Home Design Der Tisch – Zentrum des sozialen Lebens

Der Tisch – Zentrum des sozialen Lebens

von Markus Schraml
Eclipse, Artefacto

Die Möbelkategorie Tisch kann unterschiedlichsten Zwecken dienen und dafür verschiedene Größen und Höhen annehmen. Sei es als verstellbarer Schreibtisch, als niedriger Coffee Table oder als klassischer Esstisch. Etymologisch steht das Wort Tisch in Zusammenhang mit dem Wort Schüssel (althochdeutsch: tisc, altenglisch: disc). In germanischer Zeit wurde direkt von einer kleinen hölzernen Platte gegessen, die gleichzeitig als Essschüssel diente. Grundsätzlich erfüllt ein Tisch den Zweck, etwas in eine erhöhte Position zu bringen, um einfacher darauf zugreifen zu können. Das gilt sowohl für niedrige als auch für hohe Tische, vor die dann ein Stuhl gestellt wird. Die Höhe des Tisches ist eng mit der jeweiligen (Ess)kultur verknüpft. Beim Essen werden familiäre, freundschaftliche oder berufliche Kontakte gepflegt. Der Ort, das Möbel, an dem sich die Menschen dafür treffen, ist der Tisch, der damit eine wichtige Funktion im sozialen Leben einnimmt.

Ein Tisch besteht in der Regel aus einer Platte und vier Beinen. Im Lauf der Geschichte wurden dazu unterschiedlichste Varianten entwickelt. In der zeitgenössischen hochwertigen Einrichtungswelt werden Tische mit teilweise sehr ausgefallenen Unterbauten versehen. So begeistert etwa Ferruccio Lavianis ALA, den er für MisuraEmme kreiert hat, mit elegant gebogener, transparenter Tischplatte, durch die breite, sich verjüngende Holzbeine schimmern. Diese Kombination erzeugt einen äußerst aerodynamischen Look. Nun gibt es neue Oberflächen in antik matt lackierter dunkler Bronze, Graphit und Messing, die sich ideal für große Wohnräume eignen. Die halbovale Platte ist neben den transparenten Mandarine- und Rauchglasversionen auch in allen Marmorarten des Herstellers erhältlich.

ALA von Ferruccio Laviani für MisuraEmme erstrahlt in neuen Oberflächen. © MisuraEmme

Tische von den Bellinis

„Blitz ist mehr als nur ein Tisch. Es war ein Lichtblitz, der aus meinen Gedanken über meine Hände und über einen Stift auf das Papier kam“, beschreibt Mario Bellini die Idee zu „Blitz“ für B&B Italia. Die schlanke, sehr geometrische Struktur erinnert tatsächlich an einen Blitz, dessen Oberfläche allerdings aus Bambus besteht. Die Unter- bzw. Innenseite wurde mit einem schwarzen Finish mit Schellack-Effekt versehen. Diese Kombination erzeugt eine starke Persönlichkeit und szenische Präsenz. „Blitz“ wird in einer limitierten Serie von 100 Stück produziert. Auch Mario Bellinis Sohn Claudio ist Architekt und Designer. In dieser Funktion hat er für Natuzzi die „Solar“-Kollektion entworfen. Claudio Bellini und Natuzzi Italia arbeiten bereits seit 25 Jahren zusammen und einmal mehr gelang es Bellini Möbel zu kreieren, die minimalistisch und doch elegant sind. Eine starke Identität hat vor allem der Couchtisch „Frost“ der Kollektion, der natürliche und industrielle Materialien kombiniert. Zylindrische bzw. rechteckige Formen aus grauem Fossena-Stein, die über eine Metallleiste miteinander verbunden sind, bilden die Tischbasis, auf der eine feine Glasplatte ruht.

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Mehr über die Inspiration der Solar-Kollektion, die in Apulien (Südost-Italien) liegt und über die Zusammenarbeit zwischen Claudio Bellini und Pasquale Junior (PJ) Natuzzi in diesem Video…

„Monolith“ ist der Name eines bekannten Couchtisches von Henge, der in einer neuen Variante zur Gänze aus einem Stück Ostuni-Stein besteht. Die archaische Ausdruckskraft ist kaum zu überbieten. Sie ist das Resultat der porös wirkenden Oberfläche des Steins und der sehr hellen Nuancen, die von Grau bis Braun reichen. Die Originalversion besteht aus brüniertem Messing.

