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eFuels-Pilotanlage in Chile in Betrieb

von Uwe Prenner
Porsche, eFuels-Pilotanlage in chile

Kritiker halten sie für ineffizient, Befürworter sprechen von einer wichtigen Technologie auf dem Weg zu umweltfreundlicherem Verkehr. Die Rede ist von eFuels. Ex-VW-Chef Helmut Diess hielt nichts davon, Nachfolger Oliver Blume sehr viel. Er war es auch, der schon als Vorstandsvorsitzender der Porsche AG den Bau einer e-Fuels-Anlage in Chile favorisierte. Nun hat die Produktion von synthetischem Kraftstoff ebendort begonnen. Im Beisein des chilenischen Energieministers Diego Pardow wurde die Pilotanlage „Haru Oni“ in Punta Arenas offiziell eröffnet.

Porsche und internationale Partner um die chilenische Betreibergesellschaft Highly Innovative Fuels (HIF) sind an diesem Projekt beteiligt. Mit Windenergie aus Wasser und Kohlendioxid hergestellte eFuels sollen einen nahezu CO2-neutralen Betrieb von Ottomotoren erlauben. „Weltweit gibt es heute mehr als 1,3 Milliarden Verbrennerfahrzeuge. Viele davon werden noch Jahrzehnte lang auf der Straße unterwegs sein. eFuels bieten den Besitzern von Bestandsfahrzeugen eine Perspektive“, begründet Michael Steiner, Vorstand Entwicklung und Forschung der Porsche AG, das Engagement des Unternehmens auf diesem Gebiet.

In der Pilotphase ist eine eFuels-Produktion von rund 130.000 Litern pro Jahr geplant. Der Kraftstoff soll zunächst in Projekten wie dem Porsche Mobil 1 Supercup und in den Porsche Experience Centern eingesetzt werden. Nach dieser Phase soll die Produktion auf voraussichtlich rund 55 Millionen Liter pro Jahr gesteigert werden. Zwei Jahre später soll die Kapazität dann 550 Millionen Liter betragen.

Barbara Frenkel, Mitglied des Vorstandes, Beschaffung und Michael Steiner, Mitglied des Vorstandes, Forschung und Entwicklung bei der feierlichen Eröffnung der eFuels-Pilotanlage in Chile. © Porsche AG

Viel Wind, gute Lage

Der Süden Chiles wurde deshalb gewählt, weil dort an 270 Tagen im Jahr der Wind weht und die Windräder voll laufen können. Zudem liegt Punta Arenas in unmittelbarer Nähe der Magellanstraße. Vom Hafen Cabo Negro aus kann der synthetische eFuel-Kraftstoff in alle Welt transportiert und über die bestehende Infrastruktur verteilt werden. Laut Barbara Frenkel, Vorstand Beschaffung der Porsche AG, setzt das Unternehmen sowohl auf Elektromobilität als auch auf eFuels – jedenfalls als Ergänzung. „Mit Blick auf den gesamten Verkehrssektor sollte die industrielle Produktion synthetischer Kraftstoffe weltweit weiter vorangetrieben werden. Mit der eFuels-Pilotanlage nimmt Porsche bei dieser Entwicklung eine treibende Rolle ein“, sagt sie.

Insgesamt hat Porsche bis heute über 100 Millionen US-Dollar in die Entwicklung und Bereitstellung von eFuels investiert. So hat sich der Sportwagenbauer im April 2022 mit 75 Millionen Dollar an der HIF Global LLC beteiligt. Diese plant, baut und betreibt eFuel-Anlagen in Chile, den USA und Australien.


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