Home Design 15 TOP Designs der Mailänder Designwoche

15 TOP Designs der Mailänder Designwoche

von Markus Schraml
Artwork Italien Heritage by Kerasan

Der Salone del Mobile.Milano feiert seinen 60. Geburtstag und fand dafür zu gewohnter Größe zurück. „Der Salone del Mobile war seit eh und je ein Katalysator für Kreativität und Energie“, betont Maria Porro, die Präsidentin des Salone. Außerdem hebt sie die Bemühungen des Veranstalters hervor, den Messebetrieb nachhaltiger zu gestalten. Die zentrale Funktion der Mailänder Messe war und ist jedoch, eine Bühne für Unternehmen, Marken und Designer zu sein.

FORMFAKTOR hat sich auf der Messe umgesehen und folgende Neuheiten aufgespürt: Benedini Associati entwarf für Agape ein frei stehendes Waschbecken, dessen ebene Fläche mit darüber gelegtem Gitter das „Becken“ darstellt. Die Serie „Ell“ hat das Potenzial zu einer Ikone zu werden. Der Marmor-Spezialist Budri präsentiert anlässlich der Mailänder Designwoche die Kollektion „Fragment“ von Gwenael Nicolas (Curiosity Tokyo). Sie entstand aus der Idee, dünne Fragmente unterschiedlicher Breite und Länge aus den bei den Herstellungsprozessen anfallenden Mosaik-Arbeitsstäben und -platten zu gewinnen. Nebeneinandergestellt und mit einer von der Firma patentierten Komponente verschmolzen, bilden sie Längs- und Quermuster aus monochromen oder bunten Farbstellungen.

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Office-System von OMA

Das bekannte niederländische Architekturbüro OMA hat für UniFor (Molteni Group) die modulare Office-Serie „Principles“ entworfen. Die Kollektion besteht aus mehr als hundert Elementen. Das grundlegende Konzept dahinter ist die Bereitstellung von Möbeln, die von jedem jederzeit genutzt werden können, um den Workflow und die Kommunikation, die für moderne Arbeitsplätze erforderlich sind, optimal zu unterstützen. Die vielfältigen Elemente sind nach Größen und Familien geordnet. Eine dieser Familien heißt „spines“. Sie umfasst gerade und gebogene Trennwände, die zu einzelnen Pods für private Anrufe und konzentriertes Arbeiten oder zu halb geschlossenen Ecken für kleinere Besprechungen verbunden werden können. Eine andere Familie besteht aus ringförmigen Sofas und Inseln, die eine informellere Interaktion ermöglichen. Diese neue Kollektion basiert auf der Zusammenarbeit von UniFor und OMA für die Gemeinschafts- und Loungebereiche des Axel Springer Campus in Berlin (2018).

„Principles“ ist ein umfangreiches Office-Programm von UniFor. Design: OMA. © OMA

Der schwedische Möbelhersteller Blå Station feiert in Mailand 20 Jahre „Innovation C“ von Fredrik Mattson. Die außergewöhnliche Form begeistert nach wie vor. Man kann gerade oder schräg darauf sitzen, sein Notebook verwendet oder sich im Kreis drehen. Mattson hatte den Stuhl entwickelt, als er Geschäftsleute beobachtete, wie umständlich sie mit den damals noch relativ neuen Business-Laptops umgingen. Rückblickend gesehen war diese Designidee unglaublich zukunftsträchtig.

„Tommy“ von Viganò & C ist eine neue Sitzserie, die sich je nach Bedarf anpassen lässt. Der Fokus liegt auf Smart Working und auf der Gestaltung von informellen Wartezonen. Markantes Merkmal der Designer Basaglia + Rota Nodari ist der Einschnitt in die runden Sitzgelegenheiten. In diese Einschnitte können unterschiedliche Accessoires appliziert werden: vom Batterieladegerät über einen Zeitungsständer bis hin zur schallabsorbierenden Platte.

„Tommy“ wurde für das Zeitalter des flexiblen Smart Working konzipiert. Design: Basaglia + Rota Nodari. © Viganò & C

Tecta bringt seine Tecta X Open-Edition nach Mailand. Vier Tecta-Möbelklassiker wählte Dominik Kirgus vom Studio für Gestaltung aus, um die Farbgebung, die er für die Rahmen der OPEN-Räder entwarf, auch auf Möbel anzuwenden. Auch hier werden die Farbkompositionen der Bauhaus-Künstlerin Anni Albers weitergedacht. Mit Spannung erwartet wurde ein neuer Sessel, den Marco Dessí für Tecta entworfen hat. Es handelt sich dabei um eine schräge, hohe Form, dessen weit vorgezogene Rückenlehne sich wie eine schützende Hülle um den Nutzer / die Nutzerin legt. Das Design fügt sich perfekt die Modellpalette von Tecta ein.

