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Individuelle Design-Urnen für die letzte Reise

von Simone Hofgrunde
last dress/Susanne Prister

Die Innsbrucker Modedesignerin Susanne Prister hat das Start-up „last dress“ gegründet, das sich der Gestaltung ganz spezieller Urnen widmet. Künstlerisch designte „Kleider“ umhüllen ökologische Holzurnen, die geliebten Menschen eine möglichst schöne, individuelle letzte Reise ermöglichen und die bei den Angehörigen eine positive Erinnerung zurücklassen sollen. Wie kam es zu dieser Idee?

„Ich war auf der Suche nach einer schönen Urne für meine Mama, konnte aber einfach nicht die richtige finden. Es gab nur diese glatten, kalten Urnen, so stellte ich mir die letzte Reise meiner Mama nicht vor“, erinnert sich Prister an diese schwierige Zeit vor ein paar Jahren. „Der zuständige Bestatter war sehr einfühlsam und wusste über meinen Beruf Bescheid. Also ermutigte er mich, selbst etwas Stimmungsvolles für meine Mama zu fertigen. Gesagt, getan. Die Urne ist dann sehr schön geworden und war total stimmig. Ich bin überzeugt, dass es auch ihr gefallen hat. Und für mich selbst war es der beste Weg, meine Trauer zu verarbeiten.“ Nur zwei Jahre danach verlor Prister auch ihren Vater. Für ihn gestaltete sie ebenfalls eine eigene Urne.

Statt auf kaltes Metall setzt Prister auf hochwertige Stoffe und Holz. © last dress/Susanne Prister

Daraus entwickelte sich der Wunsch, auch anderen Angehörigen zu helfen, die letzte Reise ihrer Lieben schöner zu gestalten. Schließlich startete Prister das Unternehmen „last dress“. „Mit meinen last dresses möchte ich anderen Menschen die Möglichkeit geben, dass ihnen nicht eine kalte Urne als letztes Bild ihrer verstorbenen Lieben in Erinnerung bleibt. Meine last dresses strahlen eine schöne wohlige Wärme aus. Mir hat das damals sehr geholfen“, betont Prister.

Zudem wollte die Modedesignerin ihre Urnen ressourcenschonend und nachhaltig herstellen. Daher verwendet sie ausschließlich Urnen aus flüssigem Holz (ARBOFORM® und ARBOBLEND®). ARBOFORM® besteht zu 100 % aus nachwachsenden Rohstoffen und ist biologisch abbaubar. Bestandteil dieses Werkstoffs ist Lignin, das nach Cellulose das am zweithäufigsten vorkommende Polymer in der Natur ist. ARBOBLEND®-Materialien bestehen je nach Rezeptur aus verschiedenen Biopolymeren.

Modedesignerin Susanne Prister möchte ihre eigenen positiven Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Verlust ihrer Eltern für andere Menschen verfügbar machen. © last dress/Susanne Prister

„Das last dress ist sozusagen die Hülle, die über die Holzurne gezogen wird“, erläutert die Designerin. Sie besteht entweder aus recyceltem Stoff oder Papier, Filz-Seidenstoffen bzw. Seide oder anderen Naturmaterialien. „Genau wie bei meinen Modekollektionen ist es mir hier wichtig, nur qualitativ hochwertige Materialien zu verarbeiten, die vollständig biologisch abbaubar sind“, betont Susanne Prister.

Die Kollektion

Derzeit gibt es sechs „last dress“-Linien: Cocon Urns bestehen zu 100 % aus Seide – entweder Dupion, Satin oder Chiffon – in vorzugsweise changierenden Qualitäten. Bei den Handpainted Urns wird reine Seide mit verschiedensten Techniken wie zum Beispiel der Reservierungstechnik oder der Shibori-Technik handbemalt. Für die Fabric Urns werden recycelte, natürliche Stoffe wie Seide, Leinen und Baumwolle verarbeitet. Die Paper Urns wiederum bestehen aus recycelten, nachhaltigen Papiersorten in Flecht- und Falttechnik. Für die Felted Silk Urns werden verschiedene Seidenqualitäten miteinander verwoben und teilweise mit Crystals aus Glas veredelt. Die Monochrome Urns schließlich gibt es ohne und mit Dekor wie etwa Stoffherzen oder Crystal-Kreuz.

Derzeit werden sechs verschiedene Linien angeboten. Von Urnen mit reiner Seide über recycelte Stoffe wie Leinen und Baumwolle bis hin zu gefaltetem Papier. © last dress/Susanne Prister

Die „last dress“-Urnen werden in Österreich und Deutschland produziert und sind in 7 bis 10 Tagen lieferbar. Diese Urnen sind natürlich nicht für die Ewigkeit gemacht, sondern dafür, nach der Bestattung schnell in den natürlichen Kreislauf überzugehen.


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