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Ein Dorf auf dem Mond

von redaktion
Moon Village, SOM

Moon Village ist der Titel eines Konzepts von Skidmore, Owings & Merrill (SOM) zur ersten permanenten menschlichen Siedlung auf der Mondoberfläche. In Partnerschaft mit der European Space Agency (ESA) und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelte SOM den Masterplan, das Design sowie die Technik. SOM-Design Partner Colin Koop sagt über das Dorf auf dem Mond: „Das Projekt präsentiert eine völlig neue Herausforderung im Bereich der architektonischen Gestaltung. Das Moon Village muss dazu fähig sein, menschliches Leben in einer an sich unbewohnbaren Umgebung zu erhalten. Dabei müssen wir Probleme berücksichtigen, an die auf der Erde niemand denken würde. Wie der Schutz vor Strahlung, Druckunterschiede und wie man Atemluft erzeugen kann.“

All diese speziellen Herausforderungen verlangen nach einem interdisziplinären Lösungsansatz. Die Europäische Weltraumorganisation liefert dabei das Know-how aus dem Europäischen Astronautenzentrum und dem Europäischen Weltraumforschungs- und Technologiezentrum. Dieses Wissen wird mit der Erfahrung des Aerospace Engineering Department des MIT und SOMs Expertise in Sachen Architektur, Technik, Stadtplanung und nachhaltigem Design kombiniert. In diesem ganzheitlichen Ansatz sind Ausfallsicherheit und Autarkie Schlüsselelemente.

Im Masterplan wird das Moon Village konkret am Rande des Shackleton-Kraters in der Nähe des Südpols des Mondes positioniert, eine Gegend, dessen Gipfel während des Mondjahres fast immer Tageslicht haben. Dies ist die erste von drei geplanten Entwicklungsphasen, in denen mehrere Infrastrukturkomponenten und bewohnbare Strukturen installiert werden, die dem Dorf die Möglichkeit geben, das Sonnenlicht für die Energiegewinnung zu nutzen, Ressourcen-Experimente aufzubauen oder Nahrungsmittel und andere lebenswichtige Elemente aus den Ressourcen des Mondes zu generieren. Der Plan sieht vor, Wasser aus den permanent im Schatten liegenden Vertiefungen des Mond-Südpols zu extrahieren, um damit Atemluft und Raketentreibstoff für den Transport und für industrielle Aktivitäten zu erzeugen. Das Monddorf würde nah an den vermuteten Wasser-Eis-Einlagerungen des Kraters gebaut werden. Zusätzlich würden die Cluster von Modulen miteinander verbunden werden, um eine nahtlose Mobilität zwischen den Strukturen zu ermöglichen. Auf den Erhöhungen des unebenen Geländes sind Kommunikationstürme geplant.

Die unter Druck stehenden Module sind aufblasbar und erweiterbar, um bei Bedarf die Raumgröße anzupassen. Das Konzept sieht drei- bis vierstöckige Strukturen mit Arbeitsbereichen, Wohnräumen sowie Systemen zur Umweltkontrolle und Lebenserhaltung vor. Diese aufblasbaren Strukturen sollen zusammen mit Schutzschalen aus Regolith vor extremer Kälte, Projektilen, Staub und Sonnenstrahlung schützen. Der Hauptzweck ist es, einen außerirdischen Ort für Wissenschaft, Industrie und Unterhaltung zu schaffen, der der erste Schritt für sehr viel weitreichendere Ziele wäre.

Das Moon Village ist ein offenes Multi-Partner-Konzept, das in die Vorstellungen der ESA für zukünftige Erkundungen über das Jahr 2050 hinaus passt. Es ergänzt Projekte, die bereits von den ESA-Mitgliedsstaaten validiert wurden. Im Strategieplan der National Aeronautics and Space Administration steht die konkrete Absicht „die menschliche Präsenz in den Weltraum hinein zu erweitern und den Mond in einer nachhaltigen, langfristigen Weise zu erkunden und zu nutzen.“ Dabei wird der Mond in den Köpfern der Forscher als ein Sprungbrett auf dem Weg zum Mars gesehen.

 

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