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Giorgetti verlängert seine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem toskanischen Architekten Roberto Lazzeroni mit dem Paravent „Borealis“. Der Paravent besteht aus drei drehbaren Türen, die durch ein Zusammenspiel verwobener Bänder einen transparenten Effekt erzeugen. Das bestimmende Element ist das Lederband, dessen Falten an das Muster des Polarlichts erinnern sollen, von dem das Objekt seinen Namen hat. Il Bronzetto zeigt auf dem Salone eine neue Generation von Leuchten, die sowohl Lichtbringer als auch Klangquelle sind. „Soundlight“ besteht aus einer Messing-Halbkugel von fast einem Meter Durchmesser, die vollständig mit Blattgold überzogen ist. Hier trifft das Vintage-Industrial-Design der Brass Brothers & Co-Linie auf die innovativen Designer und Soundexperten Volumio und Glauk – beide ebenfalls aus Florenz. Mit den von Glauk kreierten „Exciters“, die anstelle der klassischen Lautsprecher verwendet werden, wird die gesamte Oberfläche der Lampe selbst zum Verstärker. Dadurch entsteht ein dreidimensionales Klangbild, das sich im gesamten Raum ausbreitet.

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Kengo Kuma designt Teppiche für GAN

Die spanische Teppichmarke GAN präsentiert eine Kooperation mit Kengo Kuma. Der japanische Architekt hat die Kollektion GOZ entworfen. Sie besteht aus drei Teppichen, Kiri, Ame und Tsuchi, die japanischen Begriffe für Nebel, Regen und Erde. Als Materialien verwendet er Wolle und Teakholz. Kuma hat übrigens auch den Messestand der Gandía Blasco Group designt. Moroso zeigt in seinem Mailänder Showroom die „Square“-Kollektion von Jonathan Olivares, die der Designer ursprünglich für den New Yorker Flagship-Showroom von Kvadrat entworfen hat. Es sind kleine quadratische, gepolsterte Sessel und Sofas. „Square leitet seine Formensprache von der quadratischen Grundeinheit ab, die Kette und Schuss eines gewebten Textils ausmachen. Vergrößert und abstrahiert repräsentiert die Form des Sessels das Textil, aus dem er hergestellt wurde. Er ist quadratisch auf Mikro- und Makroebene. Da Textilien zu den flexibelsten Produkten gehören, ist der Sitz auch als anpassungsfähiges Objekt konzipiert“, sagt Olivares.

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Das von Federica Biasi für Manerba entworfene „Kokoro“ Meeting & Seating-System bekommt Zuwachs: Zu dem System aus Sofas, Sesseln und Couchtischen gesellt sich jetzt eine 2er-Bank mit integriertem Couchtisch. Die im letzten Jahr unerwartet verstorbene französische Designerin Pauline Deltour hat 2021 den Wangenstuhl und -sessel „Noto“ für den deutschen Polstermöbelhersteller COR gestaltet. Mit seinen schmalen, filigran gepolsterten Wangen hat dieses Möbel Charakterstärke. Der Aufbau mit vier zusammengesetzten rechteckigen Polsterflächen wirkt leicht. Dies resultiert aus dem Schlitz zwischen geschwungener Rückenlehne und Sitzpolster.

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Giuseppe Bavuso, der neue künstlerische Leiter von lapalma, hat ein vielseitiges Bücherregal entworfen, das für Loungebereiche von Büros, Hotels oder Restaurants sowie moderne Wohnräume gedacht ist. Es heißt JAZZ und verbirgt wie die Musikrichtung, in der Improvisation und Struktur aufeinandertreffen, Präzision hinter scheinbarer Unordnung. Marioni zeigt das Polstermöbelsystem „Mythos“, das von La Récréation – Piero Angelo Orecchioni entworfen wurde. Die einzelnen Elemente sind sehr klar gestaltet, wobei jedes auch für sich alleine stehen kann. Als Accessoires sind ein kleiner Ständer oder eine Lampe verfügbar, die mit einem einfachen Stecksystem seitlich eingesetzt werden können. „Mythos“ ist Teil der Notorious-Kollektion.

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Einen Ausflug in die Welt der Spielkarten macht Artwork Italien Heritage by Kerasan. Die Beistellmöbel „Segni delle Carte“ sind von französischen Spielkartensymbolen inspiriert: Herz, Karo, Pik und Kreuz.

Foto © Mark Ofshell


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