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Houskapreis 2020: TU Graz und MacroArray Diagnostics gewinnen

von Markus Schraml

Der Houskapreis der B&C Privatstiftung ist mit einer Dotierung von insgesamt 500.000 Euro der größte private Forschungspreis in Österreich. 2020 gewann in der Kategorie „Hochschulforschung“ die Technische Universität Graz mit der Entwicklung des 3D-Nanodrucks. In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ erhielt das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics den Preis für seinen Allergietest „Allergy Explorer“. Beide Gewinner erhalten ein Preisgeld von je 150.000 Euro.

Aus insgesamt 60 Einreichungen wurden die Gewinnerprojekte für den 1. und 2. Platz in den Kategorien „Hochschulforschung“ und „Forschung & Entwicklung in KMU“ in einem zweistufigen Verfahren von Fachexperten ermittelt. Der 3. Platz, der Publikumspreis, wurde heuer erstmals mittels Online-Votings entschieden und nicht – wie bisher – während der Houskapreis-Veranstaltung ermittelt. „Wissenschaft und Forschung sind nicht nur der Schlüssel für die Bewältigung der akuten Corona-Krise, sondern auch essenziell für den Wiederaufbau und die nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich. Dafür setzt sich die B&C Privatstiftung mit dem Forschungsförderungspreis ein“, betonte Erich Hampel, Vorstandsvorsitzender der B&C Privatstiftung, der die goldene Houskapreis-Statue in heuer stark eingeschränktem Rahmen überreichte.

Aus den fünf nominierten Einreichungen in der Kategorie „Hochschulforschung“ holte Prof. DI Dr. Harald Plank vom Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik der TU Graz mit dem Projekt „3D-Nano-Printing“ den Hauptpreis. Dabei wird eine neuartige 3D-Nanodruck-Technologie entwickelt, die sogenannte FEBID-Technologie (Focused Electron Beam Induced Deposition), zur Fertigung von komplexen, dreidimensionalen Objekten im Nanobereich. Diese neue Methode soll für die Industrie neue Anwendungsbereiche erschließen, die mit herkömmlichen 3D-Druckverfahren bisher nicht möglich waren. Projektleiter Harald Plank zur Auszeichnung: „Ausgangssituation dieser Entwicklung war eine ‚schräge‘ Idee, die in einem Café entstanden ist. Dass diese Idee nach sechs Jahren zu einer industriell relevanten Technologie und schließlich zu einer solchen Auszeichnung führt, erfüllt mich mit großem Stolz.“ Mit diesem Druck-Verfahren konnten bereits elektrisch leitfähige 3D-Hochauflösungs-Nanosonden hergestellt werden, die in Rasterkraftmikroskopen von Industriepartnern eingesetzt werden. Zukünftige Nanosonden ermöglichen eine simultane Analyse von elektrischen, magnetischen, chemischen und optischen Oberflächeneigenschaften, wobei die Leistungsfähigkeit deutlich höher ist als jene von kommerziell erhältlichen Produkten.

In der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ waren ebenfalls fünf Projekte nominiert. Hier konnte das Wiener Unternehmen MacroArray Diagnostics GmbH mit ihrem Forschungsprojekt „Allergy Explorer – der Schlüssel zur Allergiediagnose“ Fachbeiräte sowie Jury überzeugen. Dr. Christian Harwanegg, Gründer und CEO von MacroArray Diagnostics: „Wir sind überglücklich über den Preis. Mit unserem zeit- und kosteneffizienten Allergietest möchten wir die großen Konzerne auch aufrütteln und vor allem für die Allergie-Patienten eine Erleichterung bei den Testungen schaffen.“ Der Allergietest „Allergy Explorer“ kann annähernd 100 % aller global relevanten Allergene in einem einzigen Schritt bestimmen und somit mehrere Einzeltests ersetzen. Da für den Test nur ein Tropfen Blut notwendig ist, eignet sich diese wenig invasive Methode auch für Kleinkinder.

Die beiden zweiten Plätze (Preisgeld: 60.000 Euro) gehen an Dr. Megan J. Cordill vom Erich-Schmid-Institut für Materialwissenschaft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für das Projekt „Unzerbrechliche, flexible Elektronik“ sowie an das Klagenfurter Unternehmen Bitmovin für „PROMETHEUS – die Videostreaming-Infrastruktur der Zukunft.“ Die beiden 3. Plätze (20.000 Euro), gleichsam die Publikumspreise, gingen an Projektleiter Univ.-Prof. DI Dr. Peter Ertl vom Institut für Angewandte Synthesechemie an der TU Wien und das Projekt „Parkinson-on-a-Chip: Erfassung neurodegenerativer Prozesse in einem Mittelhirn-on-a-Chip-Modell“ sowie an das Unternehmen Urban Gold GmbH aus Leoben und das Projekt „Effizientes und umweltverträgliches E-Schrott-Recycling“. Übrigens – keines der insgesamt zehn nominierten Projektteams ging leer aus, denn auch die übrigen Nominierten erhielten für ihre Forschungsarbeit ein Preisgeld in Höhe von je 10.000 Euro.

Der Houskapreis feiert 2020 sein 15-jähriges Bestehen. Gerade die derzeitige Krise zeige, wie wichtig die wissenschaftliche Forschung für die Gesellschaft ist, meint Mariella Schurz, Generalsekretärin der B&C Privatstiftung: „Die aktuelle Pandemie beweist einmal mehr – und nun auf globaler Bühne – die enorme Bedeutung von Wissenschaft und Forschung. Neu ist, dass das erste Mal eine breite Allgemeinheit den Wert von Wissenschaft und Forschung zu schätzen gelernt hat. Und genau diese öffentliche Wertschätzung war und ist unser zentrales Anliegen, das wir mit dem Houskapreis auch verfolgen.“

Weitere Videos zur Preisverleihung (inkl. Aufzeichnung des Livestreams), Filme zu den Forschungsprojekten sowie Statements seitens der B&C Privatstiftung finden Sie auf dem YouTube-Channel 20 Jahre B&C Privatstiftung – 15 Jahre Houskapreis.


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