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Bundespreis Ecodesign 2022 – die Gewinner

von redaktion
Im automatisierten V-Locker Smart Bike Parking System können bis zu 60 Räder sicher und platzsparend aufbewahrt werden. Foto © IDZ | V-Locker AG

14 Projekte werden 2022 mit dem Bundespreis Ecodesign ausgezeichnet. Durchweg handelt es sich um zukunftsfähige Lösungen wie Konzepte für eine Transformation der Bekleidungsindustrie oder die datenbasierte Wiederinstandsetzung von Mooren. Das deutsche Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt (UBA) loben diesen Preis seit 2012 jährlich gemeinsam mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin aus. Der Wettbewerb zeichnet in den vier Kategorien Produkt, Service, Konzept und Nachwuchs herausragende Arbeiten aus, die sowohl in puncto Umweltschonung als auch Design überzeugen.

Der Bundespreis Ecodesign geht an folgende Projekte:

In der Kategorie Produkt wird die Molto Luce GmbH (Wels, Österreich) für ihre X-Change Technologie ausgezeichnet. Diese ermöglicht den einfachen Wechsel einer LED-Platine, ohne die gesamte Leuchte tauschen zu müssen. Der Wechsel erfolgt mittels Bajonette-Verschluss und funktioniert komplett werkzeuglos.

Der Steelcase Flex Perch Stehhocker der Steelcase AG (München, Bayern) ist das weltweit erste Möbelstück, das mit Kunststoff aus dem ChemCycling-Projekt von BASF hergestellt wird. Bei dieser Technik entsteht aus einem Abfallstrom der Elektronikproduktion ein neuartiger Rohstoff.

HIIVE bietet Honigbienen ein artgerechtes Zuhause. Die Konstruktion repliziert das Mikroklima einer Baumhöhle, dem natürlichen Habitat der Bienen. Der modulare Aufbau gewährleistet eine einfache Reparierbarkeit. Hersteller: HIIVE UG (Teltow, Brandenburg).

Auch die AYNO-Leuchtenfamilie der Midgard Licht GmbH (Hamburg) erhält einen Ecodesignpreis. Das raffinierte Design von Diez Office sieht Steckverbindungen vor, durch die LED und Trafo ohne Werkzeug ausgetauscht werden können. So kann AYNO von den Kunden selbstständig repariert werden. Bereits hergestellt aus recycelten Werkstoffen, lässt sie sich selbst leicht in drei recycelbare Primärwerkstoffe trennen.

Weitere Preisträger in der Produkt-Kategorie sind die Köderschutzbox ToxProtect 1402 der ball–b GmbH & Co KG (Nürnberg, Bayern), mit der bis zu 98 % an Giftködern eingespart werden können, das V-Locker Smart Bike Parking System der V-Locker AG (Dübendorf, Schweiz), Meyer-Hayoz Design Engineering AG (Winterthur, Schweiz), einem automatisierten System, mit dem bis zu 60 Räder sicher auf einem PKW-Stellplatz aufbewahrt werden können, sowie die Windkraft Fertigteil-Fundamente der Smart & Green Mukran Concrete GmbH (Sassnitz, Mecklenburg-Vorpommern), die bis zu 70 % weniger Beton benötigen.

Designkonzepte

In der Kategorie Konzept wurde die Shared Factory der ito ito GmbH (Bremen) ausgezeichnet. Damit werden Modelabel und Strickereien Teil einer digitalen On-Demand-Design- und Produktionsplattform für Strickware. Entwürfe können digitalisiert, frei verändert, erst verkauft und dann produziert werden. ito ito automatisiert die lokale Modeproduktion mit flexiblen Stückzahlen, verkürzt Produktionszeiten sowie Lieferwege und ermöglicht Kreislaufwirtschaftsmodelle.

Design as a Service

Auch im Bereich Dienstleistung ist Design ein wichtiger Faktor. Der Bundespreis Ecodesign ging in dieser Kategorie an zwei Projekte: die Recommerce Plattform reverse.supply der RS Recommerce Technologies GmbH (Berlin), die eine effiziente Lösung für Modehändler darstellt, die ihren eigenen Secondhand-Shop auf- oder ausbauen und sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich sinnvoll mit Retouren, Überhängen oder B-Ware umgehen wollen. Ebenfalls ausgezeichnet wurde ein Design von Studio Ineke Hans aus den Niederlanden. REX ist der erste niederländische Pfandstuhl, der jederzeit bei den Circuform-Sammelstellen (Circuform B. V., De Meern) gegen eine Rückzahlung zurückgegeben werden kann. Zurückgebrachte Pfandstühle werden geprüft und gereinigt, bei Bedarf repariert und weiterverkauft – erneut mit Pfand.

Der Designnachwuchs

In der Kategorie Nachwuchs ging der Preis unter anderem an Hélène Fontaine (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Sachsen-Anhalt) für ihre 2harvest-OPV-Gewächshausfolie. Damit wird eine Doppelnutzung der landwirtschaftlichen Fläche ermöglicht, denn Energie und Nahrung können parallel produziert werden.

Maren Klamser (Bauhaus-Universität Weimar, Thüringen) hat für den mineralischen, recyclingfähigen Feststoff 5 TONS ebenfalls einen Nachwuchspreis erhalten. 5 TONS wird aus Ziegelmehl von Mauerwerksbruch und rezyklierter Gesteinskörnung aus mineralischem Bauschutt hergestellt. Das Material ist die Basis eines Trockenstapelsystems für Mauerwerkssteine.

Weitere Preisträger in der Nachwuchs-Kategorie sind die App PeakPick von Sascha Greilinger (Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg, Bayern), einem Saisonkalender für grünen Strom und Milan Bergheim (weißensee kunsthochschule berlin, Berlin) für re:wet, ein service-blueprint für die Regeneration von Mooren. Landwirte können damit Daten wie Geländehöhen oder Wasserstände erheben und in einem digitalen Zwilling speichern.

Die Jury

Die Jury des Bundespreises Ecodesign bestand aus Werner Aisslinger (Produktdesigner), Paula Raché (Kommunikationsdesignerin), Andreas Detzel (Umweltexperte am ifeu in Heidelberg), Prof. Matthias Held (Produktdesigner, Prof. an der HfG Schwäbisch Gmünd), Anja Mager (Leiterin des Referats „Nachhaltiger Konsum, Produktbezogener Umweltschutz“ im BMUV), Prof. em. Günter Horntrich (Produktdesigner, Prof. em. für Design u. Ökologie an der KISD – Köln International School of Design), Dr. Bettina Rechenberg (Leiterin des Fachbereichs III „Nachhaltige Produkte und Produktion, Kreislaufwirtschaft“ im UBA), Prof. Nicole Schneider (Designerin, Professorin und stellvertretende Institutsleiterin an der HGK in Basel) und Prof. Friederike von Wedel-Parlow (Modedesignerin, Gründerin des Beneficial Design Institute).


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