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Klebebänder – Superheroes für die Industrie

von Markus Schraml
Tesa Tape Heroes

Die Anwendungsmöglichkeiten von Klebebändern sind vielfältig und gehen über den Einsatz im privaten Haushalt weit hinaus. Vor allem in der Industrie werden hoch entwickelte Klebelösungen verwendet. Eigenschaften wie Hitzeresistenz bis zu 500 Grad oder dass wenige Klebestreifen, die dünner als ein Haar sind, einen Kleinwagen anheben können, machen sie enorm nützlich. Firmen wie 3M, die Nitto Denko Corporation, AFTC, Lohmann oder Orafol haben Klebebänder für die unterschiedlichsten Industrieanwendungen entwickelt. Das reicht von der Automobilindustrie, der Luftfahrt über Medizinprodukte bis hin zu Möbeln und dem Einsatz im öffentlichen Raum. Einer der bekanntesten Hersteller von Klebebändern und selbstklebenden Systemlösungen ist tesa. Mit einer neuen Kampagne möchte das Unternehmen auf die Vielfältigkeit seiner Produkte aufmerksam machen.

tesa verfügt über ein Produktportfolio von 7.000 Klebelösungen, wobei nur etwa 300 klassische Endkundenprodukte sind. Der Hauptteil besteht aus Spezialanwendungen für Industrie und Gewerbe. Einige Beispiele: In einem Smartphone finden sich heute bis zu 70 meist doppelseitige Klebebänder. Das kleinste von ihnen ist knapp 5μm dünn und damit 20 Mal feiner als ein Haar. Ein weiteres Tape bietet mit 30 N/mm2 erstaunliche Haftfestigkeit auf kleinsten Oberflächen und wird bei vielen Smartphones mit einer Breite von nur 0,4 mm rückseitig unter der Kameralinse verbaut. Mit dem gleichen Klebeband ist auch der Chip auf EC-Karten befestigt.

Rund drei Viertel des Umsatzes der tesa Gruppe (2021: 1.499 Mio. Euro) entfallen auf Anwendungen für die Industrie. © tesa

130 Klebelösungen in E-Autos

Hunderte innovative Anwendungen sind bereits in der Autoindustrie im Einsatz, viele weitere im Entwicklungsprozess. So dichten tesa-Pads die beachtliche Zahl an Löchern ab, die bei einer Karosserie für den Tauchlackierungsprozess oder Montagearbeiten benötigt werden. Laserbeschriftete Etiketten, die mehr als 1.600 Stunden bei bis zu 150 °C aushalten können und resistent gegen Chemikalien sowie Abrieb sind, dienen als Schutz vor Fälschungen. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die permanente Verklebung von Zellen in Elektro-Batterien und die Isolation elektronischer Komponenten. Das Spezialprodukt tesa® FireGuard hält Flammen bis zu 500 Grad Celsius sechs Minuten lang stand und soll so den Fahrgastraum bei einem Batteriebrand in einem Elektroauto schützen.

Mehr als 130 tesa Tapes können in einem E-Auto und über 70 in einem Smartphone verbaut sein. © tesa

Klebebänder als Prozessbeschleuniger

Auch in der Druckindustrie erleichtern Klebebänder mittlerweile viele Arbeitsvorgänge. So erlaubt das Produkt tesa® EasySplice fliegende Rollenwechsel. Selbst bei einer Geschwindigkeit von 1.000 Metern pro Minute kommt es dadurch zu keinen Bahnabrissen mehr. „Klebebänder spielen schon lange in vielen Industrien ihre Stärken aus und werden auch in Zukunft in immer mehr Branchen Anwendung finden“, glaubt Frank Kolmorgen, Industrievorstand der tesa SE. „Die flexible Handhabung und die schnelle Klebewirkung beschleunigen viele Prozessabläufe und ermöglichen somit erst eine optimierte Herstellung und eine Verbesserung des Endprodukts.“

Gemeinsam mit seinen Kunden arbeitet tesa kontinuierlich an neuen Ideen und speziellen Produktlösungen. So hat das Unternehmen für die Herstellung der Optically Clear Adhesives (OCA) in seinem Werk in Hamburg-Hausbruch wie auch seit 2021 im chinesischen Suzhou einen Reinraum installiert, dessen Luft 100 Mal reiner ist als auf einem Berggipfel. Dort entstehen transparente, hauchdünne Folien, die unter anderem bei Display-Verklebungen in Smartphones zum Einsatz kommen.

Seit 2001 gehört die tesa SE mit heute rund 4.800 Mitarbeitern als 100-prozentige und unabhängige Tochter zur Beiersdorf AG.


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