„Monolith“ ist der Name eines bekannten Couchtisches von Henge, der in einer neuen Variante zur Gänze aus einem Stück Ostuni-Stein besteht. © Henge

Das Einzel-Tischbein

Designer Pietro Russo öffnet für „Manto“, einem Tisch, den er für Gallotti&Radice schuf, die Zylinderform, sodass sie wie ein Mantel erscheint. Dieser „magische Mantel“ bildet die Basis, auf der eine Platte aus Noce Colore Frisé-Holz mit abgeschrägten Kanten thront. Zwei Knöpfe aus satiniertem Messing verbinden die beiden Tischbein-Elemente. Das wirkt tatsächlich wie der Verschluss eines Umhangs. Eine ähnliche Struktur weist das Tischbein von Bonaldos Mellow auf. Die neue runde Ausführung von Bartoli Design macht einen sehr kompakten, ausgewogenen Eindruck. Die Basis besteht aus zwei Gusselementen aus Polyurethan mit hoher Dichte, die sich zu umarmen scheinen. Die runde Platte ist in Massivholz, Keramik oder Marmor erhältlich.

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Fabrice Berrux hat für Bonaldo den Tisch „Circus“ gestaltet, der zwei grundsätzliche geometrische Formen gegenüberstellt: den Kreis und die Kugel. Die formale Spannung dieses Entwurfs ergibt sich aus dem scheinbaren Spiel mit dem Gleichgewicht. Berrux meint zu seinem Tisch mit Kugelsockel: „Ein Kultgegenstand von astraler Schönheit, wie ich hoffe, und von minimalistischer Eleganz“.

Fabrice Berrux hat für Bonaldo den Tisch „Circus“ gestaltet, der zwei grundsätzliche geometrische Formen gegenüberstellt: den Kreis und die Kugel. © Bonaldo

Ein Platte und vier Beine

Nun aber zurück zu Tischen mit vier Beinen: Romano Marcato hat für Lapalma den Tisch „Ori“ entworfen. Es handelt sich um eine Kombination aus Holz und Metall, wobei die schrägen Beine einen sechseckigen Querschnitt aufweisen. Dazwischen befinden sich Räume, die bei Bedarf dazu verwendet werden können, unauffällig Kabel zur Stromversorgung für die in der Tischplatte integrierten Elektrifizierung zu verlegen. Diese Tische eignen sich aber nicht nur für das (Home)office. Durch die unterschiedlichen Höhen und Formen der Tischplatte sind sie vielfältig einsetzbar.

Der „Pylon“-Tisch aus dem Programm von Diesel Living with Moroso verdankt seinen Namen einem Strommast, der die Inspiration für die Struktur der Beine lieferte. Die stählerne Basis vermittelt durchaus Stabilität. Zusätzlich zur bekannten Tischplatte aus Eiche mit Farbverlauf (2013, Diesel Designers) ist Pylon nun auch mit einem Liquid Marble-Finish erhältlich. Dieses brandneue Finish entsteht dadurch, dass eine Platte aus flüssigem Steinzeug mit Marmoreffekt unter eine Glasscheibe gelegt wird. Der formale Reiz ergibt sich aus dem Kontrast dieses verspielten, künstlichen Marmoreffekts und der strengen schwarzen Metallbasis.

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„LOT lite“ von Tecta ist ein Ess-, Schreib- oder Konferenztisch mit ovaler Tischplatte. „Eine gute Allianz aus Stabilität und Leichtigkeit“, beschreibt Wolfgang Hartauer sein Werk. Der Tisch mit 28 mm Plattenstärke ruht auf vier Punkten. Drei Formen stehen hier im Dialog: die halbkreisförmigen Auslassungen an den Stirnseiten, der breite Verbindungssteg zur Stabilisierung und die an ihren Enden abgerundete MDF-Platte. Im Unterschied zum großen Bruder LOT ist der lite sehr viel filigraner und reduzierter.

„LOT lite“ von Tecta ist ein Ess-, Schreib- oder Konferenztisch mit ovaler Tischplatte im Design von Wolfgang Hartauer. © Tecta

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