch geschickte Handwerker*innen, deren Wissen oft über Generationen weitergegeben wurde. Sie fertigen daraus Lampenschirme, Tische, Chaiselongues oder Kopfteile von Betten.

Die Produkte von Let’s Pause werden nicht chemisch behandelt oder lackiert. Denn das Material soll seine natürliche Ausstrahlung, seinen Geruch und die Haptik bewahren. Der besondere „imperfekte“ Charakter dieser Stücke resultiert vor allem aus der alten Handwerkstechnik, durch die sich etwa Espartogras in schöne Möbel verwandelt.

Flechttechniken mit Epartogras

Im Wesentlichen gibt es drei verschiedene Flechttechniken: Zum einen werden unbehandelte Espartogras-Streifen genommen, die dann mit einer großen Holznadel verwebt werden. Es werden keine Knoten benötigt, Struktur und Stabilität entsteht allein durch das Zusammenwirken der verwobenen Gräser. Die daraus entstehende Textur eignet sich gut für Vorhänge, Teppiche, Körbe oder außergewöhnliche Spiegelrahmen. Wird sie für Lampenschirme verwendet, ergibt sich daraus ein warmes Licht mit einem speziellen Schimmern.

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Auch die Riemenwebtechnik ist sehr alt. Dabei wird das Espartogras für einige Tage ins Wasser gelegt, um es weicher zu machen. Dann werden die Spitzen mit hartem Stein geschlagen, um die steife Schicht des Grases in einen handlicheren Faden zu verwandeln. Schließlich werden die Gräser zu einer Schnur gesponnen, mit der leicht gewebt werden kann – entweder im Raster oder in Makramee.

Eine dritte Technik wurde von alters her für die Herstellung von traditionellen Aufbewahrungskörben verwendet, die in Olivenmühlen zum Pressen der Olivenpaste dienten. Für dieses spiralförmige Gewebe werden Gruppen von acht bis neun Epartoblättern eng ineinander verdreht. Das Ergebnis ist ein typisches Rundgewebe, das sich gut für Teppiche, Körbe oder Lampen eignet. Schließlich gibt es noch weitere Webvarianten – etwa in Spiralen oder mit integrierten Hohlräumen.

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Übrigens – Espartogras verändert sich mit der Zeit und entwickelt eine Patina. Seine Farbe wechselt von Grün zu Ocker. Mit ihrer natürlichen Rustikalität vermitteln diese Stücke sehr viel mediterranen Charme. Und am Ende ihres Lebens können sie wieder dorthin zurückkehren, woher ihr Material einst kam. Es bleibt so weiterhin im Kreislauf.


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